Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.8.2019

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein"
35 Jahre Kurzandacht – Ein Rückblick

von Inka & Ulrich Langner

Unter diesem Motto, das auch als Einladung an die Frühstücksgäste in der Winterkirche gedacht war, trafen wir uns am 5. Novermber 1983 in der Petruskirche unter der Kanzel zur ersten Kurzandacht. Wir, das waren Mitglieder aus dem Gemeindekirchenrat und andere aktive Gemeindeglieder.

Kurzandacht im Januar 2019 – Bild: mediaray

Mahnwache im Jahr 2005 – Bild: Gemeindearchiv

Geplant an jedem ersten Samstag im Monat um 10.30 Uhr, gab es jedoch in den ersten Jahren in der Advents- und Passionszeit an jedem Samstag eine Kurzandacht, die gemeinsam mit den Pfarrern vorbereitet wurde.

Als das "Zweite Frühstück" in der Winterkirche von 11.00 auf 10.00 Uhr vorverlegt wurde, zogen wir in die Sakristei um, weil durch Frühstücks- und Ausstellungsbesucher der Lärmpegel nicht andachtstauglich war. Außerdem orientierten wir uns immer mehr in Richtung auf gemeinsamen Austausch über persönliche Erfahrungen in Glaubensfragen und über Alltagszweifel, und so verfestigte sich unsere Form "Besinnung und Gespräch".

Insgesamt wurden es in 35 Jahren gut 480 Andachten, von 37 Mitwirkenden vorbereitet. Die erste Andacht im November 1983 hielt Wolfgang Bramböck. So wie er von Anbeginn bis heute dabei sind Anne und Peter Goerke; Reinhard Pohlke und Magda Fleischer kamen schon in den ersten Jahren hinzu. Zusammen mit Marlies Scheunchen, die seit 18 Jahren dabei ist, und Helga Menzel (seit 2018), hat sich das heute noch aktive Kurzandachtsteam herausgebildet. Zehn ehemals Mitwirkende sind inzwischen verstorben, so zuletzt Sonja Wagner.

Ausgegangen von der Kurzandachtsgruppe war dann 1993 auch die Mahnwache vor der Kirche gegen Fremdenfeindlichkeit, deren Motto und Schriftzug auf dem Plakat lautete: "Leben achten, Gewalt ächten – Nehmet einander an!" Da unsere Kirche von öffentlichem Gelände umgeben ist, musste jedes Jahr neu die Genehmigung beim Polizeipräsidenten eingeholt werden, und gelegentlich kam es deshalb zu Polizeibesuch mit spannenden Gesprächen, daneben natürlich auch oft mit Passanten und Autofahrern.

Anfang 2011 stellten wir alters- und kranheitsbedingt die Mahnwache ein. Im "Schlüssel" nahmen wir Abschied mit den folgenden noch heute gültigen Worten: "... wissend, dass die Ausländerfeindlichkeit, das Ablehnen anders Denkender und -Lebender, auch hier in Lichterfelde, auch in unserer Gemeinde, noch verschärfter zu spüren ist. Darum hoffen wir sehr, dass sich langfristig jüngere Gemeindeglieder oder sonst Interessierte finden, die den Mahngedanken neu aufgreifen und entsprechend gestalten. Denn: Sich gegenseitig anzunehmen, so verschieden wir sind, täglich, immer wieder, ist Jesu Auftrag an uns alle!"

Auch wenn der Mahnwachengedanke in der Gemeinde bisher nicht fortgeführt wurde, so haben wir doch als Kurzandachtsteam durchgehalten, dank aller, die mit uns Besinnung und Gespräch als wichtig ansehen. Dabei ist uns der Gesprächsstoff noch nie ausgegangen, und so wollen wir diese individuelle Form der Andachtsgestaltung natürlich fortsetzen und laden wie immer herzlich dazu ein!

Das Kurzandachtsteam

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