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22.7.2019

Myanmar: Was zählt, ist der Mensch
Brot für die Welt – Projektbeispiel

Länder-Info Myanmar

Myanmar grenzt an Thailand, Laos, China, Bangladesch, Indien und den Indischen Ozean. Rangun, die größte Stadt des Landes, war bis 2005 auch Hauptstadt, seitdem ist es Naypyidaw. Die Bevölkerung Myanmars setzt sich aus mehr als 130 ethnischen Gruppen zusammen. Amtssprache ist Burmesisch. Die am weitesten verbreitete Religion des Landes ist der Buddhismus, rund sechs Prozent der Menschen bekennen sich zum Christentum.

1885 wurde Myanmar von Großbritannien besetzt und Teil von Britisch-Indien. Während des Zweiten Weltkriegs besetzte Japan das Land, 1948 wurde es unabhängig. Auf eine demokratische Phase folgte ab 1962 eine sozialistische Herrschaft und ab 1988 eine Militärdiktatur. Der Demokratisierungsprozess der letzten Jahre führte zu einer langsamen Öffnung, seit 2008 gilt eine neue Verfassung. 2010 wurde die langjährige Kämpferin für Demokratie Aung San Suu Kyi aus ihrem Hausarrest entlassen. Seit 2016 ist die Partei der Friedensnobelpreisträgerin an der Regierung.

In dem Jahrzehnte lang hermetisch abgeriegelten Myanmar ist die Armut groß, die Gesundheitsversorgung völlig unzureichend.

Die methodistische Wesley-Klinik bietet Kranken eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Diese ist auch für arme Menschen erschwinglich. Ngun Neih Tlem ist eine von ihnen: An einem kalten Januarmorgen sitzt die zierliche Frau auf dem Bett ihres Einzelzimmers und wartet auf die Visite. Obwohl sie eine wärmende Bettdecke über den Beinen und dicke Wollsocken an den Füßen hat, fröstelt sie ein wenig. Die kühle Januarluft dringt durch die Fensterritzen.

Nachdem Dr. Tin Tun die Patientin abgehört hat, erklärt er ihr, dass sie auf dem Weg der Besserung sei: "Noch ein paar Tage, dann dürfen Sie nach Hause." Ngun Neih Tlem ist sichtlich erleichtert. Vor einigen Wochen hatte sie sich bei der Pflege ihrer kranken Schwiegermutter mit Tuberkulose angesteckt. Die Übertragung erfolgte durch Tröpfcheninfektion. Damit sie keine weiteren Personen infiziert, hat man ihr im Krankenhaus eingeschärft, niemandem zu nahe zu kommen und penibel auf Hygiene zu achten.

Tuberkulose ist in Myanmar immer noch weit verbreitet. Mehr als 150 Mal wird die gefährliche Krankheit durchschnittlich pro Jahr in der Wesley-Klinik diagnostiziert.

Das methodistische Krankenhaus in der Kleinstadt Kaleymo verfügt über mehr als 100 Betten; 11 Ärzte und 24 Krankenschwestern kümmern sich um das Wohl der Patientinnen und Patienten. Sie behandeln vor allem Krankheiten wie TBC, Malaria, Dengue-Fieber, Hepatitis sowie Magen-Darm-Erkrankungen.

Patientinnen und Patienten, die die Kosten für Krankenhausaufenthalt und Medikamente nicht selbst zahlen können, erhalten in der Wesley-Klinik Unterstützung aus einem eigens eingerichteten Hilfsfonds – denn in Myanmar gibt es keine Krankenversicherung. Gespeist wird der Fonds aus Einnahmen, die die Klinik durch den Betrieb eines Internet-Cafés und den Verkauf von gefiltertem Wasser erzielt. Im vergangenen Jahr wurden knapp 6.000 Euro aus dem Fonds ausgezahlt. Damit konnte fast 300 Menschen geholfen werden.

Bis es in Myanmar eine zufriedenstellende staatliche Gesundheitsversorgung gibt, wird es in jedem Fall noch dauern. Die Wesley-Klinik zeigt schon einmal, wie es geht: Dank der Unterstützung von Brot für die Welt und der methodistischen Kirche können notwendige Operationen innerhalb von 24 Stunden durchgeführt, ausgestellte Rezepte noch im Krankenhaus eingelöst werden.

Und nicht zuletzt steht der Mensch hier im Mittelpunkt: "Alle Schwestern und Ärzte sind sehr herzlich und freundlich", erklärt eine junge Patientin, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hat. "Wenn man etwas braucht, ist immer jemand da."

Sie können Ihre Spende in allen Weihnachtsgottesdiensten in die Kollekte geben oder direkt überweisen auf das Spendenkonto

Brot für die Welt
(500 500 500, BLZ: 1006 1006)
IBAN: DE101006 10060 500500500
Bank für Kirche und Diakonie

Fotos: Brot für die Welt