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16.7.2018

Gedenkveranstaltung an der "Säule der Gefangenen" am 8. Mai um 11.30 Uhr in der Wismarer Straße und Abend der Begegnung am 7. Mai im Gemeindehaus am Ostpreußendamm
Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde

Annette Pohlke, Vorsitzende der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.


Ehemalige Gefangene bei der Gedenkfeier 2014 – Foto: Reiner Kolodziej

Seit vielen Jahren lädt die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde (IKZ) am 8. Mai zu einer Gedenkfeier an die "Säule der Gefangenen" in der Wismarer Straße ein. Hier, direkt am Teltowkanal, befand sich ein Außenlager des KZ-Sachsenhausen. Von 1942 bis 1945 lebten hier Menschen, die im Auftrag der SS überall in Berlin Zwangsarbeit leisten mussten. Sie waren dabei den Schikanen der Bewacher, dem Bombenterror und teilweise unmenschlichen Lebensbedingungen ausgesetzt. Seit 2001 lädt der Verein überlebende Häftlinge nach Berlin ein und veranstaltet eine jährliche Gedenkfeier, die inzwischen ein fester Bestandteil der regionalen Gedenkkultur geworden ist.

Dieses Jahr wird Herr Roger Bordage, Vorsitzender des Internationalen Sachsenhausen-Kommitees und selbst Überlebender des KZ-Sachsenhausens, der Festredner sein. Außerdem werden Stadträtin Richter-Kotowski und ein Schüler der Louise-Schröder-Schule sprechen. Zur Feierstunde werden außerdem Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens und der Botschaften der Opferländer erwartet. Das Beethoven-Gymnasium und die Louise-Schröder-Schule wollen das musikalische Programm bestreiten.

Die "Initiative" ist sich darüber im Klaren, dass es nicht mehr lange möglich sein wird, Zeitzeugen nach Berlin einzuladen. "Wir werden jetzt oft gefragt, was wir machen, wenn bald keine Zeitzeugen mehr kommen können," sagt Annette Pohlke, die Vorsitzende des Vereins. "Da gibt es eine klare Antwort: Wir haben viele Jahre dafür gearbeitet, damit die Erinnerung nicht mit dem letzten Zeitzeugen stirbt. Dieser selbst übernommenen Verpflichtung werden wir treu bleiben. Wir suchen im Moment Spender, um Zeitzeugeninterviews, die in den vielen Jahren entstanden sind, digitalisieren zu lassen. Wir können das Material dann online verfügbar machen, so dass man sogar mobil am Handy darauf zugreifen und vor Ort den Zeitzeugen lauschen kann. Nicht nur am 8. Mai, sondern an jedem Tag des Jahres. Für dieses Projekt wollen wir auch auf unsere bewährte Zusammenarbeit mit Schulen zurückgreifen und Jugendlichen die Möglichkeit geben, selbst die Geschichte ihres Bezirks zu erkunden."

Am Vorabend, dem 7. Mai, gibt es auch wieder einen "Abend der Begegnung”, bei dem Zeitzeugen, interessierte Bürger und Unterstützer der "Initiative" zusammen kommen können. Er findet dieses Jahr um 18 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf am Ostpreußendamm 64 statt.

Für ihre Arbeit ist die IKZ auf Spenden angewiesen. Mehrere Kirchengemeinden im Kirchenkreis Steglitz unterstützen den Verein regelmäßig durch Kollekten und Spenden. "Wir sind dafür sehr dankbar", sagt Pohlke. "Ohne die breite Unterstützung durch viele Menschen und Institutionen wäre unsere Arbeit nicht möglich gewesen. Gerade die Kirchengemeinden in Steglitz und Zehlendorf haben uns von Anfang an auf vielfältige Weise unterstützt. Nicht nur durch Spenden, sondern auch durch praktische Unterstützung und vor allem auch dadurch, dass Sie unser Anliegen mitgetragen habe. Dafür möchte ich mich besonders bedanken."

Wenn Sie die Feier am 8. Mai oder die Digitalisierung von Zeitzeugen-Interviews unterstützen möchten, können Sie dies durch eine Spende auf folgendes Konto tun:

Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE25100205000003003700,
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: "Gedenkfeier" oder "Digitalisierung"

Die Arbeit der IKZ ist als gemeinnützig anerkannt, Spenden sind damit steuerabzugsfähig.

Annette Pohlke

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