ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.5.2019

Damals war's
Giesensdorf im Wandel der Zeit

von Gisela Meyer

Haben Sie es erkannt? Unser heutiges Gemeindehaus! "Blick zum Predigerhaus", so lautet die Unterschrift auf der Postkarte der vorigen Jahrhundertwende. Die Osdorfer Straße führt seit eh und je direkt auf die Mitte des alten Giesensdorfs, heute Lichterfelde-Süd. Bis vor 150 Jahren erstreckte sich das Dorf lediglich entlang des Ostpreußendamms, jeweils etwa 200 Meter links und rechts der Kirche.

Diese Ansicht in entgegengesetzter Blickrichtung stammt aus der gleichen Zeit.

Das kleine Gotteshaus ist das älteste Gebäude am Ort.

Es wurde vermutlich um 1300 von Zisterziensern erbaut, aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Bedürfnissen der Gemeinde angepasst, in den letzten Kriegstagen bis auf seine Umfassungsmauern zerstört und 1955 mit stark verändertem Aussehen wieder eingeweiht.

Gegenüber der Kirche befand sich um 1900 der "Hohenzollern-Garten", später "Schlossbräu-Quelle", eines der drei (!) Ausflugslokale im Ort.

Die vielen Pächterwechsel lassen vermuten, dass die Umsätze nicht ausreichten, obwohl die Berliner Ausflügler seit 1888 ab Bahnhof Groß-Lichterfelde-Ost mit der Dampfstraßenbahn anreisen konnten.

Nach langen Debatten um die Notwendigkeit eines Gemeindehauses im Lichterfelder Südbereich entschied das Konsistorium, das alte Giesensdorfer Pfarrhaus von 1870 von Bruno Möhring ausbauen zu lassen.

1925 feierte die Gemeinde Einweihung des Rotklinkerbaus mit seinem dekorativem Eingang im Art-déco-Stil und dem Turm darüber. Im Krieg zerstört, fanden auf seinem Stumpf die Kirchenglocken ihren Platz, die nun jedoch aus statischen Gründen schon seit einigen Jahren abgenommen und eingelagert sind.

Das alte Gutshaus diente seit 1878 als Schulhaus.

Fünf Jahre zuvor war der erste ausgebildete Lehrer Friedrich Füllgraf angestellt worden. Es verschwand erst 1956.

Ein zweites Schulhaus daneben war wegen der schnell wachsenden Schülerzahl 1883 bereits notwendig geworden und bis zu seinem Abriss 1963 genutzt, obwohl inzwischen mehrere Schulbauten hinzugekommen waren.

Stolz steht Karl Geipel um 1938 vor seinem Eisenwarengeschäft im Haus Berliner Straße 131 (seit 1961 Ostpreußendamm), in dem sich außerdem ein Seifen- und ein Fahrradladen befanden.

Sein Sohn Hermann führte das Geschäft auch 30 Jahre später noch, als die amerikanischen Panzer ihren Weg zum Schießtraining zur "Parks-Range" nahmen.

Das Gebäude wurde erst in den 90er Jahren abgerissen.

Ein Gemeindeausflug 1963: Wohin mag er gegangen sein, zwei Jahre nach dem Mauerbau?

Rechts neben dem Bus erkennt man noch das kleine ortstypische Bauernhaus (Nr. 132), das inzwischen auch einem Neubau weichen musste.

Unsere alte "96" hält gerade vor den Häusern Ostpreußendamm 65-66.

Im Mai 1966 stellte die BVG die Linie ein.

Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, erbitte ich Ihre Hinweise. Außerdem bin ich natürlich immer an weiteren Fotos interessiert, um die Geschichte Giesensdorfs lebendig zu bewahren. Ihre Bilder erhalten Sie nach dem Scannen sofort zurück.

Übrigens: Das im November-Schlüssel beschriebene Giesensdorf-Buch von Manfred Neldner erhalten Sie jetzt auch bei der Buchhandlung Wollschläger.

Gisela Meyer

Fotos: Slg. S. Hilkenbach, Slg. W. Holtz, Slg. www.lichterfelde-süd.de, Slg. G. Meyer

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