ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > April 2016

21.5.2019

Flüchtlinge in unserer Gemeinde
Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm

Helga Königslehner


Containerdorf am Ostpreußendamm in Lichterfelde Süd – Bild: privat

Sachspenden für Flüchtlinge

Folgende Spenden werden dringend erwünscht. Das Willkommensbündnis selbst nimmt keine Sachspenden entgegen. Unser ehrenamtlich organisiertes Bündnis hat weder das Personal noch die Räumlichkeiten, um Sachspenden anzunehmen.

In den länger bestehenden Gemeinschaftsunterkünften sind die Lagermöglichkeiten insbesondere für Kleidung und Spielzeug oft erschöpft. Größere Möbelstücke wie Betten und Sofas werden in den Unterkünften grundsätzlich nicht gebraucht.

Gebraucht werden:

Lichterfelde-Süd:
Gemeinschaftsunterkunft Ostpreußendamm

  • Buggy
  • Inline Skates Gr. 37-41
  • Kinderwagen

Lichterfelde-West:
Gemeinschaftsunterkunft Goerzallee 307

  • Kochutensilien: Kelle, Brotmesser, Schieber, Besteck, Schüsseln, größere Töpfe und Pfannen
  • Hygienartikel für Babys: Windeln bis Größe 4, Creme, Shampoo etc.
  • Hygieneartikel: Duschgel, Deo, Einwegrasierer etc.
  • Rucksäcke, Taschen
  • Schals, Mützen, Handschuhe
  • Gepflegte Sportschuhe
  • Sportliche, gepflegte Schuhe
  • Winterschuhe für Männer (Gr. 44)
  • Sportliche, warme, waschbare Winterjacken
  • Fahrkarten AB
  • Malhefte für Kinder
  • Taschenrechner für die Schule
  • Wecker

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen und gewünschte Abgabestellen unter Tel. 30 790 11 383 oder besuchen Sie unsere Webseite unter www.willkommensbuendnis-steglitz-zehlendorf.de/deutsch-home/sachspenden/

Das Containerdorf am Stadtrand hat sich seit dem Sommer 2015 gut im Kiez etabliert. Nachbarn und Bewohner der Einrichtung haben sich aneinander gewöhnt. Die Belegung ist sehr gemischt. Familien, Mütter mit Kindern oder Einzelpersonen wohnen hier. Mit 300 Bewohnern, davon 90 Kinder, ist die Gemeinschaftsunterkunft voll belegt. Bevorzugt sind traumatisierte, kranke und unter besonderem Schutz stehende Personen untergebracht. Diese kommen aus Syrien, Afghanistan, Albanien, Iran, Irak, vom Balkan, aber auch aus den ehemaligen russischen Republiken. Die vielen Sprachen sind eine Herausforderung an alle Angestellten, aber auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die in der Unterkunft tätig sind.

Wer auf das Gelände kommt, findet dennoch eine ruhige und entspannte Atmosphäre vor. Heimleitung und Betreuer versuchen, das Bestmögliche für die Bewohner zu erreichen. Für Kinder, die nicht in die Kita gehen, gibt es einen Kindergarten und viel Platz, um auf dem Gelände zu spielen. Obwohl diese Unterkunft im Vergleich zu vielen anderen gut ausgestattet ist, wünschen sich die Bewohner nichts sehnlicher als eine eigene Wohnung.

Auch die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen hoffen, mit ihrem Engagement unter anderem zur Entspannung, Hilfe zur Selbsthilfe und zur besseren Integration beitragen zu können. Von Ehrenamtlichen kann man hören, dass dieser Einsatz für sie auch ein Gewinn ist. Durch den Kontakt mit fremden Kulturen kann der eigene Horizont erweitert werden, es macht Freude zu helfen und nebenbei interessante Menschen kennen zu lernen.

Viele der Ehrenamtlichen kommen aus unserem oder den umliegenden Kirchenkreisen. Die Initiative "Medizin-hilft-Flüchtlingen", unter dem Dach der Kirchengemeinde Dahlem, bietet regelmäßige kostenfreie ehrenamtliche Sprechstunden an. Viele Bewohner ohne Krankenschein sind auf Soforthilfe angewiesen oder werden zu Ärzten weitergeleitet, die diese Initiative unterstützen. Neben Allgemeinärzten helfen Psychiater und Psychologen den kranken Menschen ihre traumatischen Erlebnisse von Krieg und Flucht zu verarbeiten. Krankengymnastinnen und Ergotherapeuten versuchen mit Bewegung körperliche und seelische Beschwerden zu lindern. Ganz wichtig sind dabei die Dolmetscher. Ohne deren freiwilligen Einsatz könnte vieles gar nicht geleistet werden.

Andere sind als Begleiter zu Behörden und Ärzten unterwegs, üben mit den Bewohnern Deutsch in verschiedenen Kursen oder helfen bei der Kinderbetreuung. Selbst die Einrichtung der Kleiderkammer erforderte eine eigene Logistik, um die vielen Spenden zu sortieren und anbieten zu können.

Es werden noch Menschen gebraucht, die Zeit spenden möchten. Schön wäre es, wenn sich „Begleiter“ finden würden, die den Geflüchteten – seien es Frauen, Männer, Mütter mit Kindern oder Familien - bei der Eingliederung in unsere Gesellschaft unterstützen könnten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, zum Beispiel miteinander einkaufen, die Stadt erkunden, spazieren gehen, zum Sport gehen oder bei den Behörden helfen. Es geht ganz allgemein um zwischenmenschliche Beziehungen.

Bei den Ehrenamtlichen werden sicher unterschiedliche politische und weltanschauliche Ansichten vertreten. Es eint aber die Überzeugung, dass es eine Frage der Humanität ist, einem schutzbedürftigen Menschen so gut es geht zu helfen.

Helga Königslehner

Wer Zeit spenden möchte, um Geflüchtete aus der Unterkunft am Ostpreußendamm zu unterstützen, der melde sich bitte im Gemeindebüro (Tel.: 755 19 285).

zum Seitenanfang

Lesen Sie zu diesem Thema auch: