Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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14.12.2019

"Ein Tag im November"
Damals war's: 14. November


12./13.November 1989: Unter großer Anteilnahme der Teltower Bevölkerung wird das erste Mauerstück heraus gehoben.


14.November 1989, unmittelbar vor Grenzöffnung

Am 9. November 2014 kam ein Teltower Ehepaar in den Gottesdienst unserer Dorfkirche. Es überreichte Pfarrerin Peters-Streu einen großen Blumenstrauß als Zeichen persönlichen Dankes für die freundliche Aufnahme in unserem Gemeindehaus vor 25 Jahren:

Damals, am 14. November 1989, einem feuchtkalten Tag, hatten Gemeindemitglieder die durchgefrorenen Bewohner aus Teltow und dem Umland an der Lichterfelder Stadtgrenze mit heißem Kaffee empfangen und auf unser Gemeindehaus hingewiesen, das wir in den folgenden Wochen nachmittags zum Aufwärmen, Imbiss, Kennenlernen und Informieren offen halten würden.

Bei den vielen guten Gesprächen dort stellte sich auch heraus, dass eine Menge Teltower die Giesensdorfer Schule besucht hatten und/oder auch von unseren Pfarrern Bergemann und Kanitz konfirmiert worden waren. Dass diese Zeit im Gemeindehaus nicht vergessen wurde, freut uns sehr!

Wie viele andere auch hatten der Leiter des Heimatvereins Teltow, Peter Jaeckel, und wir spontan dieselbe Idee: "Man" müsste sich zum 25-jährigen Jahrestag der Grenzöffnung am Ostpreußendamm/ehemals Philipp-Müller-Allee, heute Lichterfelder Allee treffen!

In wenigen Tagen entstand der Plan, mit einem Glas Sekt oder Saft anzustoßen und mit vielen Fotos an das unglaubliche Ereignis zu erinnern.

Auch der Wirt des "La Rocca", Luciano Viti, der vor 25 Jahren aus einer Gulasch-Kanone heiße Suppe verteilte, kam mit Prosecco und Panettone.

Der Teltower Schmied Raymund Kempf hatte seinen Trecker "Lanz-Bulldog", Baujahr 1934, mit dem er als einer der ersten bei der feierlichen Grenzöffnung von Teltow nach Lichterfelde gefahren war, schon seit zwei Monaten wieder flott gemacht und wollte mit ihm auch wieder an diesem Tag an diesem historischen Ort sein. Er überraschte alle mit seinem Kommen – genauso wie der Steglitzer Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU), der, wie Peter Jaeckel, dankenswerterweise einige Worte an die versammelten 50-60 Personen richtete.


14. November 2014, Bürgermeister Norbert Kopp informiert sich an Hand von Fotos über den Wandel der Stadtgrenze.

14. November 2014, inoffizielle Gedenkstele

Am 14. November 1989 fährt Kempfs Traktor in Lichterfelde ein. Sein Transparent erinnert an die historische Straßenbahnlinie 96.

14. November 2014, 25 Jahre später: Schmied Raymund Kempf ist wieder mit seinem LANZ Bulldog dabei.

 
Alle Anwesenden waren sich mit den Rednern einig, dass man nicht vergessen darf, welch "unverschämtes" Glück wir hatten, dass die Grenzöffnungen so friedlich verliefen! Und – wie gut es uns allen im Grunde geht!

Viele leere Flaschen am ehemaligen Postenweg zeigten später, dass noch andere des besonderen Datums gedacht hatten.

Im Internet finden Sie unter www.lichterfelde-süd.de weitere Bilder zur Grenzöffnung und einen Link zu dem Bericht der "StadtrandNachrichten" über die Gedenkfeier.

Am 14. November 2019 treffen wir uns am gleichen Ort zum 30. Jubiläum!

Gisela und Bernd Meyer

Vor und nach dem Mauerbau


Stadtgrenze, damals Berliner Straße, zwischen 1950 und 1952, vor der Entführung Walter Linses am 8. Juli 1952


Stadtgrenze Ostpreußendamm, Jahreswechsel, Anfang 60er Jahre


1964, selber Ort mit Wachturm der "ersten Generation"

Alle Fotos: Slg. www.lichterfelde-süd.de

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