ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.7.2019

Lutz Poetter geht in den Ruhestand

Der Gemeindekirchenrat

Liebe Gemeinde,
Lutz Poetter, ein Pfarrer unserer Gemeinde. Er ist da, nicht wegzudenken. Dann taucht erstmalig der Gedanke an den Ruhestand auf. Dieser rückt näher, erst langsam und nur in Augenblicken. Aber nun ist er da, der Ruhestand.

Lutz Poetter war über 30 Jahre, von 1986 bis 2016, Pfarrer in Lichterfelde. Alle Aufgaben und Projekte, die er in seiner Pfarrtätigkeit begleitet hat, hier erschöpfend zu erwähnen, wird mir nicht gelingen. Dazu verweise ich auch auf den Artikel von Lutz Poetter selbst.

Am Sonntag Rogate 1986 wurde Lutz Poetter in der Petruskirche als Pfarrer der Petrusgemeinde eingeführt.

Die Holzkirche als Jugendhaus war gerade erstellt. Die Petruskirche bot in einem neuen Konzept das Nebeneinander von Gottesdienst und Kultur.

Im ersten Dreierteam der Pfarrkollegen Rolf Reisert und Dr. Eberhard Scherer übernahm Lutz Poetter die Zuständigkeit für die Jugendarbeit.

Die Geschäftsführung wechselte damals im Zyklus der GKR-Wahlen.

Ab Sommer 1987 entstanden viele Jugendprojekte, so die Fahrradwerkstatt (die es noch gibt) und ein Jugendcafé im "Sumpf" (das es nicht mehr gibt). Im Sommer 1987 fand die erste Jugendreise mit Lutz Poetter nach Portugal statt. Gemeinsame Fahrten und Reisen waren immer ein gemeinschaftsstiftendes Motiv in der Arbeit von Lutz Poetter gewesen.

Im Herbst 1988 fand eine Ausstellung "90 Jahre Petruskirche" statt. Pfarrer Lutz Poetter wurde zuständig für die unbebauten Grundstücke der Gemeinde, die sich im gemeinsamen Besitz mit der Nachbargemeinde Giesensdorf befanden.

Im Frühjahr 1989 übernahm Lutz Poetter zusätzlich die Kultur- und die Altenarbeit. Die Maueröffnung im gleichen Jahr veränderte Lichterfelde, es wurde auf einmal grenzenlos bis weit ins Umland hinein. 1990 begann Lutz Poetter eine gemeinsame Arbeit mit Jugendlichen auch aus der Nachbargemeinde Giesensdorf.

Im Herbst 1994 zog die Familie Poetter von Schöneberg nach Lichterfelde in die freie Dienstwohnung im Pfarrhaus in der Kiesstraße.

Im Juli 1996 brannte die Holzkirche ab. Die Auseinandersetzung um einen Wiederaufbau und die Fortsetzung der Arbeit dort spaltete die Gemeinde.

Hinzu kam die Sorge um sinkende Deckung der Personalkosten. Infolge dessen leistete Pfarrer Poetter zur Entlastung der Personalkosten einen Teil seiner Arbeitszeit als Religionsunterricht in der Schule ab.

Ab 1998 war Pfarrer Poetter nun der einzige Petruspfarrer, noch halb in der Schule. Peter Neumann war der einzige Pfarrer in Giesensdorf bis im November Pfarrerin Susanne Peters-Streu dazu kam.

Ab 1998 rückten die beiden Nachbargemeinden Petrus und Giesensdorf näher zusammen. Der Fusionsprozess wurde absehbar, den Lutz Poetter auf eine klärende und integrative Weise begleitete. Schon im Vorfeld der Fusion wählten beide Gemeinden einen gemeinsamen Gemeindekirchenrat für Petrus-Giesensdorf.

Zum Millennium, Anfang 2000, vollzog sich die Fusion.

Die Familie Poetter erwarb das Pfarrhaus Kiesstraße. Der Umbau der Gemeinde, nicht nur strukturell, sondern ganz handfest, begann mit dem Umbau des Gemeindehauses Ostpreußendamm zur „Zentralküsterei“ der Gemeinde. Es folgte der Umbau im Gemeindehaus Parallelstraße.

Im Jahr 2002 nahm Pfarrer Busch als neuer Jugendpfarrer seinen Dienst auf. Pfarrer Poetter wurde nun zuständig für Kultur- und Altenarbeit.

Ein besonderes Bauprojekt, an dem Pfarrer Poetter engagiert mitgewirkt hat, war die Gestaltung des neuen Altarraums mit der Rosette in der Petruskirche durch den Künstler Lukas Derow. Im Augenblick tun wir uns schwer, die "restliche" Aufgabe der Neugestaltung des Kirchenschiffs der Petruskirche mit eben solchem Schwung zu realisieren.

Pfarrer Poetter ist ganz lange und ganz eng mit vielen Arbeitsbereichen in Petrus und dann auch in Petrus-Giesensdorf verbunden gewesen.

Dazu gehört mit hoher Intensität der Bereich der Kulturarbeit. Pfarrer Poetter war ein leidenschaftlicher Verfechter in den Diskussionen um das Miteinander von zensurfreier Kulturarbeit und spirituellem Gottesdienstraum.

Der Arbeitsbereich Kultur ist so nachhaltig gestaltet worden, dass die Gemeinde in der Suche nach einem Nachfolger den Kulturbereich als ein spezielles Aufgabenfeld nicht aufgeben wird. Die Kulturarbeit in der Petruskirche wird sich verändern. Das weiß auch Pfarrer Poetter. Veränderungsprozesse waren für ihn jedoch stets spannend und Bestandteil gemeindlichen Lebens, des Lebens schlechthin.

Die Predigten Pfarrer Poetters waren nicht die kürzesten, waren jedoch immer gesprochenes Wort, gedachtes Leben aus der Faszination biblischer Texte.

Seine Gottesdienste waren einfach spannend.

Pfarrer Poetter geht mit dem Ablauf des Monats März in den Ruhestand. Die Gemeinde wird viele Spuren seines Handelns entdecken, auf die eine künftige Arbeit gut aufbauen kann. Dafür ist die Gemeinde Pfarrer Poetter dankbar.

Auch im GKR erlebten die Ältesten Pfarrer Poetter engagiert, verlässlich und wohlwollend.

Der Eintritt in den Ruhestand ist eine Zäsur, ohne Frage. Es ist ein Wechsel in eine neue Lebensphase. Dennoch werden wir Pfarrer Poetter bestimmt nicht aus den Augen verlieren. Er wohnt ja auch weiterhin um die Ecke, im ehemaligen Pfarrhaus der Petrusgemeinde.

Privat steigt nun der Zeitanteil, den Pfarrer Poetter an erster Stelle seiner Familie widmen kann. Seine ganz privaten Interessen werden ebenfalls davon profitieren. Er fährt Motorrad, der Blues ist seine Lieblingsmusik und so greift er selbst gelegentlich zur Bluesharp. Neue Aufgaben muss sich Pfarrer Poetter nicht suchen; sie werden ihn finden.

Der Gemeindekirchenrat bedankt sich im Namen der Gemeinde für die über drei Jahrzehnte geleistete Arbeit in und für unsere Gemeinde Petrus-Giesensdorf.

Wir wünschen Lutz Poetter Gesundheit, Ideen, Erfolg … kurz alles erdenklich Gute, Gottes Segen und einen wohlwollenden Blick auf die Zeit in seiner, in unserer Gemeinde Petrus-Giesensdorf.

Dankeschön!

Detlef Lutze