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19.1.2019

Manfred Neldner: Ein verschwundener Ort – Giesensdorf 1750-1900
Eine Buchempfehlung

von Gisela Meyer

Wenn auch der Titel etwas irreführend ist, denn der Ort ist ja nicht verschwunden, sondern nur sein Name, ist dieses fantastische Buch doch ein "Muss" für alle Heimatinteressierten. Das alte Giesensdorf verlor ihn endgültig als Lichterfelde und Giesensdorf von Johann Anton Wilhelm Carstenn 1872 zu Groß-Lichterfelde vereinigt wurden. Es ist bemerkenswert, dass sich ein Autor unseres kleinen bescheidenen Giesensdorfs angenommen hat!

Manfred Neldner hat die Struktur des Ortes, in dem er als Kind einige Jahre lebte, auf der Basis einer Flurkarte aus dem Jahre 1750, die im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Dahlem verwahrt wird, akribisch recherchiert. Ungefähr ab 1750 ist er hier der Familiengeschichte der verschiedenen Bauerngeschlechter und den wechselnden Besitzverhältnissen innerhalb des Dorfes bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts nachgegangen. Zudem stellt er sich die Frage, wie sich das äußere Ortsbild in der Zeit danach entwickelt hat. Seine Darstellung stützt sich in erster Linie auf die Tauf-, Trauungs- und Beerdigungseinträge des Giesensdorfer Kirchenbuchs. Als weiteres Quellenmaterial wurden die ab 1875/76 erschienenen örtlichen Adressbücher, einzelne historische Urkunden, alte Straßenpläne, frühe Zeitungsausgaben und Postkarten mit Ansichten des Dorfes herangezogen.

Giesensdorf 1885 – Ausschnitt aus dem Situationsplan von Klöhn & Busse

Ich habe mir den Spaß gemacht und bin mit Wolfgang Holtz, einer Koryphäe auf dem Gebiet der Heimatkunde und ehemaligem Leiter des Steglitzer Heimatmuseums, drei Stunden lang mit dem Buch in der Hand den Bereich des ehemaligen Dorfes abgeschritten: Auf jede ehemalige Hofstelle sind wir gegangen, haben uns mit den jetzigen Bewohnern unterhalten und waren erstaunt, wieviel Relikte der Vergangenheit noch aufzustöbern sind!

Schon allein an der Breite des Ostpreußendamms ist die ursprüngliche Länge des Ortes noch erkennbar. Die unterschiedlich breiten Grundstücke zeugen bis heute von der verschiedenen Größe der Hofstellen, und am Gefälle zum Teltow-Kanal kann man sich gut vorstellen, dass hier einst die Bäke den Teltower See durchfloss.

Manfred Neldner war klar, dass sein Buch nur einen kleinen Kreis von Giesensdorf-Freunden interessieren wird. Deshalb hat er auf eigene Rechnung im Selbstverlag auch nur eine geringe Stückzahl drucken lassen. Sie bekommen das "Schmuckstück" (Printdruck, 88 Seiten, 23 Abbildungen, fester Einband) für 11,50 € im Steglitz Museum in der Drakestraße 64 A, Tel. 833 21 09, oder direkt beim Autor (E-Mail ).

Im Übrigen hat er in der gleichen Art auch zwei weitere Bücher herausgebracht: Über Lichterfelde und über Steglitz.

Als "Eingeborene" bin ich begeistert und hoffe, dass sich noch mehr Menschen mit dem Buch auf Spurensuche begeben werden!

Gisela Meyer

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