ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.1.2019

Zur Goldenen, Gnadenen und Kronjuwelenen Konfirmation am 4. Mai
Ein Rückblick

"Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben" – mit diesem Psalm feierten wir am Sonntag, dem 4. Mai auf Einladung von Pfarrer Lutz Poetter den Jahrestag der "Goldenen", der "Gnadenen" und der "Kronjuwelenen Konfirmation". Leider meldeten sich nur sehr wenige Jubilare: drei "Goldene" (50 J.) eine "Gnadene" (70 J.) und drei "Kronjuwelene" (75 J.). Es war aber auch so ein schöner, feierlicher Gottesdienst mit der Musik unseres klassischen Chors und einem gemeinsamen Abendmahl.


Eva Laucks: Meine Konfirmation vor 75 Jahren


Goldene, Gnadene und Kronjuwelende Konfirmation begleitet von unserem Chor

Alle Fotos: ©mediaray

Als Rückblick einige Erinnerungen an meine Konfirmation am 19. März 1939.

Pfarrer Martin Baltzer war der damalige Pfarrer, der uns konfirmierte. Er war sehr streng und doch sehr beliebt. In diesem Jahr wurden 28 Jungen und 36 Mädchen in der Petruskirche konfirmiert.

Zwei Jahre dauerte der Konfirmationsunterricht. Er fand zwei Mal in der Woche statt.

Wir mussten manche Lieder mit bis zu zehn Strophen auswendig lernen. Sitzend auf der Eisenumrandung vor dem Gemeindehaus, die auch noch heute vorhanden ist, haben wir uns dann gegenseitig abgehört.

Der Kirchbesuch zu den Gottesdiensten war jeden Sonntag Pflicht. Wir mussten vorne sitzen und Pfarrer Baltzer sah genau wer fehlte.

Während der zwei Jahre Unterricht gab es nur einen gemeinsamen Ausflug nach Wittenberg.

14 Tage vor der Einsegnung war Prüfung, vor der wir alle Angst hatten. Wir wussten doch nicht, was uns der Pfarrer fragen würde.

Es gab an diesem besonderen Tag ein sogenanntes „Prüfungskleid” und wer Glück hatte bekam auch neue Schuhe dazu.

An unserem Einsegnungstag war es sehr kalt. Mit warmen Mantel ging es vom Gemeindehaus in der Parallelstraße geschlossen zur Petruskirche, so wie es auch heute noch Tradition ist.

Die Jungen trugen alle dunkle Anzüge mit Krawatte, wohl der erste Anzug in ihrem Leben. Die Mädchen trugen schwarze Kleider. Ich hatte ein dunkelblaues Kleid. Den Stoff bekam ich zuvor als Weihnachtsgeschenk und daraus wurde das Kleid von der Schneiderin genäht. Mit der blauen Farbe war ich nicht sehr glücklich, aber Mutter hatte recht, schwarz trägt später keiner mehr!

Als Strauß hatten wir alle Maiglöckchen. Das wünschte der Pfarrer so.

Einen Restaurantbesuch zur Feier des Tages gab es nicht. Wir feierten zu Hause in der Familie mit den Paten und der Verwandtschaft. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen, am Abend Kartoffelsalat und Würstchen.

Als Konfirmationsgeschenk gab es meist eine erste Aktentasche, die erste Armbanduhr, ein neues Gesangbuch und vielleicht ein Kette mit Kreuz. Wenn man Glück hatte, gab es auch schon etwas Geld.

Der Weg der Konfirmanden danach war sehr unterschiedlich.Einige gingen noch zur Schule, manche in die praktische Lehre und manche ins "Pflichtjahr" im Haushalt.

Der Krieg warf seine Schatten voraus und durch die neuen Aufgaben verloren viele erst einmal den Kontakt zur Kirche.Was sich aber bei vielen sehr viel später wieder änderte.