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21.5.2019

Worüber predigt die Pfarrerin, der Pfarrer am Sonntag?
Aus der Gemeinde

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Wie kommt die Bibel im Gottesdienst zu Wort? Was wird gelesen? Worüber wird gepredigt? Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte der evangelischen Kirchen in Deutschland gibt Antwort.

Die Zusammenstellung der Bibeltexte für die Lesungen im Gottesdienst soll neu geordnet werden. Ab dem 1. Advent "testen" die Gemeinden im Kirchenkreis Steglitz die sogenannte 3. Reihe der neuen Perikopenordnung.

Worüber wird am Sonntag gepredigt? Dazu gibt es von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) einen Vorschlag. Meistens folgen ihm die Pfarrerinnen und Pfarrer.

Das führt dazu, dass manche Texte der Bibel nie zu hören sind. Oder dass in gewissen Jahren fast nur über die Briefe aus dem Neuen Testament gepredigt wird.

Die aktuelle Ordnung der Texte (Perikopenordnung) gilt seit 1978. Sie hat eine hohe Dignität, auch weil sie Traditionen bewahrt, die bis in die Reformationszeit, teilweise sogar bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Jetzt soll es sich behutsam verändern. Dafür gibt es eine Empfehlung, die ab dem 1. Advent ein Jahr lang erprobt werden soll.

Einige grundsätzliche Dinge bleiben erhalten: Alle sechs Jahre wiederholen sich die Texte. Weiterhin gibt es eine Lesung aus dem Evangelium oder eine aus den Briefen bzw. dem Alten Testament. Die meisten Lese- und Predigttexte sind auch in dem neuen Vorschlag enthalten. Der "Grundton", der Charakter eines Sonntags soll erhalten bleiben.

Und doch haben sich einige Veränderungen ergeben. Für manche vielleicht kaum merkbar, nehmen sie theologische Erkenntnisse und veränderte Lebensgewohnheiten auf: In Zukunft werden die Texte aus dem Alten Testament eine größere Rolle spielen. Der christliche Glaube ist ohne den ersten Teil der Bibel nicht verständlich und nicht lebbar. Deshalb wurde es Zeit, dass der Anteil der Texte aus dem Alten Testament auf wenigstens ein Drittel erhöht wird. Zum ersten Mal sind Psalmen als Predigttexte vorgeschlagen. Die Geschichte von Ruth wurde hinzugefügt. Biblische Frauengestalten werden stärker sichtbar, und die Lebensrealität von Frauen bekommt so einen größeren Raum.

Eine weitere Veränderung betrifft die Namen der Sonntage Ende Januar bis Anfang Februar. Vorgeschlagen ist, die Epiphaniaszeit bis zum 2. Februar zu verlängern. Damit endet die Weihnachtszeit 40 Tage nach dem Christfest.

Bei der Überarbeitung wurden auch die Lieder angeschaut, die zu den jeweiligen Sonntagen zugeordnet sind. Bisher war ein Lied vorgeschlagen, jetzt drei, auch neuere sind dabei. Sie tragen zum "Grundton" des Sonntags bei.

In den nächsten zwölf Monaten werden wir diese veränderte Zusammenstellung der Bibeltexte, die neue Perikopenordnung testen. Wir Pfarrerinnen und Pfarrer sind gespannt auf die Entdeckungen, die wir machen werden und freuen uns auf die Gottesdienste mit Ihnen.

Michael Busch