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19.7.2019

Unsere Kindergartenkinder erleben Ton
Aus der Kita Lindenhof

Ursel Hentschel


Foto: privat

"Igitt, wie sich das anfühlt!" war die erste Reaktion der Kinder aus der Tanzmausgruppe als das Projekt einer Kollegin mit dem Material Ton begann. Sie war durchaus überrascht über diese Reaktion, zumal die Kinder ja durch unser naturnahes Außengelände mit Sand und Matsch und Erde in Berührung kommen. Aber Ton war ein neues, für viele Kinder ein noch unbekanntes Material. Ausgehend von unserer derzeitigen Situation, dass die Kinder täglich erleben und sehen wie an unseren Kitahäusern gebaut wird und der Begeisterung unserer Kollegin durch eine Fortbildung, die sie vor kurzem besucht hatte, wurde das Projekt geplant.

Foto: privat

Ziel in der Einführung war nun, die Kinder mit dem Ton bekannt zu machen. Für jede der drei Kindergartenstammgruppen war eine dreitägige Kennenlernphase geplant.

Am ersten Tag wurden die Kinder damit beauftragt, den harten Ton mit geeignetem Werkzeug wieder in Staubkörner zu zerbröckeln und anschließend mit dem Wasser zu einer Knetmasse zu vermengen. Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt darauf, den Ton zu kneten und spontan etwas daraus entstehen zu lassen. Am dritten Tag wurde ein Impuls zu einem gemeinsamen Thema gesetzt, z.B. einen Spielplatz zu gestalten. Dazu wurden als weitere Materialien Stöcker und Steine angeboten. Die anderen beiden Gruppen haben durch Beobachtung schon vieles mitbekommen, und so war deren Reaktion nicht mehr durch das fremde Material geprägt, sondern die Neugierde überwog. Bei diesem Projektablauf geht es nicht um die Herstellung von konkreten Dingen, sondern um die Erfahrung mit dem Material Ton selbst. Deshalb bleiben die entstehenden Formen auch nicht bestehen, um sie mit nach Hause zu nehmen, sondern werden wieder zu Staubkörnern zerschlagen. Wichtig ist der Prozesskreislauf: von getrocknetem Ton, über das Zerschlagen, mit Wasser knetbar machen und durch Trocknen hart werden lassen. Nach diesem Einführungsprojekt ist geplant, den Kindern das Material Ton zur freien Gestaltung im Außenbereich anzubieten.

Ton ermöglicht durch seine Eigenschaften eine sehr intensive Sinneswahrnehmung. Man kann Ton kneten, schlagen, werfen, auseinanderreißen oder ihn mit weichen streichenden Bewegungen formen. Ton hat eine beruhigende und entspannende Wirkung. Ton ist vielfältig formbar wenn er nicht getrocknet ist. Der Widerstand, den der Ton bietet, richtet sich danach, wie viel Wasser ihm zugefügt wird. Mischt man ihn mit viel Wasser, so erhält man eine breiige Konsistenz, die sich gut zum Schmieren eignet. Ton ist für alle Altersstufen geeignet. Durch das Arbeiten mit Ton kann das Kind ein Gefühl für sich selbst entwickeln, wodurch sein Selbstwertgefühl gestärkt wird.

Wir sind gespannt und neugierig wie es mit dem Ton als "offenes Angebot" bei den Kindern weitergehen wird.

Ursel Hentschel

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