ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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18.3.2019

Passionszeit: Sieben Wochen anders leben!
Reformation

Traditionell sind die sieben Wochen vor dem Osterfest, die Passionszeit, eine Kirchenjahreszeit, in der wir uns und unser Leben kritisch hinterfragen sollen. Die Bezeichnung "Bußzeit" wird heute kaum noch verwendet. Zu schnell verbinden wir mit dem Wort "Buße" das Verbieten von jeglicher Lebensfreude und die Angst, in Selbstzermürbung verfallen zu müssen.

Doch es geht auch anders! Denn eigentlich steckt ja hinter dem Gedanken einer kritischen Selbsthinterfragung, dass wir klarer erkennen: welche bisherigen Gewohnheiten tun mir eigentlich selbst nicht gut? Was möchte ich davon ablegen und loswerden? Und welche neuen Lebensmöglichkeiten eröffnen sich mir dadurch?

In diesem Jahr laden zwei verschiedene Aktionen dazu ein, die Passionszeit von Aschermittwoch (1. März) bis Ostersonntag (16. April) bewusst zu begehen.


Foto: GEP

Augenblick mal! Sieben Wochen ohne sofort!...

so lautet das diesjährige Motto der seit über 30 Jahren jährlich stattfindenden Aktion "Sieben Wochen ohne..."

In diesem Jahr sind wir dazu eingeladen, innezuhalten und durchzuatmen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir zunehmend glauben, immer erreichbar sein zu müssen. Jederzeit kann uns eine SMS oder das Klingeln des Handys aus unserer Beschäftigung herausholen. Meistens haben wir das Gefühl, sofort antworten zu müssen. Und oft erleben wir uns als Getriebene unserer eigenen Ungeduld.

"Sieben Wochen ohne sofort" lädt uns ein, uns selbst in diesem Trend zu hinterfragen. Und uns zu erlauben, eine andere Umgehensweise auszuprobieren.

Zu einer anderen Fastenaktion lädt in diesem Jahr die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit sechs weiteren Landeskirchen ein. Es ist die Aktion: Sieben Fastenwochen für Klimaschutz- und Klimagerechtigkeit:


Foto: Klimafasten.de

"So viel du brauchst"

Unser Lebensstil fordert mehr von der Natur, als sie verkraften kann. Nahrungsmittelverschwendung und Wegwerfkultur prägen unser Leben. Unser Lebenswandel hat dabei nicht nur Folgen für unsere unmittelbare Umgebung, sondern andere Menschen in großer Entfernung sind ebenso betroffen: sei es, weil sie unsere Konsumgüter produzieren oder die von uns verbrauchten Rohstoffe abbauen oder schließlich Leidtragende des Klimawandels sind.

Die Fastenaktion lädt dazu ein, sich Woche für Woche einem anderen Schwerpunkt zu widmen:

"Wie kann ich achtsamer kochen und mit Lebensmitteln umgehen?", so heißt die Leitfrage für eine der sieben Wochen.

"Welche anderen Möglichkeiten gibt es, unterwegs zu sein?", hinterfragt mich ein weiteres Wochenthema.

In einer Broschüre werden Anregungen für jede einzelne Woche gegeben. Diese Broschüre ist zu finden auf der Internetseite unserer Landeskirche: www.ekbo.de/klimafasten.

Und vielleicht tauschen wir uns ja am Ende der Fastenzeit, zum Osterfest, darüber aus, welche verschiedenen Erfahrungen wir mit der einen oder anderen Aktion gemacht haben.

Björn Sellin-Reschke