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22.3.2019

Unsere Hilfen für Griechenland
Neues vom Holzkirche e.V.

von Constantin T. Huth

Im Jahr 2014 begannen wir im Kinder-, Jugend-, Projekthaus Holzkirche mit unserem Projekt "Laptops für griechische Schulen". Die Idee entstand bereits viel früher bei Gesprächen in Griechenland. Viel (meist viel zu wenig über die Folgen) wird über die Krise des griechischen Staates und seine Finanzprobleme in unseren Medien berichtet. Doch erst vor Ort zeigt sich die Misere für die Bevölkerung Griechenlands, hier eben besonders der Schulen, Kinder und Jugendlichen.

Der Bildungsauftrag ist auch hier, wie überall in Europa, das Lernen am PC, jedoch fehlt oft schon ein Zugang zum Internet oder eben eine Ausstattung mit Computern. Wie soll dann zeitgemäßes Wissen vermittelt werden? Hier können wir ganz direkt ansetzen und helfen. Wir sammeln den Zweit-, Dritt- oder Viert-Laptop ein, bereinigen und überprüfen diesen und bringen ihn direkt an die Schulen in Griechenland.

Bild: privat

Viele Personen besitzen zwei, drei solcher Geräte, wobei nur noch einer genutzt wird, die Abgabe zu einem solchen Zweck schafft also auch Platz und eine Spendenbescheinigung obendrein.

Wie steht es bei Ihnen, vielleicht können ja auch Sie einen Laptop abgeben?

Warum gerade in Griechenland?
Warum genau dort?

Seit über 30 Jahren habe ich einen "Zweitwohnsitz" auf der Pilion Halbinsel und kenne mich hier mit Land und Leuten einigermaßen gut aus. Drei Jahre – in den Jahren 1995, '96 und '97 – haben wir von der Holzkirche aus Jugendreisen dorthin durchgeführt. Die heutigen Probleme im Bildungs- und Gesundheitswesen sind daher auch immer meine Probleme. Darum die lokale Anbindung unseres Projektes an den Pilion. Dadurch, dass auch immer mehr junge Griechen ihr Land in Richtung Deutschland verlassen ist das nun auch unser aller Problem, auch hier in Berlin.

Warum Laptops?

Laptops können leichter und günstiger nach Griechenland transportiert werden, als große PC Tower, auch vor Ort passen diese bei Platzmangel im Raum gut in den Schrank. Anders als bei reinen Geldspenden ist das immer befürchtete Versickern bei der Direktlieferung merklich eingedämmt.

Aber es gibt doch auch hier viele Menschen ohne Laptop!

Das stimmt, nur können diese Menschen z. B. unsere Einrichtung und auch viele andere Einrichtungen kostenlos nutzen, um ihre eigenen Interessen im Internet zu verfolgen, ein Bildungsauftrag ist da nicht in Gefahr.

Bild: privat

In meinem Urlaub zu Ostern war ich nun in der Lage, die ersten fertig überprüften Laptops an die Grundschule in Milina / Pilion zu übergeben.

Diese hatte ich in meinem Auto, nicht im Flugzeug, ins Land gebracht. Die Schule vor Ort hat zwei Klassen und ist über 115 Steinstufen zu erreichen. Eine kleine Akropolis. Der Aufstieg mit den "Geschenken" war für mich mühsam und ich wünschte mir ein Lasttier, so wie es der Schule früheren Zeiten zur Verfügung stand (siehe Foto).

Der Lehrer Christos packte die mitgebrachten Computer mit den Schülern aus, die Begeisterung und das Interesse war für mich dann Lohn genug. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Übergaben unserer Hilfsgüter, auch wenn die Anfahrt mit dem Auto in manches Bergdorf schon eine eigene Herausforderung sein kann.

So komme ich nun zu unserem zweiten Projekt mit dem Dorf Drakia, das auch auf der Pilion Halbinsel liegt.

Das abseits von der Küstenstrasse gelegene Dorf liegt im Gebirge und würde niemals besonders auffallen, wenn da nicht die tragische nahe Geschichte wäre. Am 17. Dezember 1943 trieben deutsche Soldaten die Einwohner dieses Dorfes zusammen und 118 Männer wurden im Rahmen einer Strafmaßnahme für ein Attentat von Partisanen auf eine deutsche Patrouille erschossen, bei der zwei Soldaten starben und einer verletzt wurden. Solche sogenannten Opferdörfer oder Märtyrerdörfer gibt es leider viele in Griechenland, davon habe ich allerdings früher in der Schule oder auch in den Medien nur wenig gehört. Über Polen oder die Sowjetunion haben wir viele Informationen erhalten, die Aussöhnungsarbeit war mein Einstieg in die Jugendarbeit, als der Kirchenkreis Steglitz und die Landeskirche noch Begegnungsreisen nach Wolgograd (ehem. Stalingrad) durchführte. Aber Griechenland? Das Land der Sonne und des Urlaubs?

Nun geht es uns als Verein für Kinder- und Jugendarbeit nicht zuerst darum, die Vergangenheit aufzurühren und in die Diskussion um Reparationszahlungen und Sühne einzutreten, sondern es geht darum den Dialog der Jugend zu fördern und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Es geht darum, einen Schritt zu einem deutsch-griechischen Austausch ohne Polemik zu gestalten.

Bild: privat

In Drakia gibt es ein kleines Museum, das die Historie sehr gut darstellt, und es gibt Jugendliche, die gerne in einen Austausch mit Berliner Jugendlichen treten würden. Da sollte sich doch etwas machen lassen

Im Rahmen einer Tagung erhielt ich durch den ehemaligen deutschen Konsul in Thessaloniki einige interessante Kontakte, und so entwickelten sich seither gute Ideen für die Unterstützung der griechischen Bevölkerung. Die Staatskrise können wir dadurch natürlich nicht ändern, aber wir können da helfen, wo der einzelne Mensch einen Nutzen hat.

Darum haben wir nun, neben all den anderen selbstgewählten Aufgaben unseres Vereins, auch den Jugendaustausch mit dem Dorf Drakia, die Unterstützung der griechischen Schulen, sowie Hilfslieferungen für örtliche Krankenhäuser auf unserer Liste.

Sicherlich können wir diese Ziele nur erreichen, wenn auch Sie uns dabei helfen, sei es mit Hardware, mit eigener Leistung oder auch Geldspenden, denn uns entstehen auch Kosten.

Melden Sie sich jederzeit bei uns, um weitere Informationen zu erhalten und Ihre Hilfe anzubieten, dazu müssen Sie auch keine griechische Sprachkenntnisse haben oder große Dinge mitbringen, sSie müssen sich nicht verpflichten oder ewig binden, nur Ihr Interesse ist gefragt.

Jeden Mo Mi Do von 15–20.00 Uhr unter Tel. 772 50 19 oder direkt vor Ort.

Ihr Constantin T. Huth
und das Team des Holzkirche e.V.

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