Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.9.2019

Winter ade... – Naturerfahrungen im "Kleinen Kindergarten" (Krippe)
Aus der Kita Lindenhof

Langsam wird's Zeit. Unsere Kinder sind genervt. So macht das ja nun wirklich keinen Spaß mehr. Es ist schon sooo lange ungemütlich draußen. Umso bedeutender ist da dieser strahlende Ball am Himmel. Unsere "Krippis" freuen sich über die Sonne (man musste diese nur kurz in Erinnerung bringen) – zumindest aber über die neu gewonnene Helligkeit.

Aber – Überraschung – was ist das denn? Plötzlich liegt ein Teil der Kinder auf dem Fußboden und fummelt an irgendetwas herum. Ameise im Zimmer. Hatten wir lange nicht und unsere Kleinsten haben die hier so noch nicht gesehen. Gut, dass man da etwas ältere Kids dabei hat, die spielen den Erklärbär… ganz wichtig… ganz stolz! "Weißt du, darfste nicht drücken, geht kaputt", wird kommentiert. Aber leider zu spät. Die Ameisenvorhut hat's eiskalt erwischt. Staunen bei den Einjährigen, die gehen ja wirklich kaputt… nichts bewegt sich mehr. Na gut, dann eben raus in den Garten. Auch das macht für den ersten Moment nicht so richtig Spaß. Immer diese vielen Klamotten und das Generve der Erzieherinnen. "Anziehen bitte, kannste doch schon alleine, such mal deine Schuhe, den Schal und die Mütze bitte nicht vergessen, beeil dich doch mal… " So 12-13 Kinder anziehen ist immer wieder eine Herausforderung. Unsere Kinder sind zum Winterende schon wirklich fit in punkto selbstständiges Anziehen. Alles, ja gut, fast alles am rechten Fleck.

Und eingemummelt geht's in die lachende Sonne. Also Sonne und Wärme in Kombination ist da bei einigen Fortgeschrittenen schon im Kopf, obwohl der Schein trügt. Glauben tun uns die "Kiddis" nicht, dass es noch so kalt ist. Ohne Mütze gehen wäre so toll und nicht mehr dieser dicke Schneeanzug oder diese doofe dicke Regenhose, die so unbeweglich macht. Treppen hoch krabbeln, am Geländer hoch hangeln, die Rutsche erobern und so ganz nebenbei mal schauen ob der Garten hinter dem Haus noch weiter geht… das geht schon. Sie können schon die ersten Blumen bewundern… Schneeglöckchen. Interessiert eigentlich keinen so wirklich wie die heißen, aber man kann ja mal so was erwähnen. Für Mama pflücken ist eher von Interesse. Warum die Erzieher mal wieder nicht unbedingt dafür Verständnis haben, bleibt für die Kinder ein Fragezeichen im Köpfchen. Ein, zwei Eichhörnchen jagen sich um einen Baumstamm und werden bewundert, kurzfristig. Wichtig ist Bobby-Car fahren und buddeln, bloß irgendwie sind die Finger ganz schnell kalt. Wie gemein. Es gibt doch so viel zu sehen und vor allem zu tun. Bitte lieber Petrus, sei so lieb und schick uns etwas mehr Sonne und Wärme, wir wollen raus gehen!

Jeden Tag raus gehen und auch schauen wohin dieses kleine, winzige Meerschweinchen verschwunden ist. Oder was auch immer das für ein Tier war.

In dieser beobachtenden Beschreibung eines Vormittags im Kleinen Kindergarten steckt viel von dem was in unserem neuen Bildungsprogramm als Bildungsverständnis und Qualitätskriterien formuliert wird. Ein Kind entdeckt, erforscht und gestaltet seine Welt und die zu ihr gehörenden Dinge und Zusammenhänge durch eigenwillige Tätigkeit mit allen Sinnen vom ersten Atemzug an. …Je jünger die Kinder sind, umso enger kreisen ihre Fragen um sich selbst und die mit ihnen unmittelbar verbundenen erwachsenen Be-zugspersonen. In der Arbeit mit den jüngsten Kindern geht es vor allem darum, einfühlsame Beziehungen zu gewährleisten und die individuellen Ausdrucksweisen des Kindes bei der Entwicklung seines Selbstbildes herauszufordern und zu stärken..

Wer bin ich? Zu wem gehöre ich? Wer sind die anderen? Was passiert um mich und um uns herum?... (Berliner Bildungsprogramm 2014) So ist dieses Rausgehen in die Natur an sich mit einer Fülle an Entdeckungen und Sinneseindrücke verbunden, die jedes Kind in seiner Weise als Lernprozess gestaltet.

"Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind." (Aristoteles)

Kita Lindenhof
Angelika Hanschmann
Ursel Hentschel

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