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16.7.2019

"Dirty Games" – Ein Dokumentarfilm über die üblen Machenschaften im Sport
Eine Filmempfehlung

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Offizielles Plakat zum Dokumentarfilm

Als ich am letzten Sonntag im Mai das Kulturmagazin "TTT" (Titel, Thesen, Temperamente) im Fernsehen sah, fiel plötzlich der Name "Benjamin Best".

Kann das der Benjamin Best aus Lichterfelde sein, der in unserer Gemeinde konfirmiert wurde, der, den unser Pfarrer Lutz Poetter getraut hatte, der, mit dessen Stiefvater ich seit vielen Jahren befreundet bin?

Ja, er war es, Benjamin Best, der Journalist, Buchautor und jetzt auch Filmemacher.

Im Kulturmagazin wurde sein Dokumentarfilm "Dirty Games" vorgestellt. Auch wurde mitgeteilt, dass die Berliner Kinopremiere in wenigen Tagen am 2. Juni im "Babylon-Kino" in Mitte statt finde.

So war es für mich natürlich ein "Muss", diese Premiere mitzuerleben.

"Dirty Games" schildert in eindrucksvoller Weise, wie es wirklich um den Sport steht: vor allem bei den Großveranstaltungen, wie Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften.

Wie auch schon der Titel andeutet, spielt bei der Vergabe von diesen Großveranstaltungen Korruption eine tragende Rolle.

Benjamins Dokumentarfilm ist eine wahrhaftige Weltreise in Sachen Sport. Sie führt durch Europa bis in die USA, und von Südafrika bis Asien.

Die Machenschaften in der FIFA bei der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar, die "Aftereffects" der WM 2014 in Brasilien werden dokumentiert und eindrucksvoll filmisch dargestellt.

Aber nicht nur der Fußball, auch die Olympischen Spiele, professionelle Boxveranstaltungen, der Basketball in der amerikanischen NBA zeigen, wie "dirty" diese "games" sind.

Foto: Benjamin Best

Sehr bewegend sind die Aufnahmen in Nepal von der Ankunft der Verstorbenen, die ihre Arbeit an den Baustellen der WM 2022 in Katar nicht überlebten.

Der Film ist für alle zu empfehlen, besonders für die, die sich jetzt schon wieder im Fußballfieber der Europameisterschaft befinden.

Ein Beispiel, wie man diesen üblen Machenschaften eine Grenze setzen kann, wurde auch gezeigt. So haben sich einige Fußballfans vom englischen Fußballverein Manchester United gegen die Übernahme des Klubs durch Malcolm Glazer und seine Kommerzialisierung des Fußballs, sowie gegen die unbezahlbaren Eintrittspreise, abgewandt und ihren eigenen Verein gegründet. Mit dem "FCUM" (Football Club United of Manchester) werden sie wohl nicht den Großverein zum Umlenken zwingen, aber sie haben nicht nur ein Zeichen gesetzt, sondern fühlen sich auch pudelwohl in der "National League North" in England.

Die Berliner Kinopremiere fand am 2. Juni statt und der Film spielte nur eine Woche im "Babylon-Kino". Leider gibt es zur Zeit keine weiteren Vorstellungen in Berlin.

"Dirty Games" hat bereits viele internationale Preise errungen, u.a. bei Festivals in London, New York und Hollywood.

Es ist nur zu hoffen, dass der Film, der ohne irgendwelche Fördermittel produziert wurde, doch noch den Weg ins öffentliche Fernsehen findet und so einem breiten Publikum zur Verfügung steht.

Reiner Kolodziej