Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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8.12.2019

Und was meinen Sie zum Thema "Abendmahl"...?

von Björn Sellin-Reschke

Unsere Landeskirche beschäftigt sich in diesen Monaten eingehender mit dem Thema des Abendmahls.

In den vergangenen Jahren ist zu beobachten, dass viele Gemeinden das Abendmahl häufiger feiern als früher und gleichzeitig mehr Gemeindeglieder daran teilnehmen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn darin wird deutlich, dass Menschen das Sakrament des Abendmahls nicht nur schätzen, weil ihnen darin die Vergebung Gottes zugesprochen wird. Viele Gemeindeglieder sehen im Abendmahl vielmehr auch eine Stärkung der Gemeinschaft und feiern es mit Gefühlen der Freude und der Hoffnung.

Seit einigen Jahren hat sich in weiten Teilen unserer Landeskirche außerdem die Praxis etabliert, dass auch Kinder zum Abendmahl eingeladen sind. In unserer Gemeinde Petrus-Giesensdorf feiern wir u.a. deshalb das Abendmahl ausschließlich mit Traubensaft, damit wirklich alle bedenkenlos daran teilnehmen können.

So weit, so gut!

Lucas Cranach d. J. (1515–1586): Das Abendmahl (heute in der Dessauer Johanniskirche) – Bild: wikipedia (gemeinfrei)

Bei der jetzigen Diskussion, die in unserer Landeskirche auf verschiedenen Ebenen geführt wird, geht es u.a. um die Frage, wer zum Abendmahl zugelassen ist. Bisher gilt: Zum Abendmahl sind alle eingeladen, die getauft und nicht aus der Kirche ausgetreten sind.

Doch wer sollte (oder wollte) das kontrollieren und überprüfen?

Sollen wir Kinder vom Abendmahl ausschließen, deren Eltern beschlossen haben: Ihr Kind soll später selbst entscheiden, ob es getauft werden will!?

Oder: Soll in einem Gottesdienst anlässlich der silbernen, goldenen oder diamantenen Konfirmation beim Abendmahl aussortiert werden, wer noch in der Kirche ist?

Doch es sind nicht nur diese praktischen Fragen, die zu bedenken sind. Vielmehr muss auch hinterfragt werden, ob sich die gängigen Ausschlusskriterien biblisch begründen lassen. Saß nicht Jesus gerade mit den Ausgeschlossenen an einem Tisch? Und hat er nicht das letzte Abendmahl auch mit seinem Verräter, Judas, und seinem Verleumder, Petrus, zusammen gefeiert?

So könnte sich die bisherige Logik, die nach der Zulassung zum Abendmahl fragt, wandeln: zu einer Logik, die die herzliche Einladung betont, an den Tisch des Herrn zu kommen.

In dem breit angelegten Prozess unserer Landeskirche, diese Fragen zum Abendmahl neu zu überdenken, dürfen nun auch Sie mitwirken, wenn Sie wollen. Sie finden auf der Internetseite unserer Landeskirche eine Umfrage, an der Sie sich noch bis zum 15. Juni beteiligen können, unter www.ekbo.de/glaube/abendmahl/umfrage.html.

Pfarrer Björn Sellin-Reschke

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