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19.8.2018

Erste Praxiserfahrungen – drei Auszubildende im Gespräch
Aus der Kita Petrusheim


Annika


Ali


Sinja

Fotos: privat

Annika (16), Ali (24) und Sinja (16) machen derzeit ihr erstes mehrmonatiges Praktikum in der Kita Petrusheim. Die drei besuchen verschiedene Fachschulen. Auch ihr Weg in den Erzieherberuf ist unterschiedlich:

Während Annika zunächst ihre Fachhochschulreife im Bereich Soziales und Gesundheit erwerben möchte, um dann eine Ausbildung anzuschließen, macht Ali eine klassische dreijährige Vollzeitausbildung. Sinja kombiniert beides im doppelqualifizierenden Bildungsgang ihrer Schule. Innerhalb von vier Jahren möchte sie das Abitur und den Abschluss als Erzieherin erlangen.

Warum möchtet Ihr Erzieherinnen bzw. Erzieher werden?

Annika: Ich habe schon mit 12 Jahren auf die Kinder von Freunden und Nachbarn aufgepasst. Das hat mir immer viel Freude gemacht. Auch meine verschiedenen Schulpraktika habe ich in der Kita absolviert. Die haben meinen Berufswunsch Erzieherin geprägt.

Ali: Ich habe vor ein paar Jahren zunächst eine Ausbildung zum Lageristen begonnen, diese aber nicht abgeschlossen. Schnell habe ich festgestellt, Waren sortieren in der Fabrikhalle, das ist nichts für mich. Ich möchte im sozialen Bereich arbeiten. Kinder sind unsere Zukunft und wenn ich dazu beitragen kann, dass sie selbstbestimmt aufwachsen, dann finde ich das sehr sinnvoll.

Sinja: Ich möchte nach meiner Ausbildung Grundschullehramt studieren. Da finde ich es gut, zu wissen, mit welchen Erfahrungen und aus welchem Betreuungsumfeld die Kinder an die Schule kommen.

Bevor Ihr in Euer erstes Praktikum gestartet seid, hattet Ihr bereits ein paar Wochen Unterricht. Gibt es etwas aus der Theorie, das Ihr im Kita-Alltag praktisch vertiefen möchtet bzw. nehmt Ihr umgekehrt aus dem Praktikum Themen mit in den Unterricht?

Annika: Mir gefällt das Praktikum sehr gut und ich habe dadurch mehr Zutrauen im Umgang mit Kindern und allgemein mehr Selbstbewusstsein gewonnen, das ich jetzt mit in die Schule nehme.

Ali: Wir haben uns in den ersten Schulwochen intensiv mit Entwicklungstheorie beschäftigt. Da gibt es viele Tabellen. Aber jetzt habe ich erlebt, Kinder entwickeln sich ganz individuell in ihrem eigenen Tempo. Wenn ich zurück in der Schule bin, möchte ich gerne lernen, wie ich mit Konflikt-situationen zwischen Kindern richtig umgehe.

Sinja: Auf unserem Stundenplan in Psychologie stand zunächst die Verhaltensforschung. Was fühlt ein Kind, in welcher Situation befindet es sich und wie handelt es? Ich finde es sehr spannend, die Kinder etwa beim Spielen zu beobachten. Wer spielt mit wem und warum?

Welche Erinnerungen habt Ihr an Eure eigene Kita-Zeit?

Annika: Ich war zunächst bei einer Tagesmutter und dann auch in einer evangelischen Kita. Einmal pro Woche gab es eine Andacht, daran erinnere ich mich gerne zurück. Außerdem haben wir viele Ausflüge gemacht. Es war insgesamt eine sehr schöne Zeit, die ich manchmal vermisse.

Ali: Ich erinnere mich nicht gerne an diese Zeit. Es herrschte sehr viel Zwang und es wurde wenig auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingegangen. Beispielsweise mussten alle Kinder, auch die Großen, Mittagsschlaf machen, auch wenn wir nicht müde waren.

Sinja: Wir hatten eine Ecke mit vielen großen Kissen, in der habe ich gerne mit meiner Freundin gespielt. Wir waren dann feine Damen oder Prinzessinnen und tranken Tee. An das Mittagessen habe ich keine so gute Erinnerung. Wir mussten immer aufessen.

Das Gespräch führte

Corina Schukraft-Wadle

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