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16.10.2018

Oikocredit: Wirtschaften für das Leben


Durch Kredite von Oikocredit aufgebaut: Die Firma PEG in Ghana, die Heimsolaranlagen herstellt – Foto: Oikocredit

Viele Menschen fragen sich, wie sie in der heutigen Zeit ihr Geld gut und sinnvoll anlegen können. Das Problembewusstsein ist gestiegen, dass durch manche Geldanlagen Firmen unterstützt werden, die in ethisch zweifelhafter Weise mit dem Geld weiter arbeiten – bis hin zur Unterstützung der Rüstungsindustrie. Wie aber kann eine Wirtschaft funktionieren, die sich nicht nur an der Maxime der eigenen Gewinnoptimierung orientiert, sondern gleichzeitig anderen Menschen zu einem besseren Leben verhilft? Kann mein eigenes Geld konkret mitwirken an einem Modell solidarischer Ökonomie?

Weltweit beteiligen sich heutzutage mehr als 54.000 Privatpersonen und Organisationen an der 1975 gegründeten ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit. Sie verfügen so über eine finanzielle Rücklage, die ethisch und nachhaltig Wirkung erzielt.

Wenn Sie mehr über die Arbeit von Oikocredit und ihre Investitionen wissen wollen, dann ist dies möglich über die Internetseite www.nordost.oikocredit.de oder per Telefon: 68 057 150.

Aktuell werden von Oikocredit gut 800 Partnerorganisationen in rund 70 Ländern mitfinanziert.

Um sich das vorstellen zu können, ein paar Beispiele:

Im landwirtschaftlichen Anbauverband FAPECAFES in Ecuador helfen Kredite von Oikocredit, dass durch den Verband über 1.200 kleinbäuerliche Betriebe u.a. Kaffee, Bananenchips im Fairen Handel absetzen sowie heimische Märkte mit Obst und Gemüse versorgen.

Die Mikrofinanzorganisation ASKI hingegen fördert auf den Philippinen einkommensschwache Menschen in Stadt und Land.

Als drittes Beispiel sei die Firma PEG Ghana genannt, die u.a. durch Kredite von Oikocredit aufgebaut werden konnte. Sie stellt Heimsolaranlagen für die ländliche Bevölkerung in Westafrika her.

Oikocredit unterstützt in diesen Projekten benachteiligte Menschen und Gemeinschaften im globalen Süden mit fairen Krediten und Beratung, um ihnen eigenständige Wege zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen. 31 Regional- und Länderbüros sorgen für eine Begleitung vor Ort, damit das Geld effektiv eingesetzt werden kann. Gleichzeitig ist die soziale Wirksamkeit dabei oberstes Gebot.

Fast die Hälfte der Anlegerinnen und Anleger bei Oikocredit kommt aus Deutschland. Sie beteiligen sich jeweils ab einer Summe von 200 Euro für einen Genossenschaftsanteil. In den zurückliegenden Jahren lag dabei die Dividende bei bis zu 2 % im Jahr.

In unserer Region engagiert sich der Förderkreis Nordost. Er hat derzeit über 1.170 Mitglieder, die mit gut 21,5 Mio. Euro zu Oikocredit beitragen. Unter den Mitgliedern sind etwa 50 Kirchengemeinden. Der Verein ist zudem aktiv in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Karl Hildebrandt (Oikocredit-Nordost)
Björn Sellin-Reschke (bearbeitet)