ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Mai 2015

18.3.2019

Notunterkunft Lippstädter Straße

von E-Mail

Flüchtlinge, die die Grenze überwunden haben, können in jeder Behörde einen Asylantrag stellen. Sie werden dann zunächst in eine Erstaufnahmeeinrichtung geschickt. In welches Bundesland ein Asylsuchender kommt, bestimmt sich nach einem speziellen Verteilungsschlüssel.

Im Erstaufnahmelager müssen die Asylsuchenden erst einmal wohnen. Sie werden registriert und von der Asylbehörde über ihre Fluchtgründe befragt. Sie erhalten eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, in Deutschland zu bleiben, bis über den Asylantrag entschieden ist.

Nach drei Monaten in der Erstaufnahmeeinrichtung werden sie – streng nach der vom Computer ermittelten Quote – einer bestimmten Stadt oder einem Landkreis zugewiesen.

Seit Weihnachten 2014 sind nun ca. 300 Flüchtlinge in der Turnhalle in der Lippstädter Straße untergebracht. Die Turnhalle ist so eine Erstaufnahmeeinrichtung, von denen über die Stadt verteilt Ende letzten Jahres viele in großer Eile eingerichtet wurden.

Da Turnhallen nicht für diesen Anlass konzipiert wurden, sind die Probleme vielfältig. Dazu zählt auch die Frage der medizinischen Versorgung. Das Asylbewerberleistungsgesetz regelt zwar die medizinische Versorgung für Flüchtlinge, in der Praxis sind aber diverse Hürden zu überwinden. Das Gesetz spricht von "akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen" – das gilt in der Praxis als Einschränkung. Darüber hinaus werden Flüchtlingen Medikamente, Heil- und Hilfsmittel wie Brillen oder Krücken und vieles andere oft verweigert. Auch sind für viele die bürokratischen Wege nicht immer leicht zu überblicken. Dann ist es gut, wenn engagierte Ärzte sich zur Verfügung stellen und den Menschen vor Ort Hilfe leisten.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlem, die in unmittelbarer Nähe ihres Gemeindehauses ebenfalls eine Erstaufnahmestelle hat, gibt es seit einiger Zeit eine solche medizinische "Notversorgung" vor Ort. Die dort tätigen Ärzte haben sich dankenswerter Weise bereit erklärt, auch in der Einrichtung in der Lippstädter Straße zur Verfügung zu stehen. Die Gemeinde Petrus-Giesensdorf hat das für die Arbeit notwendige medizinische Equipment finanziert.

Pfarrer Michael Busch

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

Lesen Sie zu diesem Thema auch: