Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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13.12.2019

Der Holocaust-Gedenktag
Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2014


Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Der Holocaust-Gedenktag erinnert an die über sechs Millionen Juden und die vielen anderen Opfer des nationalsozialistischen Rassen- und Größenwahns.

Gedenkgottesdienst am 27. Januar in der Paul-Schneider-Gemeinde, Lankwitz

"Jetzt begreife ich, dass Gott nicht parteilich ist" (Apg 10,34)

Am 27. Januar 2014 fällt der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus mit dem Gedenken an die Öffnung des Belagerungsringes um Leningrad zusammen. Am 27. Januar 1944 endete die 872-tägige Blockade der Stadt. Ihr Zweck war vom Oberkommando der 18. Armee mit zwei Worten angegeben worden: "Alles verhungert." Am 8. November 1941 verkündete Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller unter großem Beifall, dass die Einwohner Leningrads nun verhungern würden. Als die Blockade am 27. Januar 1944 zu Ende ging, waren ihr etwa eine Million Menschen zum Opfer gefallen. Die Blockade Leningrads gehört zu den größten deutschen Kriegsverbrechen. Lange Zeit bestand bei uns eine "Leerstelle des Gedenkens". Erinnerungen der Generäle beherrschten die historische Sicht. Erst in jüngster Zeit beginnt das Wissen über diesen "Völkermord mit Ansage" zu wachsen (Pfarrer Helmut Ruppel im ASF-Material zum 27. Januar 2014).

Der zum 4. Mal stattfindende Kirchenkreis-Gottesdienst zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2014 nimmt die Anregung von "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" auf, an diesen Massenmord zu erinnern. Die Jugendmitarbeiter des Kirchenkreises bereiten ihn in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Erinnerungskultur vor. Die titelgebende Zeile bezieht sich auf eine Erkenntnis des Petrus in der Apostelgeschichte, dass Gott sich nicht auf die Seite eines Volkes stellt, "sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm" (Apg 10,35).

Der Gottesdienst findet am 27. Januar um 18.00 Uhr in der Paul-Schneider-Gemeinde (Belßstraße 88, 12249 Berlin-Lankwitz) statt.

1996 erklärte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum nationalen Gedenktag in Deutschland "für die Opfer des Nationalsozialismus". Er solle als "nachdenkliche Stunde inmitten der Alltagsarbeit" begangen werden; der Deutsche Bundestag trifft sich alljährlich zu einer Feierstunde. In Großbritannien wurde im Jahr 2000 der 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag und zugleich zum Gedenktag für alle Genozide (Völkermorde) in der Welt erklärt.

Die UNO hat im Oktober 2005 den 27. Januar offiziell zum Holocaust-Gedenktag erklärt und eine Resolution angenommen, in der alle Mitgliedstaaten aufgerufen werden, an diesem Tag an den Judenmord zu erinnern. UNO-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete dabei den Gedenktag als "eine wichtige Mahnung an die universelle Lektion des Holocaust".

Der Holocaust-Gedenktag ist Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Mordaktionen in Europa und für die Widerstandskämpfer. Der Begriff "Holocaust" kommt aus dem griechischen "olokautev", "ein Brandopfer darbringen" und ist die englische Bezeichnung für den Massenmord in den Verbrennungsöfen der Konzentrationslager im Dritten Reich.

Die jüdische Bezeichnung "Schoah" kommt vom neuhebräischen Begriff "Shoah", der die Tötung einer großen Zahl von Menschen oder eines ganzen Volkes bezeichnet und sich insbesondere als Begriff für die Verfolgung, Ghettoisierung und Vernichtung der europäischen Juden während der NS-Herrschaft in Deutschland und Europa eingebürgert hat.

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