Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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19.11.2019

Gehen, um zu bleiben
Constantin Huth verläßt die Gemeinde, aber er bleibt in der Holzkirche (und beim Verein Holzkirche)

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Adventsbasar: Constantin Huth im Gespräch mit Detlef Lutze – Bild: mediaray

Fast 30 Jahre lang hat Constantin Huth als Mitarbeiter der Gemeinde Petrus bzw. Petrus-Giesensdorf Jugendarbeit mitgestaltet und geprägt. Der Standort Holzkirche und der Holzkirche e.V. sind fest mit ihm verbunden. Diese Ära geht nun zu Ende. Die Gemeinde hat sich entschieden, das Grundstück in der Koloniestraße an das Diakonische Werk Steglitz-Teltow-Zehlendorf (DWSTZ) zu verpachten, damit hier eine Kita entstehen kann und in Trägerschaft des DWSTZ soziale Arbeit stattfindet. Damit stellten sich die Fragen, wie die Arbeit des Vereins an diesem Standort künftig weitergehen soll und welche Aufgaben Constantin Huth übernimmt.

Constantin hat sich entschieden: Er bleibt bei der Holzkirche, um die Arbeit am angestammten Standort in bewährter Qualität fortführen zu können, geht aber aus seinem Dienst als Mitarbeiter der Gemeinde Petrus-Giesensdorf.

Für viele ist es sicher schwer vorstellbar, dass Constantin jetzt geht, so lange gehört er schon dazu und hat ein Kapitel Gemeindegeschichte mitgeschrieben: Der Bücherbasar, die Fahrradwerkstatt, das Engagement für Jugendliche vor Ort, aber auch die Hilfe für Griechenland sind Projekte, die mit dem Namen Constantin Huth fest verbunden sind.

Er selbst denkt daneben gerne an Projekte zurück, die außergewöhnlich waren: etwa das große Jugendtreffen im FEZ, bei dem die Holzkirche für das Sicherheitskonzept zuständig war.

Die Zusammenarbeit mit Menschen aus ganz Europa, die besondere Herausforderung und die Anerkennung für die gute Arbeit sind für ihn immer noch Highlights seiner Arbeit, die er fortführen möchte.

Dass dabei vieles schwerer werden könnte, nachdem die Kooperation der Gemeinde mit dem Holzkirche e.V. in eine neue Kooperation mit dem Diakonischen Werk übergegangen ist, weiß er und sieht er mit Sorge.

Noch ist nicht sicher, wie die Arbeit des Vereins an dem Standort in neuer Trägerschaft fortgeführt werden kann. Erstmal bleibt alles beim Alten, die Holzkirche ist weiterhin offen, alle Angebote finden wie gewohnt statt. "Ich muss jetzt aber mit der halben Zeit auskommen und woher wir die zukünftige Miete nehmen sollen, weiß keiner", sagt Constantin Huth.

In den nächsten Monaten wird sich klären, ob aus den Möglichkeiten Wirklichkeiten werden können.

Er sorgt sich um das, was er über viele Jahre aufgebaut hat. Die Arbeit war nicht immer leicht. Constantin erinnert sich noch an die erste Zeit: Gewaltbereite Jugendliche waren nicht nur in der Thermometer Siedlung zuhause, auch die Holzkirche war Treffpunkt einer Jugendgang mit ganz eigenen Regeln und Umgangsformen. Große Partys, Polizeieinsätze, Einbrüche, Überschwemmungen, der große Brand, Tränen der Trauer und Tränen der Freude bleiben in Erinnerung.

Dass es in Lichterfelde Jugendliche gibt, die dem Klischee des braven, gutbürgerlichen, christlichen Jugendlichen so ganz und gar nicht entsprechen, hat seinen Arbeitsalltag am Rande der Woltmannsiedlung geprägt. Es hat ihn auch immer darin bestärkt, dass seine Arbeit hier wichtig ist.

"Die Arbeit geht weiter", sagt er, "und ich muss mir jetzt auch weniger Gedanken machen, was die Gemeinde über meine Arbeit denkt."

Auch wenn die Zukunft unklar ist, möchte er an seinen Zielen festhalten: Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen, die ein Stück Lebensqualität bedeuten. Und ganz im Sinne des Holzkirche e.V. geht es weiter, denn: "Meckern kann jeder, tun muss man wat".

Die Gemeinde Petrus-Giesensdorf bedankt sich bei Constantin Huth für 28 Jahre Arbeit in unserer Gemeinde.

Für den Gemeindekirchenrat

Annette Pohlke

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