ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.5.2019

Oppurg
Rückblick auf die Seniorenreise

von Pfarrer Roland Wicher

Foto: Karin Reuter

Eine Premiere war die Reise nach Oppurg für mich. Eine Woche konnte ich zur Gruppe stoßen, die im Juli vierzehn Tage auf dem Barockschloss des Christlichen Jugenddorfwerks in Thüringen zubrachte. Eine Zeit, die ich nicht nur sehr genossen habe. Zugleich bin ich beeindruckt, wie Gisela Meyer, Runhilt Dalmann und Karin Reuter für die Gruppe der 24 Mitreisenden ein "Rundum-Sorglos-Paket" organisierten. Auf alle wurde geachtet, mit ausgewogenem Ausflugsprogramm und Angeboten, einer gut durchdachten Tagesstruktur und liebevoller Aufmerksamkeit auf die Stimmung in der Gruppe, die Bedürfnisse Einzelner und auch manche gesundheitliche Befindlichkeit.

Allein die Unterkunft ist etwas Besonderes. Das Barockschloss aus dem frühen 18. Jahrhundert, im Rokoko noch einmal umgebaut und reich verziert ist gleichsam ein bewohnbares Museum. Modern sind Einrichtung und Mobiliar, baulich ist es aber mit viel Einsatz erhalten worden. Umgeben von einem Wassergraben und Parkanlagen mit mächtigen alten Bäumen, einem efeubewachsenen mittelalterlichen Turm, dem einzigen verbliebenden Teil der mittelalterlichen Burg, prächtigen Sälen mit Ausmalungen aus dem Barock und üppiger Stuckatur, sie bieten bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit einen schönen Rahmen. Die Küche ist wunderbar, liebevoll und eher ein bisschen zu üppig..., man kommt manchmal aus dem Schlemmen nicht mehr raus. Hochengagiert kümmert sich das Team im Haus um alle Bedürfnisse.

Am Samstag kam die Gruppe mittags an, und wurde mit einem Getränk und Erdbeerkuchen im Rokokosaal begrüßt. Am Sonntag feierten wir Gottesdienst im Nachbardorf Kolba, wohin wir an reifen Kornfeldern entlang spazierten. Pfarrer Winfried Stötzner hielt eine sommerliche Predigt über das Lied "Befiehl Du Deine Wege".

Jeden zweiten Tag wurde ein Ausflug organisiert. Wir fuhren nach Bad Klosterlausnitz, wo uns der Ortspfarrer von der bewegten Geschichte der Klosterkirche des Frauenordens der Augustinerinnen, seiner Gründung und Erweiterung im 12. Jahrhundert, starken Nonnen und Äbtissinen, Rückbau nach der Reformation und schließlich die prachtvolle Rekonstruktion im 19. Jahrhundert durch den Schüler Schinkels Ferdinand von Quast. Auch die theologische Bedeutung des Baus stellte er lebendig dar. Schließlich berichtete er von den Anstrengungen, den Bau in den vergangenen Jahren zu restaurieren. Anschließend fuhr die Gruppe zum Kaffee in das Traditionslokal "Kanone", vor dem eine wohl napoleonische Kanone zu bewundern ist.

Auch der Ausflug nach Pößneck, an dem auf Grund der steilen Straßen und des etwas sportlichen Fußmarschs durch die Stadt nicht alle teilnahmen, war ein unerwarteter Höhepunkt. Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte des Ortes stellte der außerordentlich informierte Stadtführer ebenso dar wie die beeindruckende Geschichte der Entstehung lokaler Industrien, die dem Ort bis heute die wirtschaftliche Grundlage verschafft. Die wichtigsten Zweige waren früher und sind teils bis heute Tuchmacherei, Porzellanmanufaktur, Buchdruck und die Pralinenfabrik Berggold, die unter anderem die beliebten Geleebananen herstellt. Eindrucksvoller Abschluss war die Besichtigung eines noch erhaltenen Bergwerksstollens nicht weit der Altstadt. Etwa drei Stunden dauerte die Tour, und der junge Mann hätte problemlos noch deutlich länger vortragen können.

Der eigentliche Wert der Reise bestand, so schön das alles war, in den Begegnungen mit den Mitreisenden. Die Gespräche bei Spaziergängen oder am Esstisch waren besonders wertvoll. Ich lernte interessante Menschen aus unserer Gemeinde kennen und führte viele gute, dichte Gespräche. Auch Einblicke in die Geschichte der beiden Gemeinden habe ich so gewonnen, und bin dankbar für das gute Miteinander und eine schöne Zeit bei der Gruppe, die danach noch eine weitere Woche im Schloss residierte, und unter anderem Erfurt besuchte.