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19.5.2019

Ich war in Deutschland vermisst – Ein Erlebnisbericht aus sowjetischen KZ-Lagern und NKWD-Kellern
Buchbesprechnung

von Gisela Meyer

82 Seiten, 7,90 €, zu beziehen bei Marianne Seif, Tel. 030 76 68 34 85 oder E-Mail

Unter dem Titel "Ich war in Deutschland vermisst – Ein Erlebnisbericht aus sowjetischen KZ-Lagern und NKWD-Kellern" hat Marianne Seif die Erinnerungen ihres verstorbenen Mannes Hans-Carl Seif veröffentlicht.

In seinem Text beschreibt er, wie er 1946 völlig grundlos in Brandenburg verhaftet und in NKWD-Keller (NKWD = sowjetischer Geheimdienst) und sowjetische Speziallager verschleppt wurde. Sein Leidensweg endete erst 1950, als sich für ihn nach qualvollen Jahren das Tor vom Lager Buchenwald bei Weimar öffnete.

Dieses eigentlich unbeschreibliche Schicksal erlitten damals viele Menschen. Man schätzt ihre Zahl auf 10.000! Oft wurde ein Grund erfunden, um sie für Jahre in Lager zu sperren, die teilweise vor Kriegsende den Nationalsozialisten als KZ gedient hatten. Diese Aufzeichnungen sind nach den Jahrzehnten verordneten Schweigens in der DDR ein wichtiger Zugang zu den Ereignissen der Nachkriegszeit.

Was diese Erinnerungen so besonders macht: Hans-Carl Seif hat sie unmittelbar nach seiner Befreiung niedergeschrieben, in Unkenntnis der unbeschreiblichen Gräueltaten, die im Namen des Deutschen Volkes an der russischen Zivilbevölkerung und an russischen Kriegsgefangenen verübt wurden. Sein Weltbild war noch stark vom Nationalsozialismus geprägt, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass andere als Russen zu solchen Untaten fähig sind.

Das bis dahin unbekannte Manuskript wurde erst vor kurzem entdeckt. Frau Seif sah es als ihre Pflicht an, es drucken zu lassen und damit vielen Menschen nahe zu bringen. Das Original befindet sich nun in der Gedenkstätte Hohenschönhausen.