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21.8.2017

"Tanze mit mir in den Himmel hinein"
Streifzug durch die Gemeinde

von Kerstin Littschwager

Sie alle kennen die Rückseite unseres Gemeindebriefs "Der Schlüssel". Hier findet einiges von dem Erwähnung, was unsere lebendige Gemeinde zu bieten hat. Ich habe die Gruppen besucht und möchte sie in den nächsten Ausgaben kurz vorstellen. Heute stellen sich zwei Tanzgruppen vor: "Treff 60 plus: Seniorentanz" und der "Tanzkurs für Erwachsene".

Treff 60 PLUS: Seniorentanz

Mi 9.30-11 Uhr
Im Gemeindehaus Ostpreußendamm
Leiterin: Mechthild Spors-Weinmann

20 bis 30 Senioren treffen sich mittwochs um 9.30 Uhr im großen Saal im Gemeindehaus Ostpreußendamm.

1985 hat Mechthild Spors-Weinmann als Teilnehmerin in diesem Kurs angefangen. 1990 hat sie ihn übernommen und wurde von der Mittänzerin zur Leiterin, "damit der Kurs weitergeht, der mir so am Herzen liegt." Einiges lernt sie autodidaktisch, anderes erfährt sie bei Fortbildungen des Seniorentanzvereins.

Getanzt wird zu Folklore aus Serbien, Kroatien und Rumänien, aber auch bekannten Volksliedern und Walzerklängen. Die Formationen gehen von Paartanz, über Kreistanz, Line- und Squaredance. Niemand "klebt" dabei 90 Minuten am gleichen Partner fest. Es gibt Partnerwechsel, viel Nähe, aber auch Abstand.

Demografisch ergibt sich – wie in vielen anderen Seniorenangeboten – ein Frauenüberschuss. Einige der wenigen Herren sind mit ihren Ehefrauen hier. Es tanzen daher auch Frauen den Herrenschritt. So wurde ich bei meinem Besuch schnell vom Beobachter zum Mittänzer. Und stellte nach 40 Minuten fest, dass ich die Pause dringender brauchte als die angeblich "alten" Leute zwischen 70 und 93 Jahren, denn auch wenn es hier gemäßigten Schrittes zugeht, war ich gut gefordert.

Voller Überschwang und Begeisterung erzählen mir die Tänzer immer wieder die verschiedenen Gründe für ihre Teilnahme. Eine Frau kommt nach ihrem Umzug extra wieder aus Rudow angereist, um in Lichterfelde "in dieser wunderbaren Atmosphäre" unter Freunden zu tanzen. "Tanzen ist was fürs Gedächtnis" und den ganzen Körper, beugt ein wenig der Demenz vor, weil alle Sinne involviert sind. Schrittfolgen und Melodien gehen ins Unterbewusstsein. Für Depressionen ist hier auch kein Platz. Die schönste Begründung ist wohl: "Mensch lerne tanzen, damit die Engel im Himmel was mit dir anfangen können."

Die Leitung von Frau Spors-Weinmann wird als fordernd, aber nicht streng, freundlich, kompetent und nicht verärgernd empfunden. Alle lachen gerne miteinander und freuen sich immer wieder auf die nächste Woche.

Gelegentlich wird mal 1 € für Blumen und Geburtstagskarten gesammelt, ansonsten ist das Angebot kostenlos.

Tanzkurs für Erwachsene

Di und Fr 19 bis 20.30 und 20.30-22 Uhr
Gemeindehaus Ostpreußendamm
Leiterin: Frau Lachmann

Seit 1978 bietet die gelernte Tanzlehrerin Frau Lachmann im Gemeindehaus Tanzkurse an. Da alle Paare schon länger als 3 Jahre dabei sind, gibt es derzeit keine Anfängerkurse mehr, sondern drei Kurse für Fortgeschrittene, die "mal kurz" ihr Tanzschulwissen auffrischen wollten und dann geblieben sind. Die wirklichen "Cracks" treffen sich seit über 35 Jahren am Freitagabend.

Es passen bis zu 28 Paare in den Saal, derzeit sind es ca. 10 Paare pro Kurs.

Von den Beteiligten erfahre ich in der Pause nach 40 Minuten, wie viel Spaß es macht, den Körper und Geist – "vorbeugend gegen Alzheimer" – zu trainieren. Einhellig heißt es begeistert: "Weil Frau Lachmann so geduldig und gut erklärt, bis auch der Letzte die neuen Figuren versteht." Hier herrscht auch nicht so ein strenger Ton "wie damals in der Tanzschule". "Das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt": 92 € pro Paar für 10 x 90 Minuten voller Spaß und Energie. In jedem Durchgang werden zwei bis drei kostenlose Tanzabende angeboten, um das Gelernte anzuwenden und zu vertiefen.

Wenn Sie Lust und einen Partner haben, schauen Sie mal vorbei. Einige kommen auch aus anderen Bezirken herbei, weil ihnen Bekannte und Freunde erzählt haben, dass man hier so herzhaft miteinander, nicht über einander lachen kann.

"Wir wollen auch so lange tanzen wie Frau Lachmann" war man sich einig.

Kerstin Littschwager