ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.7.2019

Gemeindliche Arbeit im Sozialraum "Woltmannsiedlung", "Thermometersiedlung – Parks Range"
Veränderung und Neuausrichtung am Rande des Gemeindegebietes

Es gibt Veränderungen und Aufbrüche im Leben, die sind mit großen Hoffnungen und Erwartungen verbunden. Und es gibt Veränderungen, die empfinden wir als Bedrohung und sie produzieren Sorgen. Uns ist klar, dass wir die Dinge nicht festhalten können. Innere und äußere Strukturen verändern sich, Menschen verändern sich. Es gibt Abschiede und Neuanfänge und in beiden liegen Freude und Leid dicht beieinander. So stellt sich im Augenblick auch die Situation am südlichen Rand des Gemeindegebietes in Lichterfelde-Ost und -Süd dar.

Es ist aus der Historie der ehemaligen eigenständigen Gemeinden Petrus und Giesensdorf zu erklären, dass es dort zwei Einrichtungen gibt, die auch ihre jeweils eigene Geschichte haben. Das Gebäude in der Koloniestraße 9/9a (Holzkirche) war das Kinder- und Jugendhaus der Petrusgemeinde. Seit 1956 besteht es an diesem Ort, wurde umgebaut, ist abgebrannt und wurde wieder aufgebaut. Mitte der 90er Jahre waren vor dem Hintergrund großer Finanznöte die Existenz dieses Hauses und auch die Arbeitsstellen von Mitarbeitern bedroht. Mit Hilfe der Gründung eines Vereins (dem Holzkirche e.V.) wurde die Arbeit in diesem Gebiet der Gemeinde erhalten. Der Sozialarbeiter Constantin Huth hat die Arbeit an diesem Standort fortgeführt. Finanziert wird die Stelle zu 100% von der Kirchengemeinde. Haus und Grundstück sind Eigentum der Kirchengemeinde und dem Verein unentgeltlich zur Nutzung überlassen.

Architektenentwurf: Gemeindezentrum Celsiusstraße

Auf der anderen Seite der Osdorfer Straße, in der Thermometersiedlung, in der Celsiusstraße 71–73 hatte die Gemeinde Giesensdorf ihr Gemeindehaus. In den 90er Jahren fiel es in einen Dornröschenschlaf, die Bausubstanz verkam immer mehr. Das Haus, mit billigen Fertigbauteilen in den 1970er Jahren errichtet, schien nicht mehr zu retten. Der Gemeinde fehlten die Mittel, um es zu sanieren. Der Sozialarbeiter Jürgen Bischof und der Verein Bus-Stop e.V. haben es mit Jugendlichen aus der Thermometersiedlung schließlich vor dem Verfall bewahrt.

Die Holzkirche und das Gemeindezentrum: zwei Gemeindestandorte, an denen auf ganz unterschiedliche Weise soziale und gemeindliche Arbeit stattfand. Und diese Arbeit setzte sich an beiden Standorten auch fort, nachdem die Petrusgemeinde und die Gemeinde Giesensdorf im Jahr 2000 fusioniert sind. Weit über eine Million Euro sind seit dieser Fusion in beide Standorte an Sach- und Personalkosten durch die Kirchengemeinde investiert worden.

Gemeindeversammlung

am Sonntag, 20. Januar 2019, nach dem Gottesdienst in der Petruskirche, um ca. 12.15 Uhr.

Schwerpunktthema ist die gemeindliche Arbeit im Sozialraum Lichterfelde Ost/Süd (Thermometersiedlung| Woltmannsiedlung| ParksRange)

Tagesordnung:

1. Aktuelle Gemeindesituation
2. Planung für das neue Gemeindezentrum Celsiusstraße
3. Situation rund um die Koloniestraße 9/9a
4. Verschiedenes

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Detlef Lutze (für den Gemeindekirchenrat); Wolfgang Bramböck (für den Gemeindebeirat)

Nun wird es im Süden Lichterfeldes in den nächsten Jahren große Veränderungen geben. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Parks-Range werden ca. 2.500 neue Wohnungen entstehen. Der Sozialraum wird sich verändern. Tausende neue Bewohner werden in dieses Gebiet zuziehen. Die Frage, wie wir als Kirchengemeinde uns diesen Herausforderungen stellen, beschäftigt eine gemeindliche Planungsgruppe unter Einbeziehung eines Projektmanagers seit zwei Jahren. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist es, dass auf dem Grundstück in der Celsiusstraße 71-73 ein neues Gemeindezentrum entstehen soll, da das alte Gebäude trotz aller Anstrengungen nicht mehr zu sanieren ist. Der Standort in der Celsiusstraße ist als ideal für die Arbeit in der Thermometersiedlung und der Parks-Range angesehen worden, liegt er doch genau an der Schnittstelle beider Siedlungsräume. Dieses neue Gemeindezentrum soll nach wie vor ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein. Es soll offen sein für Menschen aller Konfessionen und Religionen und es sollen interkulturelle Prozesse initiiert und gefördert werden. Daneben wird es aber auch ein Ort sein, an dem die christliche Gemeinde einen Ort des (Gottesdienst–)Feierns, des gemeinschaftlichen Miteinanders und des Austauschs findet. Auch die sozial-diakonische Arbeit der Kirchengemeinde (z.B. die "Laib & Seele Ausgabestelle") soll dort neue und funktionalere Räume finden.

Um dieses Vorhaben zu finanzieren, bedarf es eines umfangreichen Finanzierungsplans, in dem neben Fremdmitteln auch Eigenmittel eingebracht werden müssen. Vor diesem Hintergrund ist verständlich, dass die Dinge neu sortiert und justiert werden müssen.

Nicht alles wird zukünftig finanziert werden können und neue Finanzierungsquellen müssen erschlossen werden. Aus diesem Grund hat sich der Gemeindekirchenrat mit dem DWSTZ (Diakonisches Werk Steglitz und Teltow- Zehlendorf) in einen intensiven Diskussionsprozess um die Nutzung des Grundstücks in der Koloniestraße begeben. Denn das Grundstück soll nicht an Investoren oder Banken verkauft werden, sondern soll auch in der Zukunft für gemeindliche und kirchliche Arbeit für die Menschen in diesem Wohnraum erhalten bleiben. Das Grundstück könnte an das DWSTZ verpachtet werden mit dem Ziel, eine Kita zu errichten und darüber hinaus auch Angebote im Rahmen der Familien- und Sozialarbeit anzubieten.

Auch die bisher dort stattfindende Gruppenarbeit soll weiterhin möglich sein. Wir werden uns bemühen, möglichst viele Interessen miteinander zu vereinbaren, so dass die Angebote bestehen und erweitert werden können und keiner "heimatlos" wird. Dazu befindet sich die Gemeinde mit dem Holzkirche e.V. seit Anfang 2018 in einem intensiven Gedankenaustausch.

Die Dinge verändern sich und diese Veränderungen bringen Hoffnungen und Sorgen zutage, das haben diverse Gesprächsrunden um die Zukunft des Grundstücks Koloniestraße 9/9a gezeigt. Um über zukünftige Planungen ins Gespräch zu kommen, laden wir zu einer Gemeindeversammlung ein.

Pfarrer Michael Busch (für den Gemeindekirchenrat)