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20.1.2018

Die neue Bescheidenheit
Neues aus der Holzkirche

von Constantin T. Huth

Die guten Vorsätze sind gefasst, das Jahr ist noch in den Anfängen und sträubt sich noch, richtig los zu starten. Doch es hilft kein Sträuben und Abwarten, die erklärten Vorsätze müssen auch umgesetzt werden.

Warum also nicht gleich damit anfangen? Doch welche guten Vorsätze Sie auch immer gefasst haben, eines sollte noch oben drauf kommen:

Vermeiden Sie unnötigen Müll.

Die Deutschen sind ja bekanntermaßen Weltmeister im Mülltrennen seit der Einführung des DASS-Systems, der gelben Tonne, der Papiertonnen und Glasboxen, auch die Küchenabfälle werden kompostiert oder in die braune Tonne geworfen. Alles recyclebar, alles prima.

Obwohl auch heute noch manch ein Mitmensch die tollsten Begründungen aufbringt, warum es sich nicht lohnt, Müll zu trennen.

An der Holzkirche stehen seit vielen Jahren verschiedene Mülltonnen zum Einsortieren bereit, sogar alte CDs, Korken, verbrauchte Batterien, Handys oder Brillen werden gesammelt. Unsere Erfahrungen sind gut, wenn auch nicht immer ohne Nacharbeit. Viele Nutzer und Besucher beachten unsere Trennungen, sogar Papier und Pappe werden meist gut getrennt. Für uns ein wichtiger pädagogischer Auftrag und gut für die Umwelt, für Kinder und Jugendliche ist das oftmals eine große Herausforderung, wenn zu Hause nie der Müll getrennt wird. Selbst das Material kann manchmal nicht richtig benannt werden, Papier und Pappe ist doch das gleiche, Alufolie und Frischhaltefolie sind doch beide aus Plastik, Batterien verbrennen doch und ähnliches Alltagswissen ist vorhanden. Das Mülltrennungssystem in der Holzkirche hilft dann immer Zusammenhänge zu erklären.

Manchmal zweifel ich beim Blick in unsere Mülltonnen nach einem Kindergeburtstag, ob die Weltmeister der Mülltrennung wirklich in diesem Land zu finden sind. Manch eine Feier strotzte vor buntem und vielem Plastikmüll, Strohhalme natürlich nicht mehr aus Stroh, sondern aus Plastik. Teller, Becher, Löffel, Gabel, Luftballons, Girlanden, Konfetti, Getränke in Einwegflaschen, Geschenkpapier, Chips aus der Tüte und vieles mehr. Alles nach einmaliger Benutzung in die Müllsäcke und ab in den Restmüll.

Einsicht in Mülltrennung, nö. Einsicht in Müllvermeidung auch nicht.

Obwohl wir extra alles abwaschbar und kostenlos für Vermietungen zur Verfügung stellen und dieses auch vermittelt wird, so kommen dann im nachträglichen Gespräch (auch mit den sogenannten "Bildungsbürgern") Aussagen wie: "Ist doch nur einmal im Jahr" und "Wir hatten das doch schon gekauft" und "Ist doch viel praktischer".

Denn in einem sind die Deutschen leider auch ganz vorne: im Müll produzieren …!

Als Konsequenz werden wir mit Beginn des neuen Jahres die Holzkirche nur noch für Veranstaltungen und Geburtstage zur Verfügung stellen, wenn die Mülltrennung, aber auch die Müllvermeidung wirklich umgesetzt werden, d.h. einfach nur unsere Bedingungen akzeptieren und dann doch ignorieren gilt dann nicht. Das ist für uns natürlich mehr Arbeit im Vorgespräch und auch in der Kontrolle, aber wer soll einwirken, wenn nicht Schulen, Kindergärten und auch solche Einrichtungen wie unsere. Es geht nicht um den eigenen finanziellen Gewinn, sondern um die Verhinderung von verschmutzten Meeren, aber auch von vermüllten Städten, es geht um die Gestaltung einer Welt wie wir sie gern erhalten wollen.

Trägheit und Gleichgültigkeit sind da keine guten Berater.

Und es ist gar nicht so schwer:

Gläser oder wiederverwendbare bunte Plastikbecher ersetzen wieder die Einweg-Plastikbecher, Metallbesteck das Plastikbesteck, Mehrweg Pfandflaschen das "Ex und Hopp"-Getränkegut, Tassimo wird nicht mehr gekauft, auch der "coffee to go" gehört nicht mehr in den Einwegbecher, Lebensmittel gibt es auch ohne dreifache Verpackung und auch die Kaffeesahne muss nicht im Einmalbehälter vorrätig sein. Die Möglichkeiten der eigenen Einwirkung sind riesig. Lassen Sie uns Müll vermeiden.

Ist die Einsicht erst gewonnen, dann ist bestimmt auch dieser Weltmeistertitel schon in Reichweite.

Die gebrauchte Kleidung kommt ja sowieso schon zu "Hänsel und Gretel", die ausrangierten Bücher und Fahrräder kommen in die Holzkirche zur FAHRRADWERKSTATT oder den BÜCHERBASAR.

Auch Ihre DIN A4 und DIN A5 Verpackungen vom Interneteinkauf können Sie uns gerne bringen, wir versenden dann unsere Bücher mit ihrer gebrauchten Verpackung. Also auch nicht immer gleich in den Müll mit solchem Wertstoff, denn vieles kann auch mehrfach benutzt werden.

Und hören Sie nicht auf die Bedenkenträger, es lohnt sich immer, etwas für die Umwelt zu tun.

Ihr Constantin T. Huth
für das Team des Holzkirche e.V.