Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.9.2019

Die Fahrradwerkstatt
Streifzug durch die Gemeinde, Teil 4

von Kerstin Littschwager


Foto: mediaray

Sie alle kennen die Rückseite unseres Gemeindebriefs "Der Schlüssel". Hier findet einiges von dem Erwähnung, was unsere lebendige Gemeinde zu bieten hat. Ich habe die Gruppen besucht und möchte sie in den nächsten Ausgaben kurz vorstellen.

Heute stellt sich unsere Fahrradwerkstatt vor. Sie befindet sich im Keller des Gemeindehauses Parallelstraße und ist einmal wöchentlich, freitags von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

Letzten Frühling: "Mein Fahrrad könnte mal wieder aufgehübscht werden, also geh ich mal in die Fahrradwerkstatt." Der Eingang befindet sich linker Hand im Keller des Gemeindehauses Parallelstraße.

Bereits 1985 wurde diese Fahrradwerkstatt vom damaligen Konfi Martin Lünemann gegründet. Heute wird sie von Freddie, Dominik und Marian betrieben. Alle drei wurden jeweils im Rahmen des Konfirmanden-Unterrichts von Pfarrer i.R. Lutz Poetter zu einem Praktikum „verdonnert“ und sind seitdem hängengeblieben. Buchhaltung, Mechanik und Elektrik haben sie entweder von der vorherigen Generation gelernt, sich angelesen oder selber beigebracht. Zu ihrem Arbeitsfeld gehören: Reifen aufpumpen, Bremshebel einstellen, Ketten nachziehen, Schutzbleche begradigen, Dynamos einstellen, bis zu fünf Speichen ersetzen (darüber hinaus lohnt ein Neukauf), Sattel und Sattelstützen einstellen, Gangschaltungen (egal ob Ketten- oder Nabenschaltung) prüfen, Schläuche und Mäntel flicken oder austauschen inkl. zentrieren. Wegen der Verletzungsgefahr und der hartnäckigen Verschmutzungen wird mit Handschuhen gearbeitet.

Die Fahrradwerkstatt finanziert sich ausschließlich über Spenden. Über die inzwischen 25 Jahre hat sich eine ansehnliche Sammlung von gutem Werkzeug und gängigen Ersatzteilen für Renn-, Kinder-, Damen-, BMX- und Schweizer Militär-Fahrräder und City-Bikes ergeben: Dynamo, Ketten, Schläuche, Bremsblöcke. Arbeitsstunden werden nicht abgerechnet, nur die Materialkosten. Spezielle Teile werden meistens im "Radhaus" am S-Bahnhof Osdorfer Straße gekauft.

Da die Fahrradwerkstatt neben Schule, Studium und Beruf betrieben wird, gibt es nur die sehr beschränkten Öffnungszeiten von zwei Stunden, in denen man an 50 Freitagen im Jahr sein Fahrrad zur Reparatur oder Durchsicht abgeben kann. Alle drei sind auch sehr stolz auf ihre Leistung, dass niemand länger als 2 Wochen – also maximal 4 Stunden – warten muss. Da steht mein Auto länger in der teuren Fachwerkstatt…

Werbung braucht die gut besuchte Werkstatt eigentlich nicht mehr, daher nur mein Lob für die schnelle, saubere, gute, kompetente und günstige Arbeit.

Im Winter mussten die Jungs einen herben Rückschlag erleiden, denn ein Unbekannter räumte ihre Kasse aus.

Hinweis für interessierte Jugendliche: ehrenamtliches Engagement kommt im Lebenslauf bei zukünftigen Arbeitgebern gut an.

Warten Sie nicht bis zum Frühling, die drei engagierten jungen Männer sind auch im Winter da, damit wir alle im Frühling gut aufsatteln können.

Kerstin Littschwager

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