Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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14.12.2019

Sieben Wochen anders leben
Fastenzeit

Pfarrerin Susanne Peters-Streu


Foto: GEP

Fastenaktionen im Jahr 2015

7 Wochen anders leben

Über die Fastenaktion "7 Wochen anders leben" finden sie Informationen im Internet unter www.anderezeiten.de. Dort können sie auch das Material für 9,50 € (7 Briefe, Broschüre mit Bildkarte inkl. Versand innerhalb Deutschlands) bestellen. Auch telefonisch (040 471 127 27) oder schriftlich bei
Andere Zeiten e.V., Fischers Allee 18, 22763 Hamburg

"7 Wochen Ohne"

Über die Fastenaktion "7 Wochen ohne" finden sie Informationen im Internet unter www.7wochenohne.evangelisch.de.

In der Fastenzeit 2015 möchten wir mit "7 Wochen Ohne" das Unverwechselbare entdeckenund wertschätzen.
"Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen" lautet das Motto.

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu. Mit diesem Wort von Ödön von Horvath lädt der Verein "Andere Zeiten" aus Hamburg zur Fastenaktion ein.

Haben Sie schon einmal gefastet? Seit Jahren lassen sich Menschen von den Fastenaktionen aus dem evangelischen Bereich ansprechen. Für einen begrenzten Zeitraum das eigene Leben bewusst in den Blick nehmen, was entdecke ich da? Was zählt in meinem Leben, was ist wesentlich und was ist unwesentlich?

In einer der Fastenbroschüren von Andere Zeiten heißt es:
"Ich habe einen Traum: Wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich spreche, dann spreche ich, wenn ich esse, dann esse ich. Ich höre auf, wenn ich satt bin. Ich lese nicht nebenbei meine Mails und blättere auch nicht zerstreut in der Zeitung. Ich tue eine Sache zur Zeit. Und die tue ich ganz. Ich lerne zu schmecken, zu sehen, zu hören. Und ich lerne zu fühlen, was ich wirklich brauche. Nach einem anstrengenden Tag erfrischt mich die kalte Nachtluft und nicht das Feierabendbier. Wenn mir langweilig ist, greife ich nicht gleich zur Fernbedienung, sondern halte mein Unwohlsein aus. Schaue, was geschieht. Vielleicht finden ja plötzlich neue Gedanken ihren Weg zu mir. Ich höre auf, alles vermeiden zu wollen, was unangenehm ist, ich sage Ja zum Leben, und zwar zum ganzen.
Ich habe einen Traum und will ihn Wirklichkeit werden lassen. Sieben Wochen lang, versuchsweise. Denn 'was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und doch Schaden nimmt an seiner Seele?' Meine Seele möchte ich pflegen. Und meinen Körper auch. Weil beide zueinander gehören, weil eine im anderen wohnt. Ich möchte durchlässig werden, damit meine Seele atmen kann. Ich möchte aufnahmefähig sein für das, was wirklich zählt und was wirklich satt macht. Nicht weniger als das Leben will ich suchen. Jesus sagt: 'Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.' Fülle ist kein übervoller Bauch, nicht 40 Fernsehsender und auch nicht die täglichen Schnäppchen. Fülle ist nicht Betäubung. Wer Fülle will, muss leer werden. Mit vollen Händen kann man nichts empfangen. Wer hören will, muss die Stille aushalten. Ich will hören, was nach mir ruft. 'Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein', sagt Gott. Ich gehöre nicht der Werbung, nicht den schnellen Sattmachern, nicht den vordergründigen Tröstern. Ich bin frei. Ich will ihn hören, meinen Namen, ich will hören, wer ich wirklich bin. Siebet Wochen lang. Was für ein Traum!"

Am Aschermittwoch, dem 18. Februar beginnt die 40 tägige Fastenzeit, die bis zum Karsamstag dauert, die Sonntage sind als kleine Osterfeste vom Fasten ausgenommen.

40 Tage solange fastete Jesus in der Wüste, bevor er los ging vom nahen Reich Gottes zu verkünden. Mose war 40 Tage auf dem Berg Sinai, bevor Gott ihm die Gebote offenbarte, die er dem Volk Israel weitergab. Der Prophet Elia war 40 Tage ohne Nahrung durch die Wüste gewandert, dann hörte er im Windhauch die Stimme Gottes. Die Wüste ist der Ort der Entbehrungen, der Kargheit. Leer werden, um sich neu zu öffnen, so steht der Mensch vor Gott. In der Bibel war das Fasten aber nicht nur bezogen auf den einzelnen, sondern bezogen auf den Weg der Umkehr des ganzen Volkes. So gab es auch immer wieder Kritik, wenn das Fasten zum Selbstzweck wurde, zur Darstellung der eigenen Leistung und Frömmigkeit. Der Prophet Jesaja sagt: "Siehe, wenn ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter... Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut... Das aber soll ein Fasten sein, an dem ich gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entziehe dich nicht deinem Fleisch und Blut!" ( Jesaja 58, 3 -7)

In der Geschichte der Kirche war mit strengen Fastenregeln oft die Vorstellung verbunden, sich Verdienste vor Gott zu erwerben. Dagegen wehrte sich Martin Luther. So war Fasten in der evangelischen Kirche lange unüblich.

Fasten ist die Einstimmung auf die Begegnung mit Gott. Dazu gehört Menschen in den Blick zu nehmen, denen es nicht gut geht, sich des Leidens in der Welt bewusst zu werden. Christlicher Glaube verdrängt das Leiden und die Not nicht.

Sieben Wochen auf eine Gewohnheit verzichten oder etwas Neues ausprobieren. Es geht nicht darum, etwas nach außen zu zeigen, miesepetrig herumzulaufen mit gesenktem Kopf, vielmehr um die Aufmerksamkeit dem Leben gegenüber, dem eigenen, dem des anderen. Es geht darum, dass mich nichts gefangen nimmt. "Alles ist erlaubt, aber nicht alles nützt mir. Alles ist erlaubt, aber nichts soll Macht über mich haben." – 1. Korinther 6, 12

"Obwohl zum Innehalten die Zeit nicht ist, wird einmal keine Zeit mehr sein, wenn man jetzt nicht innehält. Lebst du jetzt wirklich? In diesem Augenblick, ganz und gar? Wann, wenn nicht jetzt?" So sagt es Christa Wolf.

Während der Fastenzeit lade ich Sie ein, in die Dorfkirche zu einer halben Stunde Innehalten jeweils am Donnerstagabend 19.00 Uhr, Stille-Besinnung-Gebet.

Pfarrerin Susanne Peters-Streu

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