ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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19.9.2018

"In Frieden mit den Religionen"
8. Tagung der Vierten Landessynode

Bischofsbrief zum Synodenbeschluss

Liebe Schwestern und Brüder,
das Schwerpunktthema der Frühjahrssynode der EKBO hie "In Frieden mit den Religionen".

Der Ältestenrat der Synode hat damit ein zentrales Thema aufgegriffen, dass uns alle in unterschiedlicher Weise gegenwärtig stark bewegt.

In Zeiten fortschreitender Globalisierung treffen immer mehr Menschen mit unterschiedlicher religiöser Prägung an immer mehr Orten aufeinander: in der Schule, am Arbeitsplatz, im kulturellen Leben, in Politik und Wirtschaft. Das stellt uns vor die Herausforderung, uns mit anderen Kulturen und Religionen, aber auch mit der Verteilung der Güter dieser Welt näher befassen zu müssen. Gesellschaft und Kirche zeigen im Moment zwei Formen, darauf zu reagieren: Abgrenzung und Stärkung des Nationalen und der eigenen Tradition – oder Öffnung, Unterstützung, Dialog. Ich bin der Überzeugung, dass nur im Dialog langfristig ein gangbarer Weg hin zu Gerechtigkeit und Frieden liegt. Ein solcher Dialog verbindet das Bewusstsein für die eigenen Traditionen und Werte mit der Bereitschaft zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Anderen.

Ich möchte Ihnen die Erklärung der Landessynode zum Thema "In Frieden mit den Religionen" ans Herz legen. Sie macht deutlich, dass es auf die gegenwärtige Situation keine einfachen Antworten gibt. Die Landessynode will die Gemeinden, Einrichtungen und Werke ermutigen, den Dialog mit anderen Religionen zu suchen und dafür auch kirchliche Räume und Gelegenheiten anzubieten und zu nutzen.

Die Öffentlichkeitsarbeit unserer Kirche freut sich über Hinweise aus den Kirchengemeinden, Einrichtungen und Werken, in denen es bereits gut funktionierende Dialogformate gibt. Sie würde diese gerne einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und damit anderen Gemeinden Anregungen für die eigene Praxis geben. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Ideen und Konzepten für den Dialog mit den Religionen an die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der EKBO, Amet Bick (a.bick@ekbo.de).

Ich danke Ihnen sehr für alle Anstrengungen, die Sie unternehmen, um im Frieden mit den Religionen zu leben. Ich wünsche Ihnen hierfür den Segen unseres Gottes.

Mit allen guten Wünschen für Ihre Arbeit grüße ich Sie freundlich

Dr. Markus Dröge

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Erklärung der Landessynode zum Thema "In Frieden mit den Religionen"

Foto: Thorsten Wittke

Die Landessynode nimmt dankbar wahr, dass die Menschen der verschiedenen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen auf dem Gebiet der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz weitgehend friedlich Zusammenleben und auch Zusammenleben wollen. Mehr als 300 Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gestalten ihr religiöses und spirituelles Leben neben- und miteinander und bilden eine große Vielfalt ab.

Die Landessynode weiß um die Formen von Religion und Weltanschauungen, die sich über andere erheben. Sie ist sich bewusst, dass es in allen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen die Gefahr des Missbrauchs für eigene und politische Zwecke sowie fundamentalistische Verengungen gibt. Sie begrüßt die verschiedenen Formen ökumenischer und interreligiöser Zusammenarbeit, die zur gegenseitigen Verständigung, guten Nachbarschaft und zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen (Beispielhaft: www.interreliqioeser-stadtplan.de und "Förster Brücke").

Der Frieden zwischen den Religionen wird durch bestehende Konflikte in unserer Gesellschaft in Frage gestellt. Dazu zählen etwa Aggressionen gegen glaubensverschiedene Schüler*innen/ Jugendliche und ein offener und verborgener Antisemitismus, ebenso wie eine ausgrenzende und diffamierende Einstellung gegenüber Religionsgemeinschaften, insbesondere gegenüber Musliminnen und Muslimen. Selbstkritisch stellen wir fest, dass auch in evangelischen Kirchengemeinden die nötige Dialogbereitschaft und interkulturelle Kompetenz bisweilen fehlen.

Die Landessynode ermutigt Gemeinden, Einrichtungen, Kirchenkreise und Werke, kirchliche Räume und Gelegenheiten für den offenen Austausch anzubieten und sich selbst als aktive Partnerinnen im interkulturellen und interreligiösen Dialog zu verstehen. Wir bitten die Kirchenleitung, diesen Prozess in Kirchengemeinden, Dienststellen und Werken zu unterstützen.

Die Landessynode ruft die Landesregierungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen auf, den jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu fördern, damit der Dialog an den Schulen gelernt wird.

Hans-Georg Furian, Vorsitzender
Einbringer: Hans-Georg Furian
Beschluss: von der Landessynode am 14. April 2018 bei einer Stimmenthaltung beschlossen.

Sigrun Neuwerth, Präses