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21.1.2019

Thema: Flüchtlinge


Foto: GEP

Das Leid der anderen

Schon vergessen? Es ist eng, dreckig und riecht nach Körpern, die sich seit Tagen nur wenig gewaschen haben. Schlafsäcke und Decken liegen herum, im Gras, auf der blanken Erde, manchmal ist es auch nur ein Stück Pappe, das jemand auf den Steinstufen ausgebreitet hat.

Dazwischen verstreut persönliche Habseligkeiten. Fast 5.000 Flüchtlinge drängen sich hier auf engstem Raum, haben Angst, sind gereizt, immer mal wieder kommt es zu Handgreiflichkeiten. Wie es weitergeht, wissen sie nicht. Sie hoffen auf die Großzügigkeit ihrer Gastgeber, auf die Einsicht der Politik – und auf ein Wunder.

In der Frankfurter Rundschau vom 3. Oktober 2014 erinnerte Bascha Mika unter dem Titel "Das Leid der anderen" an die vielen Flüchtlinge, die vor nunmehr 25 Jahren in der Deutschen Botschaft in Prag Zuflucht gefunden haben.

Foto: GEP

Wegen der rasant steigenden Flüchtlingszahlen in Berlin mussten Ende letzten Jahres innerhalb kürzester Zeit in Steglitz-Zehlendorf zwei Notunterkünfte eingerichtet werden. 200 Menschen wurden in einer Turnhalle der Freien Universität (FU) in Dahlem untergebracht.

Kurz vor Weihnachten musste auch eine Turnhalle in Lichterfelde-Süd sehr kurzfristig vom Arbeitersamariterbund als Notunterkunft für 200 Flüchtlinge eingerichtet werden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) hat die vorübergehende Nutzung der bezirklichen Sporthalle in der Lippstädter Strasse 5 verfügt. Inzwischen musste die Zahl der Betten aufgestockt werden.

Derzeit leben hier 250 Menschen aus Syrien, Albanien, Bosnien, Afghanistan, Tschetschenien, Serbien und dem Irak. Sie sind gerade in Deutschland angekommen und ihr Antrag auf Asyl wird geprüft. Bis zum Abschluss des Verfahrens leben die Asylsuchenden in einer Ersthilfe-Einrichtung und werden versorgt.

Die Lebensumstände in den Hallen sind sehr einfach. Duschen und Toiletten reichen für die vielen Menschen nicht aus. Es fehlte anfangs am Nötigsten: Toilettenpapier, Zahnbürsten, Duschbad, Windeln.

Seit dem Eintreffen der Flüchtlinge sind viele Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf des Stadtteilzentrums e.V. gefolgt und haben Spenden abgegeben. Mittlerweile hat sich die Versorgungslage etwas entspannt. Dennoch ist die Situation in der Sporthalle unbefriedigend. Es gibt keine Trennwände zwischen den Betten, keine Privatsphäre. Die Menschen leben auf engstem Raum und die Zustände sind belastend.

Voraussichtlich ab März/April 2015 soll eine Containeranlage für 300 Flüchtlinge an diesem Standort eröffnet werden. Es werden voraussichtlich Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak dort unterkommen.

Da in dem Heim Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf untergebracht werden sollen, werden es vor allem Kriegsflüchtlinge sein. Wie viele Kinder darunter sein werden, ist noch nicht absehbar.

Pfarrer Michael Busch

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