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16.7.2018

Kristalle züchten ... Ein spannender Zeitvertreib
Aus der Kita Lindenhof

Violetta Wien

Die Freude am Züchten und Sammeln entdeckte mein Sohn bereits vor einigen Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war an ein eigenes Projekt in der Kita allerdings noch nicht zu denken.

Das änderte sich an dem Tag im November, als beim gemeinsamen Frühstück das Thema "Kristalle" von einem Kind angesprochen wurde.

Die Kinder unterhielten sich, tauschten sich aus und stellten Fragen – nicht jedem war bewusst, was Kristalle sind oder wie diese aussehen. Ich versprach den Kindern, einige Kristalle von meinem Sohn auszuleihen und diese mitzubringen. Dies tat ich auch am nächsten Tag. Zur Vorführung hatte ich einen Bergkristall, einen Amethysten und einen selbst gezüchteten Kristall. Im Morgenkreis konnten die Kristalle genau unter die Lupe genommen werden. Die Kinder untersuchten die Exponate auf viele Weisen – erfühlen und ertasten, gegen das Licht halten oder auch wie eine Muschel an das Ohr halten. Vor allem der selbst gezüchtete Kristall hat die Kinder fasziniert.

Die Begeisterung war geweckt und der Wunsch nach weiteren Kristallen wurde geäußert. Diesen Wunsch wollte ich den Kindern erfüllen. Am nächsten Tag durften die kleinen Forscher weitere Kristalle aus der Sammlung meines Sohnes begutachten. Die Kinder erhielten zusätzlich Ausmalbilder, verschiedenster Kristalle, um ihren eigenen zu kreieren.

Im Gruppenraum wurde ein eigener Bereich geschaffen um die Kristalle und die ausgemalten Bilder auszustellen. Die Kinder hatten somit die Möglichkeit die Stücke zu betrachten, zu verinnerlichen und weitere Fragen zu entwickeln. "Kristalle" waren nun das bestimmende Thema in der "Mäusegruppe", die Kinder wünschten sich einen eigenen Kristall zu züchten.

Der erste Kristall, den wir noch in derselben Woche begonnen haben zu züchten, war ein fluoreszierender Bergkristall aus Kaliumaluminiumsulfat. Bei diesem Experiment war es nicht so einfach alle 16 Kinder, im Alter von 3-6 Jahren, gleichermaßen zu involvieren. Nichtsdestotrotz wurden alle Aufgaben verteilt, wodurch jedes Kind eine wichtige Rolle einnehmen konnte. Diese Aufgaben waren unter anderem das Abwiegen der einzelnen Bestandsteile, das Mischen dieser und nicht zu vergessen das lange intensive Rühren. Das Rühren der einzelnen Bestandteile klingt vielleicht beiläufig und trivial, ist aber eines der wichtigsten Schritte wenn es darum geht einen eigenen Kristall zu züchten. Alle Bestandteile müssen komplett in der Flüssigkeit aufgelöst sein.

Nun kam der schwierigste Teil – das Warten. Das Gefäß mit der wie Wasser wirkenden Flüssigkeit, wurde ebenfalls in unserer Kristall-Ecke positioniert.

Der zweitschwierigste Teil folgte – nicht anfassen.

Nach einigen Tagen war unser erster eigener Kristall fertig. Einen kleinen Rückschlag mussten wir allerdings hinnehmen, der Kristall leuchtete nicht. Woran das lag, wissen wir bis heute nicht – was den persönlichen Erfolg jedes einzelnen allerdings in keinster Weise schmälerte.

Jedes Kind durfte den Kristall für einen Tag bzw. eine Nacht mit nach Hause nehmen. Nun war die Leidenschaft endgültig entfacht, die Kinder hatten nicht genug. Wir suchten nach Möglichkeiten, aus üblichen Haushaltsutensilien Kristalle herzustellen.

Das Projekt "Salzkristall" wurde begonnen. Zur Durchführung benötigten wir lediglich ein Gefäß, Wasser, Salz ohne Zusätze und einen Zahnstocher mit Bindfaden. Die Geduld der kleinen Forscher wurde abermals auf die Probe gestellt, da solch ein Kristall zwischen 10 und 30 Tagen wachsen muss. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, belohnt wurden wir mit einem sternförmigen Salzkristall.

Die Leidenschaft war auch innerhalb dieser langen Wartezeit ungebrochen, Kristalle waren nach wie vor das bestimmende Thema der Kinder.

Selbst die Kleinsten fragten mich, wann ich wieder Kaliumaluminiumsulfat für weitere Kristalle mitbringe. Der Wunsch war ein blauer Kristall. Wir weiteten das Thema auf Edelsteine, z.B. Opale und Bernsteine aus. Einige Kinder brachten Bücher von zu Hause mit, andere eigene Kristalle. Auf Edelstein- und Kristallschautafeln konnten die Kinder die einzelnen Formen und Strukturen vergleichen und diskutieren.

Bevor wir allerdings mit dem blauen Kristall begannen, sollte etwas "Leckeres" her. Zuckerkristalle sollten vorab folgen. Farbe und Geschmack konnte jedes Kind selbst bestimmen.

Jedes Kind konnte somit seinen eigenen Kristall planen, herstellen, beobachten und warten ... Die Belohnung waren nicht nur wunderschöne und einzigartige, sondern auch sehr schmackhafte Kristalle.

Dem Projekt "Blauer Kristall" stand nun nichts mehr im Weg. Hierfür verwendeten wir Kupfersulfat. Das Besondere an diesem Kristall war die Tatsache, dass dieser nach oben gewachsen ist und schlussendlich wie ein kleiner Eisberg aussah. Der Vorteil an Kristallen aus Kupfersulfat ist das schnelle Wachstum, lediglich acht Tage mussten wir warten.

Eine wichtige Frage stand allerdings noch im Raum und musste mit einem weiteren Experiment geklärt werden. Wie groß kann ein Kristall werden?

Der Salzkristall, der diese Frage beantworten soll, wurde am 4. Januar 2018 zubereitet und wächst noch heute. Ziel ist es, die gesamte Flüssigkeit im Gefäß verdunsten zu lassen und das gesamte Salz Kristalle bilden zu lassen. Wir gehen davon aus, dass um die Osterzeit die gesamte Flüssigkeit verdunstet ist.

Das Projekt begann am 28. November und endet am 9. März 2018 mit einem Ausflug in das Naturkundemuseum. Geführt wird dieser von einem "Mineralienexperten" des Museums.

Für diesen besonderen Tag haben sich die Kinder bereits viele Fragen überlegt.

Zum Beispiel: "Wachsen Kristalle auf Bergen oder in Höhlen?" "Wie werden sie im LKW transportiert, da dieser sehr doll wackelt beim Fahren?" oder auch "In welchen Ländern werden Kristalle gefunden?" Ein besonderer Dank gilt meinen Kollegen, die mich bei diesem Projekt auf jede erdenkliche Weise unterstützt haben und meine Spontanität willkommen geheißen haben.

Das größte Lob gilt allerdings den Kindern: Lion, Ole, Levi, Julia, Noah, Sascha, Valentina, Emilia, Harper, Celina, Luna, Nicolas, Bennett, Julian, Lucia und Petar.

Violetta Wien, 5. März 2018

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