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22.3.2019

"Ein total verrückter Plan"
Eine Theaterkritik

von Torsten Lüdtke

Foto: privat

"Es ist so schön, wenn man Freunde hat, die geben einem immer so nette Kosenamen!" – mit dieser Zitat aus dem Dreiakter "Ein total verrückter Plan" lud das "Altberliner Schmalzstullentheater" im April-Schlüssel zu seinen Vorstellungen ein. Um diese Aussage zu prüfen und herauszufinden, was "Oguh" ist, habe ich mich aufgemacht und eine Vorstellung der von Harry Pill geschriebenen Komödie besucht.

In der äußerst turbulenten und verwickelten Handlung zeigen die sechs Darsteller wie akribisch bis in kleinste Detail durchdachte Pläne kolossal scheitern können; dabei kommt die Handlung anfangs recht behäbig daher:

Der Witwer Josef Himmel (Gerd Heinrich) will in den Urlaub fahren. Seine verwitwete Schwägerin Hedwig Hundt (Evelyn Kählitz), mit der er zusammenlebt und die ihm den Haushalt führt, will Josef jedoch nicht mitnehmen, weil er sich von ihr bevormundet fühlt. Da Josef auch nicht allein reisen will, hat er eine Kontaktanzeige aufgegeben. Um seine Schwägerin und eine der beiden Damen, die sich auf die Annonce gemeldet haben, loszuwerden, hat Josef einen intellektuell minderbemittelten Arbeitskollegen erfunden, den er in den Urlaub mitnehmen muss; so soll Andreas Käs (Detlef Lutze), der Freund Josefs, Hedwig und die "Neue" – Isolde Kugel (Pamela Liebisch) – abwimmeln. Natürlich wird aus diesem Plan nichts, stattdessen kommt es zu allerhand komischen Verwicklungen, in die sich auch die Nachbarn, das Ehepaar Hoeb (Ina Wetzel und Wolfgang Bramböck) verstricken.

Wirkte der "total verrückte Plan" zu Beginn noch behäbig und boulevardesk, so nahm bald nach dem ersten Auftreten von Detlef Lutze (der auch Regie führte) als verschrobener Kollege das Tempo der Handlung rasant zu. Aus der Verbindung von Klamauk und Tempo wurde schließlich ein Theaterabend, der als Generalangriff auf das Zwerchfell nach knapp zwei Stunden endet, indem sich alle Verwicklungen nach und nach in allgemeines Wohlgefallen auflösen: Josef erkennt, daß Hedwig für ihn die Richtige ist, Andreas bekommt seine angehimmelte Isolde, das Ehepaar Hoeb hat aus den Verkettungen maximalen Profit geschlagen – und schließlich ist auch das Publikum auf seine Kosten gekommen, was sicher an der Qualität der Darsteller und der mimischen Leistung Detlef Lutzes lag.

Torsten Lüdtke