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15.12.2017

1732 – Exulanten in Zehlendorf
Ausstellung im Heimatmuseum Zehlendorf

von Lothar Beckmann


Fritz Neuhaus, König Friedrich-Wilhelm I. Von Preußen begegnet einem Zug Salzburger Exulanten – Foto: gemeinfrei

Unter dem Titel "Salzburger Exulanten in Zehlendorf" zeigt das Heimatmuseum Zehlendorf bis zum 26. Januar eine Sonderausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums. Der konkrete Anlass ist eine mehr zufällige Begegnung von König Friedrich Wilhelm I., der auf dem Weg von Potsdam nach Berlin war, mit einem Zug der Salzburger Exulanten. Der Ort ihres Zusammentreffens am 25. Juni 1732 war die Chaussee nach Berlin, etwa in Höhe der späteren Hubertshäuser. Eine Tafel an der Mauer des Kirchhofs an der Alten Dorfkirche erinnert an das historische Treffen.

Zur Reformationsgeschichte:

Salzburger Exulanten in Zehlendorf

Heimatmuseum Zehlendorf
Clayallee 355
Ausstellung endet am 26. Januar 2018
Mo, Do: 10-18 Uhr Di, Fr: 10-14 Uhr
Der Eintritt ist frei
Gefördert durch das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf

Die Exulanten waren am 15. Januar 1732 in Salzburg gestartet und zogen durch Sachsen und Brandenburg. Im Juni 1732 gelangte der Zug in das Kurfürstentum Sachsen und machte sich auf den Weg Richtung Belzig, das damals noch zu Sachsen gehörte. Dort rasteten sie für zwei Tage. Ihr Gepäck wurde auf dem Markt deponiert und von einer Soldaten- und Bürgerwache bewacht.

Am 23. Juni 1732 zog der Treck der Salzburger weiter Richtung Brandenburg. Einen Tag später erreichte die Gruppe, die 800 Personen umfasste, Potsdam. Sie versammelten sich im Garten des Stadtschlosses. Für einen Tag wurde hier Pause gemacht.

Dann kam es auf dem Weg von Potsdam nach Berlin zu der Begegnung mit König Friedrich Wilhelm I. Für die vier Meilen bis Berlin brauchte der Treck etwa sechs Stunden. Vor dem Einzug in die Stadt wartete der Zug im Tiergarten und vereinigte sich hier mit einer zweiten Kolonne. Gemeinsam wurden 1.254 Personen durch Berlin in die Königsvorstadt geführt.

Nach einem fünftägigen Aufenthalt in Berlin verließ eine Gruppe von 600 Salzburgern am 30. Juni 1732 Berlin, um über Bernau und Angermünde nach Stettin zu ziehen. Mit fünf Schiffen ging es weiter nach Königsberg in Ostpreußen.

Mehr über die Geschichte der Salzburger, über die Gründe, weshalb sie ihre Heimat verlassen mussten und sich in Ostpreußen ansiedelten, erfahren Interessierte aus dem "Zehlendorfer Heimatbrief", Nr. 2/2017. Er ist für 2 Euro im Heimatmuseum Zehlendorf erhältlich. Der Eintritt in die Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Steglitz-Zehlendorf gezeigt wird, ist frei.

Lothar Beckmann ist Mitglied im Heimatverein Zehlendorf und dort tätig als Schriftführer und Redakteur.