ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Januar 2017

21.5.2019

Aufbruch 2017
Neues aus der Holzkirche

von Constantin T. Huth

Foto: Constantin Huth

Hallo neues Jahr, du hast Fahrt aufgenommen, noch etwas behäbig, aber bereits in Bewegung. Und wir alle machen natürlich brav mit, liegen nicht wie die Bären wir im Winterschlaf, sondern sind immer in Bewegung, da wir sonst frieren würden, so ohne Fell und dicker Speckschicht.

So geht es auch unserem Gehirn, ohne Bewegung dämmert es nur so vor sich hin. Um also wacher zu werden setzen wir uns Ziele, wir machen Pläne, die wir mehrfach auch über den Haufen werfen und verändern, aber die Gehirnzellen sind in Bewegung, dafür sind sie da, warmgelaufen gute Ideen und Gedanken zu produzieren. Und diese dann mit anderen Menschen teilen, so geht’s wie immer durch die graue Jahreszeit.

So planen wir also auch für dieses Jahr überschaubare Aktionen, die auch wirklich einen Nachhall haben sollen.

Unter anderem wollen wir in unserer Einrichtung zusammen mit der Familienbildung und der Flüchtlingsarbeit des Kirchenkreises ein Kreativ-Projekt mit jugendlichen Flüchtlingen und Berliner Jugendlichen umsetzen. Natürlich wird es weiterhin DIE FAHRRADWERKSTATT und den BÜCHERBASAR geben, auch unsere DANCEMASTERS DANCESCHOOL hat ihren weiteren festen Platz in den Räumen der Holzkirche, das Martinsfeuer, unsere Zusammenarbeit mit den Schulen und Kitas wird natürlich nicht verändert. Alle unsere Angebote bleiben an ihren Plätzen, doch gern würden wir noch zusätzlich YOGA anbieten, (wer dieses anbieten kann und möchte, bitte einfach bei uns melden). Und dann naht ja auch noch der Kirchentag, zu dem wir natürlich besonders herausgefordert sind.

Bewährtes erhalten und Neues gestalten, das ist der jahrelange Kunstgriff. Aber richtig Neues erfinden, dabei immer wieder nachhaltig und innovativ zu sein, so wie es mittlerweile alle Projektanträge verlangen ist nicht so leicht. So sitze ich wie jedes Jahr vor einem solchen Antrag und versuche alle Bedingungen zu erfüllen. Für alle da sein, niemanden ausgrenzen und niemals auf fremden Füssen stehen um abschließend von allen Seiten gelobt zu werden, ein Spagat zwischen hohem Anspruch und Machbarkeit.

Was ist Nachhaltigkeit? Ist der morgendliche Schritt vor die Haustür nicht immer wieder neu innovativ? Ist die Jugend nachhaltig oder nur mit einem langen Nachhall? Ist eine Schulbildung zeitlos? Ist eine Ausbildung etwas Bleibendes oder nur ein weiterer Schritt zum Gelderwerb und Arbeitsleben. Was ist am Gelderwerb nachhaltig, wo das Geld doch so flüchtig ist?

Ein fester Arbeitsplatz ist sicher toll und ein erstrebenswertes Ziel, klares Einkommen, überschaubare Rahmenbedingungen, Urlaub und Arbeitszeitenregelung, nur gleichzeitig auch mit einer anderen Seite. Oft ist nicht nur die Fahrt zur Arbeit ein Aufenthalt in tiefen Spurrinnen, für viele Menschen eben nicht mehr so richtig innovativ.

Wie ist es möglich aus einem solchen Gefüge heraus neue Arbeitsfelder kennenzulernen und neue Ideen und Gefühle zu wecken oder anders die Frage: Welche Angestellten oder auch Selbstständige können noch ein Praktikum in einem ganz anderen Lebens- und Arbeitsfeld machen?

Schüleraustausch zwischen Ländern kennen wir alle, haben vielleicht sogar damit eigene Erfahrungen sammeln können, die nun im Erinnerungszimmer eingelagert sind oder Schulpraktika hier und da, um dann doch etwas anderes zu erlernen. Einfach um den Horizont zu erweitern.

Warum nicht, so wie es der Bundesfreiwilligendienst vorsieht, in jedem Alter ein freiwilliges soziales Jahr machen? Ein drei Wochen Praktikum woanders? Ein Ringtausch auf Zeit. Oder Auszeit nehmen um Fremdes zu erleben und doch nicht von Arbeitslosigkeit bedroht zu werden. Sicherheit und Innovation, Neues, Kreatives eben, für eine bestimmte Zeit neue Nachhaltigkeit und Nachhall schaffen. Und das nicht nur als jugendlicher Mensch, sondern auch für alle Menschen von 50+ & Co.

Warum werde ich mit 55 Jahren noch auf der Stelle des Jugendarbeiters bezahlt und nicht eher als Berater für altersunabhängige Lebensfragen? Weil ich so jugendlich bin mit meinen altersgemäßen Zipperlein? Weil meine Gesprächspartner alle jugendlich sind? Nein, nein, wahrscheinlich, weil die Eingruppierung nicht flexibel und innovativ ist. Aber irgendwann heißt es dann, dass der Mitarbeiter für Jugendarbeit in die Rente geht und das klingt für mich merkwürdig. Doch bis dahin glaube ich an immer währenden Aufbruch und immer neue Ideen. Einfach mal die Gedanken befreien und den Körper, bei allen Verschleißerscheinungen, mitnehmen auf die Reise. Einfach Fragen stellen an das Leben. Dinge tun, die Erwachsene meist nicht mal mehr versuchen.

Mal sehen ob mein Antrag positiv beschieden wird.

Wir suchen also ein (Gedanken-) Modell zur eigenen Arbeitsplatzerweiterung. Wer sich auch selbst im Umbruch befindet und sich angesprochen fühlt und einen Austausch sucht kann gerne vorbeikommen zu unserer wöchentlichen Tee-RUNDE nicht nur zum Thema Aufbruch.

Auch 2017 jeden Mittwoch um 19 Uhr im Foyer des Kinder-Jugend-Projekthauses Holzkirche.

Also komm nur vorbei neues Jahr, wir brechen gemeinsam auf …

Ihr Constantin T. Huth und das Team des Holzkirche e.V.

zum Seitenanfang

Lesen Sie zu diesem Thema auch: