ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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19.5.2019

Das Oberlin-Seminar
Evangelisches Schulzentrum in Lichterfelde

Sarah macht’s, Niels macht’s, Ayce macht’s, Conny macht’s. Sabine, Zeina, Serkan und Alex auch. Alle gehen jeden Morgen in den Tietzenweg in Lichterfelde. Von montags bis freitags. Von 8 bis 15 Uhr. Alle haben eines gemeinsam: sie drücken dort die Schulbank. Im Oberlin-Seminar. Einem evangelischen Schulzentrum unter dem Dach der Evangelischen Schulstiftung der EKBO.

Was sie unterscheidet: das Alter. Sabine ist 17 Jahre alt, Conny 55. Sabine holt an der Berufsfachschule ihren MSA nach. Zwischendurch war Schule nicht so "ihr Ding", jetzt will sie auf jeden Fall einen guten Abschluss schaffen und danach eine Berufsausbildung beginnen.

Conny hat schon einen Beruf. Und erwachsene Kinder, die aus dem Haus sind. Sie möchte noch einmal etwas Neues machen. Etwas, das sie herausfordert. Deswegen hat sie sich entschlossen, die Fachschule für Sozialpädagogik zu besuchen und berufsbegleitend – sie arbeitet im Kindergarten – die Ausbildung zur Erzieherin zu machen.

Sarah ist Anfang 20 und hat am Oberlin-Seminar schon ihr Fachabi gemacht – an der Fachoberschule. Jetzt geht auch sie auf der Fachschule ihrer Ausbildung zur Erzieherin nach – in Vollzeit. Das heißt, drei Jahre Schule, innerhalb derer sie drei Praktika in einer Länge von insgesamt einem Jahr absolviert. Eines davon wird sie in der Kita machen, eines im Schulhort oder in einer stationären Jugendeinrichtung. Im dritten wird sie die Wahl haben, ob sie sich einen neuen Bereich erschließt oder sich schon hier spezialisiert.

Serkan und Zeina besuchen das Oberlin-Seminar. Serkan ist Berliner türkischer Abstammung, Zeina kommt aus Beirut. Beide lernen als Muslime an einem evangelischen Schulzentrum, das Religionsunterricht und Religionspädagogik verpflichtend im Lehrplan hat. Unser Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit den Themen interreligiöses und interkulturelles Lernen.

Wir wünschen uns ein Miteinander aller Menschen, die in unserer "Gemeinde auf Zeit" lernen, ganz gleich, welcher Religion sie angehören oder ob sie keiner Religion nahestehen, ganz gleich, aus welcher Region der Welt sie kommen oder welcher sexuellen Identität sie sind. Wichtig ist uns, dass sie Gemeinschaft leben wollen und dass sie bereit sind, sich auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander einzulassen.

Deswegen geht es bei uns nicht allein um das Einfordern von Schulleistungen, sondern darum, jeden Einzelnen mit seinen Fähigkeiten und Talenten zu sehen, zu fördern und zu fordern und gemeinsam an der Entwicklung persönlicher Kompetenzen zu arbeiten. Wir möchten starke Menschen aus unserer Schule verabschieden, die diese Stärke wiederum an andere Menschen weitergeben. Wir wünschen uns, dass sich hier junge Menschen zu Hause fühlen – aber auch diejenigen, die schon fest im Leben stehen und für sich noch einmal eine neue Perspektive suchen.

Wir laden Sie und Euch herzlich ein, uns kennen zu lernen. Einmal im Jahr, im Februar, laden wir zu einem Tag der offenen Tür ein. Aber auch sonst sind uns Menschen, die uns kennenlernen wollen, herzlich willkommen im: