ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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16.7.2019

Flüchtlinge brauchen unsere Unterstützung: Aufbau eines kirchlichen Willkommensnetzwerks
Aus dem Kirchenkreis

Seit einigen Wochen überschlagen sich die Berichterstattungen über Flüchtlinge, die sich täglich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer begeben, um vor Krieg, Unterdrückung, Diskriminierung und Armut zu fliehen. Sie alle hoffen auf ein besseres Leben in Europa, in Freiheit und Würde. Nicht wenige von Ihnen finden bei der Überfahrt den Tod. Wie aber ergeht es Flüchtlingen, die es geschafft haben, Europa zu erreichen? Und wie geht es denen, die in Deutschland leben?

Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Deutschland müssen auf kleinstem Raum in Sammelunterkünften wohnen, die sich häufig außerhalb der Städte oder in Randbezirken befinden, nicht selten in Industriegebieten. Sie dürfen nicht arbeiten, keine Ausbildung machen und nicht studieren. Die Einschulung der Kinder geht nur schleppend voran, viele Schulen weigern sich, Flüchtlingskinder aufzunehmen. Die Erwachsenen haben kein Anrecht auf einen Deutschkurs und sind auf kostenlose, ehrenamtliche Angebote angewiesen, die je nach Lage der Unterkunft, gar nicht existieren.

In Steglitz leben seit einigen Monaten über 100 Flüchtlinge in einer Unterkunft, die von der Nachbarschaft gut angenommen wurde. Trotzdem bleibt für die Menschen im Asylverfahren die Ungewissheit über ihre Zukunft und die fehlende Selbstbestimmung.

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wird demnächst eine neue Unterkunft für Asylbewerberinnen und Asylbewerber eröffnet. Verschiedene Akteure im Bezirk beginnen schon jetzt mit der Planung zur Unterstützung der Menschen, die in dieser Unterkunft leben werden. Die Kirchenkreise Steglitz und Teltow-Zehlendorf können hier mit gutem Beispiel vorangehen und eine Willkommens- und Unterstützungskultur schaffen, so dass sich Flüchtlinge auch in der Fremde angenommen fühlen können. Dies wird durch Aufklärung und Engagement erreicht.

Wie kann aufgeklärt werden?

Regen Sie in Ihrer Gemeinde zum Beispiel einen Theaterabend zu diesem Thema an. Die Bühne für Menschenrechte führt an verschiedenen Orten die "Asyl-Monologe" auf. Die Asyl-Monologe beruhen auf dem Konzept des dokumentarischen Theaters: Wortgetreue Texte, die auf Interviews beruhen, verleihen den Stimmen sonst ungehörter Menschen Gehör. Professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler sprechen die Monologe und erreichen damit das Publikum unmittelbar.

Weitere Informationen und den Kontakt zu der Schauspielgruppe stellt Nora Brezger her. Sie ist die Beauftragte für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf und gleichzeitig Koordinatorin des Willkommensnetzwerks für die Kirchenkreise Steglitz und Teltow-Zehlendorf. Nora Brezger bietet auch an, Informationsveranstaltungen oder Workshops in den Kirchengemeinden zum Thema Flüchtlinge durchzuführen.

Wie kann ich mich ehrenamtlich engagieren?

Wenn Sie sich perspektivisch in dem neuen Asylbewerberheim in Steglitz-Zehlendorf engagieren möchten, überlegen Sie sich, was Sie gerne machen würden und können. Mögliche Unterstützungsangebote sind: Hausaufgabennachhilfe, Kinderbetreuung, Deutschunterricht, Übersetzungen, Freizeitgestaltung, Ausflüge, gemeinsam kochen, spazieren gehen, sportliche Angebote, Kunstprojekte, Begleitung zur Ausländerbehörde oder zu Ärzten und vieles mehr.

Wenn Sie Interesse haben, die Flüchtlingsarbeit in den Kirchenkreisen zu unterstützen, melden Sie sich bitte bei Nora Brezger, E-Mail , Tel. (030) 8 02 16 85.