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21.11.2018

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Der Himmel ist eine Stadt, eine vollkommene Stadt, und er kommt auf die Erde.

Nicht ein Ort für Engelchen auf Wölkchen, sondern ein vieltoriges Jerusalem, offen für alle; in Gottes Gegenwart lebt, wer dort Aufnahme findet.

Das ist das große Happy End, das das Ziel der Apokalypse des Johannes darstellt. Hätten Sie das vermutet? Wenn man heute Apokalypse sagt, dann denken die meisten an Untergang und Zerstörung. Das verfehlt aber völlig den Sinn der biblischen Endzeitvorstellung. Es gibt einen Kampf zwischen Gott und seinen Mächten, Engeln und himmlischen Wesen und Kräften und den Gestalten der Finsternis. Das stimmt schon. Dieser Kampf findet aber schon längst statt. Die Offenbarung des Johannes erblickt ihn da, wo besonders der römische Staat gegen christliche Gemeinden vorgeht und auch sonst dem Sittenverfall unterliegt. Dass die Mächtigen korrupt sind, hat Johannes auch damals schon so gesehen. Die Hure Babylon ist die große Stadt, sagt er, und damit ist natürlich Rom gemeint: "Die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit."

Bild: gemeinfrei

Es gibt also eine gute und eine schlechte Stadt, eine diesseitige, wo Korruption herrscht und die Frommen leiden und eine verheißene, die kommt. Da werden alle Tränen abgewaschen und Leid und Tod sind nicht mehr. Die Quelle des Lebens entspringt in ihr als Brunnen. vIn den Tagen am Ende des Kirchenjahres spielen diese Bilder eine große Rolle. Gott will für uns das Heil, und es ist ein ewiges. Er schafft uns einen guten Ort, an dem wir geschützt sind. Er besiegt Machtmissbrauch und Korruption, Gewalt und Unglauben.

Er nimmt uns alle Traurigkeit und allen Schmerz. Der Totensonntag heißt daher im kirchlichen Sprachgebrauch Ewigkeitssonntag. Die Verheißung, dass Gott uns bewahrt, wird hier in den Mittelpunkt gestellt. Schmerz und Leid werden nicht geleugnet. Sie werden aber ein Ende haben, Gott wird jedes Leiden beenden.

Im Blick auf den Zustand der Welt lasse ich mich von diesem Hoffnungstext trösten und begeistern. Der Unfrieden und die Ungerechtigkeit, sie herrschen jetzt. Ihre Herrschaft wird aber ein Ende finden, sei getrost. Das sagt uns dieser Text.

Auch die Auferstehung der Toten malt er aus, wenn sich die Gräber öffnen, und die Verstorbenen wieder lebendig werden. Das ist so für uns schwer vorstellbar, und es gibt viele andere biblische Aussagen zur Auferstehung, die anders ansetzen. Wir kommen zu Gott, wir werden verwandelt. Immer ist es die Kraft seines Heils, die uns neues Leben verheißt.

Das vor allem gehört in einen Gesamtzusammenhang. Er rettet, ja heilt die Welt, und im Zuge dessen erweckt er auch die Toten wieder auf. Dann kann eine unzählbar große Menge an Menschen zum himmlischen Jerusalem gelangen. Eine Vision von Gemeinschaft am Ende aller Tage haben wir hier. Gemeinschaft mit anderen und vor allem Gemeinschaft mit Christus und Gott.

Pfarrer Roland Wicher