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19.6.2019

Neue Produktion des Alt-Berliner Schmalstullentheaters
Eine Theaterkritik

von Eveline Mützelburg & Marion Belka

Wie jedes Jahr im Mai konnte man wieder eine neue Produktion des Alt-Berliner Schmalzstullentheaters im Gemeindehaus in der Parallelstraße erleben.

Das neue Stück wurde, wie der Zuschauerandrang deutlich zeigte, von der stetig wachsenden Fangemeinde der Theatergruppe freudig erwartet und wieder bestens aufgenommen.

Das diesjährige Stück "Der Butler ist nicht immer der Mörder" zeigt in der 2,5 Stunden dauernden Aufführung die vergnügliche Geschichte um die beiden verarmten Schwestern Cordula und Friederike, die ein marodes Schloss geerbt haben und seither in ständigen Geldnöten sind. So manche amüsante Überraschung wartet auf den Zuschauer und nicht jeder der Personen ist der, der er vorgibt zu sein.

Cordula Stroh (Heidemarie Bramböck), schreibt als Tessa von Waldenburg seit Jahren erfolglos Groschenromane und hofft auf den großen Durchbruch. Ihre Schwester Friederike Pottenstein (Gabriele Prondzinski) versucht vergeblich, mit ihrer kleinen Beamtenpension das wenige Geld zusammenzuhalten und frönt nebenbei ihrer Leidenschaft, der Parapsychologie.

Der Butler Charles Miller (Detlef Lutze), scheint seiner Herrschaft gegenüber sehr loyal zu sein und greift dabei oft zu recht ungewöhnlichen Methoden, um drohendes Unheil abzuwenden. Dies erscheint zuerst in der Person des Gerichtsvollziehers Herrn Vogel (Wolfgang Bramböck), der durch Charles' entschlossenes Eingreifen in eine scheinbar ausweglose Situation im Weinkeller gerät. Bei den angeblich verirrten Wandersleuten Heidemarie und Herbert Winkelmann (Annemarie Pfaffinger und Gerd Heinrich) muss Charles ebenfalls tätig werden, als diese zu neugierig ihre Nase überall hineinstecken. Das arbeitsunwillige Zimmermädchen Angelika Lustig (Bärbel Heinrich) berlinert unterhaltsam durch das Stück und hat zu allem ihre eigene Sicht der Dinge und eine besondere Beziehung zu Charles.

Die aus Texas angereiste Tante Elisabeth Walker (Heidrun Fehrmann) bringt schließlich frischen Wind ins baufällige Schloss. Sie erscheint während der von Friederike durchgeführten Séance höchst lebendig anstelle des angerufenen Geists. Lebenslustig und energisch will sie nach dem Tod ihres Mannes und Verkauf ihres Geschäfts den Lebensabend in der alten Heimat verbringen. Den beiden Schwestern erscheint sie als vermeintlich reiche Verwandte aus dem Ölgeschäft wie die Retterin in der Not und sie überlegen, wie sie möglichst bald ans Geld der "Erbtante" kommen können.

Schließlich entpuppen sich die naiven Wandersleute als Kripobeamte Marie Bender und Ralf Schneider, die sowohl Charles als auch seine Komplizin Angelika entlarven und das weitere Ausüben ihrer kriminellen Energie beenden. Der Zuschauer kann erleichtert aufatmen: Ende gut – alles gut! Elisabeth bleibt auf dem Schloss, das Ende des finanziellen Engpasses wird in Aussicht gestellt und es kommt Hoffnung auf, dass Cordula doch noch literarischer Erfolg winkt und zwar durch ein Theaterstück mit dem Titel "Der Butler ist (nicht) immer der Mörder".

Die Schauspieler des Alt-Berliner Schmalzstullentheaters präsentieren die vielen Irrungen und Wirrungen um Geld, Wein, literarische Träume und Öl mit unermüdlicher Spielfreude so erfrischend und unterhaltsam, dass die Zeit rasch vergeht. Das Publikum dankt es ihnen mit langem und begeistertem Applaus und geht nach einem vergnüglichen und kurzweiligen Abend beschwingt nach Hause.

In der Pause konnte man sich wie immer durch die vorzüglichen Schmalzstullen und erfrischenden Getränke stärken.

Man darf gespannt sein auf die kommende Produktion.

Eveline Mützelburg, Marion Belka Bild: Schmalzstullentheater