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16.10.2018

Abend der Begegnung in unserer Gemeinde
Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde

Bericht von Annette Pohlke


Annette Pohlke begrüßt die Gäste


Musikalische Begleitung durch Katarzyna Wasiak


Frau Snep aus den Niederlanden mit Frau Roszak (IKZ)


Herr Nowaczyk aus Polen mit Begleitung und Frau Leutner, IKZ


Dr. Thiede gratuiert K. Leutner zur Ehrenbürgerwürde in Glowno


Die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde v.l.n.r.: W. Buckow, E. Pfeiffer, T. Schleising-Niggemann, I. Roszak, O. Lübke, A. Leutner, K. Leutner, A. Pohlke, Dr. G. Thiede

Fotos: ©mediaray

Wieder mal ein "Abend der Begegnung" in Petrus-Giesensdorf. Wieder einmal die altbekannten Gesichter. Auch der Ablauf ist für die meisten, die heute hier sind, ein bekanntes Ritual. Ein wenig Musik, ein paar nette Worte, ein abwechslungsreiches Büffett, Zeit für Geselligkeit über Nationen- und Generationengrenzen hinweg. Die Atmosphäre ist herzlich, ja fast familiär. Menschen aus unserer Gemeinde und aus unserem Bezirk, die Mitglieder der "Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V." (IKZ), Unterstützer und Freunde von nah und fern und vor allem unsere besonderen Ehrengäste, die Zeitzeugen, sitzen beisammen und plaudern.

Alles wie immer? Gewohnte Routine? Ja und nein. Es ist schön, dass hier eine gute Tradition gewachsen ist, eine verlässliche Kooperation zwischen dem Verein und der Gemeinde. Für mich persönlich ist es so ein besonderer Abend in einer doppelten Gastgeberrolle, als Mitglied der Gemeindekirchenrates unserer Gemeinde wie als Mitglied des Vorstandes der IKZ.

Trotzdem wird kein "Abend der Begegnung" je Routine sein. Neben dem Altvertrauten ist da ein scharfes Bewußtsein dafür, dass das, was hier passiert, besonders ist, ein spezieller Moment, den es zu nutzen gilt. Viele der Zeitzeugen, die wir über die Jahre zu Gast hatten, sind inzwischen nicht mehr reisefähig. Einige sind verstorben, gerade letztes Jahr erst unser langjähriger Begleiter Franz-Josef Fischer im geradezu biblischen Alter von 97 Jahren. Es war nie selbstverständlich, dass die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur an den Ort ihrer Leiden zurück kommen, um sich mit uns an einen Tisch zu setzen. Und das Ausbleiben lieber Gäste erinnert uns daran, das es nie selbstverständlich sein wird.

Wer nun denkt, dass wir einen traurigen Abend verbracht haben, der irrt gewaltig. Am besten kann man die Stimmung wohl als besinnliche Heiterkeit beschreiben. Gut gelaunt schwelgen wir in Erinnerungen und genießen den Abend gemeinsam, so wie er uns geschenkt wurde: besinnlich, fröhlich und unwiederbringlich.

Annette Pohlke

Die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V. (IKZ) widmet sich der Erinnerung an das Außenlager Lichterfelde, das sich zwischen 1942 und 1945 an der Wismarer Straße, direkt neben dem Teltowkanal, befand. Sie erforscht die Geschichte des Lagers, hält Kontakt zu ehemaligen Häftlingen, ihren Angehörigen und anderen Zeitzeugen und organisiert eine jährliche Gedenkfeier an der "Säule der Gefangenen", die an das Lager erinnert. Bei dem Lager handelte es sich um ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Die hier Inhaftierten mussten im Auftrag der SS an verschiedenen Arbeitsstellen in ganz Berlin Zwangsarbeit leisten.

2001 konnte die IKZ erstmals ehemalige Häftlinge als Gäste nach Berlin einladen. Der Begrüßungsabend, an dem wir die ehemaligen Häftlinge herzlich willkommen hießen, fand damals in der Petruskirche statt.

Homepage der IKZ: ikz-lichterfelde.de


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