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22.7.2019

Mit Bike und Buch hinaus ins Grüne / 20 Jahre Der Bücherbasar
Neues aus der Holzkirche

von Constantin T. Huth & Dogan Yildiz

Foto: Constantin Huth

Im Februar 1997 haben wir in der Petruskirche unseren ersten großen Bücherbasar veranstaltet.

Damals gab es auch noch keinen Verein Holzkirche und die Holzkirche war gerade erst durch eine Brandstiftung zur Hälfte abgebrannt. Es ging um neue Ideen und Orientierungen für die Zukunft der Einrichtung, für das Selbstverständnis der Offenen Jugendarbeit, für die Jugendlichen und für die Mitarbeiter. Zuerst lagen die gespendeten Bücher nur grob sortiert, in Pappkartons, nur so für das Suchen nebenbei, nach dem Frühstück in der Winterkirche oder nach dem Einkauf auf dem Markt. Später wurden sie in den bekannten farbigen Brot- und Fleischkisten sortiert um die Fachbereiche deutlich zu machen. Jeder Bereich hatte seine Farbe und die Suche wurde ein wenig leichter bei der Masse der angebotenen Bücher.

Niemand hätte gedacht, dass dank dieser ersten Idee der Bücherbasar in der Petruskirche bis 2008 regelmäßig alle zwei Monate stattfinden würde. Hinzu kamen dann sogar noch etliche Weihnachtsbasare mit zusätzlichem Aufwand und vielen neuen Besuchern. Erfreulicherweise hatte sich trotz abgelegener Lage auch der ständige Laden des Bücherbasars in der Holzkirche etabliert und dieser ist nun immer jeden Mittwoch und Donnerstag von 15-19 Uhr geöffnet. lm Oktober 2010 fand dann der letzte große Bücherbasar statt. Einige alte Bekannte von damals fragen allerdings immer noch, ob es nicht doch noch wieder den Basar in der Kirche geben wird. Ich glaube nicht, wer würde heute noch den riesigen Aufwand betreiben, den Aufbau, das Vorsortieren und den eiligen Abbau mit den vielen Jugendlichen und ihrer großen Energie. Da ist es im Laden doch sehr viel überschaubarer, hier kann auch einmal die Arbeit um das Buch liegen bleiben und niemanden stört das. Bei den vielen Stapeln fällt der liegengebliebene Stapel nicht auf, er wirkt wie ein Teil des Ganzen.

Natürlich ist auch hier der Arbeitsaufwand stark angestiegen. Da niemand gerne Bücher wegschmeißt, nutzen immer mehr Menschen die Chance ihre Spende hier abzugeben. Wir sortieren, taxieren und hoffen zu verkaufen, um unsere Betriebskosten der Einrichtung selber zu erwirtschaften und nicht nur auf Zuwendungen angewiesen zu sein. Und so hoffen wir, dass noch viele analoge Bücher durch unseren Laden wandern, bevor die E-Books völlig das Rennen gewinnen.

12 Jahre Die Fahrradwerkstatt

Foto: Constantin Huth

Im März 2005 startete mit dem Diakonischen Werk für ein Jahr die berlinweite Aktion "Rad statt ratlos", wobei in mehreren Fahrradwerkstätten gespendete Fahrräder für Bedürftige repariert und ausgegeben wurden. Die Fahrradwerkstatt der Holzkirche war bis dahin eine kleine Schrauberecke in unserer Werkstatt, zur Selbsthilfe für Kinder und Jugendliche. Nun arbeiteten plötzlich fünf volle Mitarbeiter im Projekt und das allein zu den Problemen rund um die Fahrrad-technik. Ganz neben etlichen Auftragsreparaturen wurden so auch mehrere hundert Fahrräder ausgegeben.

Das Projekt mit dem DW war ein toller Erfolg, endete allerdings wirklich nach einem Jahr. Wir beendeten unsere Werkstatt und ihr Angebot bis heute nicht und die anhaltende Nachfrage zeigt den Bedarf an günstigen Fahrrädern weiterhin.

Auch heute kommen noch Menschen zu uns, die nach langer Zeit von dem Projekt gehört haben, einen alten Flyer dabeihaben und gerne ein Fahrrad erhalten würden oder nun ihr altes Bike von damals gegen ein besseres eintauschen wollen. Natürlich ist das möglich, wenn auch meist nicht gleich und hoppla, da mittlerweile nicht mehr wie damals so viele Helfer und Mitarbeiter in der Werkstatt arbeiten. Nun sind wir eine der letzten gemeinnützigen Fahrradwerkstätten überhaupt und somit kommen auch Personen aus Lichtenberg und Pankow, teilweise geschickt vom Job Center, vom Diakonischen Werk oder wegen eines Tipps eines anderen zufriedenen Fahrradfahrers.

Würden Sie uns bei der Mammutaufgabe helfen, könnten sicherlich noch mehr Wünsche erfüllt werden. Wir benötigen jede Hilfe beim Reparieren, Auseinanderschrauben oder Spendenentgegennahme und Verkauf. Zur Zeit haben wir leider eingeschränkte Angebotszeiten und können weniger Reparaturen annehmen. Dank Ihrer Unterstützung könnten wir schnell wieder unser Regelangebot eröffnen.

Kommen Sie vorbei und arbeiten Sie in der Fahrradwerkstatt oder dem Bücherbasar mit.

Das Wetter wird bestimmt besser und dann geht's für alle los mit Bike und Buch hinaus ins Grüne.

Für das Team des Holzkirche e.V.

Ihr Constantin T. Huth (Der Büchermann) und
Ihr Dogan Yildiz (Der Fahrradmann)

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