Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.8.2019

Was ist eigentlich TUKI?
Aus der Kita Petrusheim

von Annekatrin Herzog

TUKI: Drei Jahre Ausbildungszeit – drei Jahre Theaterspiel, Kreativität, Organisation, Absprachen, drei Jahre Musik, Sprache, Verkleidung, Bühnenbild, Licht und Schatten und viel Zeit gehen zu Ende.

Viele Kinder haben an den TUKI- Angeboten teilgenommen. Es gab zwei Schattentheater, ein Koffertheater, einen Spaziergang, einen fliegenden Teppich, und die Kinder erfanden eine Farbmaschine. Wir bauten uns Eichhörnchen-Puppen und einen ganzen Wald für sie zum Wohnen. Und wir erfanden Geschichten, die nur Kindern einfallen.

Wie funktioniert TUKI? Welche Rolle spielt bei diesem Prozess die pädagogische Fachkraft?

Ein kleiner Impuls macht den Anfang. Ein leerer Koffer, ein Stein, ein Gefühl. Dieser Impuls regt bei Kindern die Phantasie an, Gedanken werden formuliert. Was könnte im Koffer drin sein? Ah, ein Zwerg. Nein, eine Schokolade oder doch lieber ein Gespenst? Nun wird gemeinsam diskutiert, abgewogen, wir einigen uns. Doch was passiert, wenn wir den Koffer öffnen? Es entwickelt sich ein Spannungsbogen. Die Kinder sind aktiv in dieser Geschichte und sie müssen wieder diskutieren, sich einigen. Wie geht es weiter. Ein besonders engagiertes Kind ruft: "Das Gespenst frisst uns alle auf!". Das klingt zuerst lustig. Doch wieder müssen wir abwägen, soll die Geschichte so enden? Wir Pädagogen begleiten diesen Prozess der Kinder. Doch die Richtung bestimmen die Kinder. Jeder wird gehört, jeder Gedanke darf ausgesprochen werden.

Angela Panagiotatou und Silke Flügge mit der Theatermaus Bella Rosa – Bild: Franziska Hauser

Oft suchen die Kinder für die Geschichte gefährliche Situationen, ein Drama aus. Ein Hagelschauer, ein Schiffbruch, ein Ungeheuer. Die meisten Kinder wünschen sich bei den Geschichten ein "Happy End". So endet die Geschichte im Hagelschauer in einem warmen Fuchsbau, das hungrige Gespenst stillt seinen Hunger mit einem ganzen Brot und die leckere Schokolade reicht für alle.

Die Kinder nutzen Sprache, sie entwickeln Phantasie, sie entdecken ihre Umgebung auf neue Weise, werden sehr selbstbewusst und lernen es, in einer Gruppe zu einem Ergebnis zu kommen. TUKI öffnet Kindern Türen. TUKI gibt Kindern mit ihren Bedürfnissen, ihren Gefühlen einen Rahmen.

Drei Jahre TUKI – das hat sich gelohnt. Viele Kinder konnten an den TUKI-Gruppen teilnehmen. Angela Panagiotatou und Silke Flügge wurden in verschiedenen theatralischen Genres ausgebildet. Sie lernten, Kinder mit all ihren Ideen und Gefühlen anzusprechen und zu befähigen, Geschichten zu entwickeln. Sie lernten, Kindergruppen zu begeistern und künstlerische Ausdrucksformen zu nutzen. TUKI ist gelebte Partizipation.

Unsere KITA hat von diesem Prozess profitiert. Wir wurden alle angeregt, künstlerische Ausdrucksformen auszuprobieren, immer wieder mit Kindern ins Gespräch zu kommen, um ihre Geschichten zu verstehen.

Wer in unsere Kita kommt, kann erleben, wie Kinder im Kreativraum Gedanken und Ideen darstellen, wie das Spiel der Musikinstrumente die Stimmung verändert, wie Kinder mit Bewegungen ihre Geschichten erzählen, wie Holzstöcke zu Wunderbäumen werden, wie ein gefundener Stein zu einem Bilderbuch wird. Und ab und an spielen die Kinder auch eine Theatergeschichte. DANKE!

Annekatrin Herzog

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