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23.7.2019

Sozialkompetenz-Training in der Holzkirche – Konfer mal ganz anders
Aus der Holzkirche

von Constantin T. Huth

Im Rahmen des Konfirmandenunterrichts mit Lutz Poetter in der Holzkirche fand auch in diesem Jahr wieder an zwei Tagen ein kurzes, aber intensives Sozialkompetenz-Training statt.

Eigentlich für die Arbeit mit Schulklassen konzipiert und auch schon des Öfteren erfolgreich angewandt, so ist die kurze Variante doch immer mehr als nur ein Referat zu hören oder eine Geschichte zu lesen und sich entspannt zurückzulehnen.

Aber wozu solche Seminare oder Praktika während der Konferzeit?

Zum einen war und ist es für viele der Jugendlichen eine interessante Erfahrung in der Konferzeit neben den gewohnten Themen auch andere Anteile, wie dieses Training oder ein aktives Praktikum, zu erfahren und zu erarbeiten. Zum anderen ist es auch für uns immer eine neue Erfahrung im Rahmen solcher Praxis die aktive Seite unserer Projekte vorstellen zu können. Denn dass es die Fahrradwerkstatt gibt, ist bereits im Umfeld der Holzkirche weit bekannt, nur was dort wirklich geleistet wird, fühlt sich "live" doch ganz anders an. Zuerst einmal bleiben die Hände nicht sauber. Und auseinanderschrauben ist einfacher als zusammenbauen. Die Aufgaben sind eben doch mehr als nur platte Reifen zu flicken und das können auch nicht mehr viele Fahrradfahrer allein.

Verlernt? Nie gelernt? Niemals nötig gewesen?

Ebenso ist das mit den Büchern. Klar weiß jeder noch sein letztes Buch zu benennen, zumal noch alle in der Schule zum Lesen mehr oder weniger "gezwungen" werden. Aber was die Weltliteratur vom Belletristikroman oder "Shades of Grey" vom "Zauberberg" unterscheidet, das eröffnet nur eigenes Interesse. Und da bemühen wir uns immer gemeinsam hinter die Kulissen zu blicken.

Wozu Bücher? Wozu Lesen? Wozu Fragen stellen? Das Leben ist doch schon so voller Fragen,und nicht immer gibt es wirklich sinnvolle Antworten, auch nicht bei Google & Co.

Der Einblick in die verschiedenen Fragestellungen der unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Gemeinde wäre selbst für langjährige "erfahrene" MitarbeiterInnen und Gemeindemitglieder sehr interessant und würde sicherlich neue Sichtweisen eröffnen.

Warum nicht auch hier ein Praktikum einführen?

Doch zurück zur Holzkirche und den Jugendlichen, denn hier ist das Praktikum seit Jahren fester Bestandteil der gemeinsamen Arbeit. Die Fahrradwerkstatt und der Bücherbasar, aber auch Haus und Hof aufräumen, Hecken stutzen und Bäumchen besägen war immer ein guter Ansatz ins Gespräch zu kommen und innerhalb eines solchen Rahmens, aber außerhalb von schulischem oder elterlichem Anspruch, Fragen stellen zu können.

So ist es eben auch mit dem oben erwähnten Training.

Hier geht es um Fragen, die uns alle betreffen: Wie löse ich Probleme? Was ist Moral und wozu ist sie gut? Was ist richtig und was ist falsch? Was sind Dilemmata? Was sind eure eigenen Regeln?

Viele Themen, die eigentlich auch viel Zeit benötigen jedoch in diesen zwei Terminen werden diese Fragen eher Denkanstöße sein können. Im erweiterten Teil in Schulen geht es auch noch um Gefühle und Aggression, um Idealvorstellungen und vieles mehr.

In dem vollen DENKZEIT Training, das in der Holzkirche durch mich seit Jahren für straffällige Jugendliche und solche mit größeren schulischen und sozialen Problemen angeboten wird, dauert das komplette Training 5-7 Monate. Es ist schon klar, dass dieses etwas anders aussieht.

Aber manchmal ist die Zeit gar nicht so wichtig, sondern der kurze Moment, der den Gedanken erzeugt und über eigene Fragen auch zu eigenen Antworten führen kann.

Daran wollen wir arbeiten.

Mit bestem Gruß aus dem Kinder-, Jugend- und Projekthaus HOLZKIRCHE

Constantin T. Huth
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