ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.5.2019

Gemeindefahrt nach Wernigerode
Ein Rückblick

von Dr. Werner Wagner

Am Sonntag, den 15. September fuhren wir auf unserer diesjährigen Gemeindefahrt nach Wernigerode in den Harz. Nach langer Autobahnfahrt kündigte sich zunächst Halberstadt an. Weithin sichtbar prägen die mächtigen Kirchtürme des Domes von St. Stephanus und St. Sixtus die Silhouette der Stadt. Bereits um das Jahr 804 gründete hier Kaiser Karl das älteste Bistum Mitteldeutschlands. Dieses sakrale Bauwerk wurde zwischen 1236 und 1486 nach dem gotischen Vorbild französischer Kathedralen errichtet. Seine Fenster beherbergen 290 mittelalterliche Glasmalereien. Mit mehr als 650 Stücken gilt der Halberstädter Domschatz als einer der umfangreichsten mittelalterlichen Kirchenschätze überhaupt. Neben Altarbildern, Skulpturen, Mobiliar, Bronzewerken und Goldschmiedearbeiten findet sich als echte Rarität der romanische Abraham-Engel-Teppich aus dem Jahre 1150. Über einen weitläufigen Marktplatz getrennt, befindet sich die ältere romanische Liebfrauenkirche von 1149.

Schloss Wernigerode – Foto: wikipedia

Angekommen in Wernigerode, erklommen wir mit Hilfe der Wernigeröder Schlossbahn den Berg zum gleichnamigen neugotischen Schloss von 1861, um die feudale Lebensweise der Fürsten zu Stolberg in der wilhelminischen Epoche kennenzulernen. Die Altstadt von Wernigerode ist geprägt von zahlreichen Fachwerkhäusern. Das bedeutendste davon im Zentrum ist das gräfliche Spielhaus, das 1539-1544 zum Rathaus umgebaut wurde. Weiterhin sehenswert sind das Waaghaus und das Gotische Haus von 1480. Glücklicherweise lag unser "Hotel Altora" so zwischen Stadtkern und Bahnhof, dass man abends noch in den Gassen der Altstadt beim Bummeln den Anblick alter Patrizierhäuser genießen konnte.

Tags darauf erkundeten wir zu Fuß das Bodetal. Es ist eines dieser charakteristischen Täler entlang des westlichen Rands des Harzes. Scharf eingeschnitten besitzen sie eigenartige Klippen, welche dem Flussverlauf wild romantische Abschnitte verleihen. Etwas ermattet vom Wandern bestiegen wir später in Thale die Kabinenseilbahn und entschwebten hinauf zum sagenumwobenen Hexentanzplatz. Oben angekommen thronen auf mächtigen Granitfelsen nackte bronzene Hexen- und Teufelsgestalten. Ein mythischer Ort, an dem ich in der Walpurgisnacht ungern wäre?

Während vielleicht beim einen oder anderen von uns noch Hexenträume im Kopf herumspukten, bestiegen wir am Morgen danach in Wernigerode die Brockenbahn. Eine Dampflokomotive zog uns bei schönem Wetter zum Brocken hinauf. Die Hoffnung auf eine tolle Aussicht vom Gipfel in die Umgebung fiel jedoch einer der typischen Wetterkapriolen des Brockens zum Opfer. Oben angekommen hatten wir einen jener 300 Nebeltage im Jahr erwischt, sodass wir gleich den nächsten Zug wieder ins Tal nahmen. Zurück in Wernigerode tröstete uns bei schönem Wetter ein Besuch des nahegelegenen Miniaturparks "kleiner Harz". Hier stehen 60 kulturhistorisch interessante Bauwerke des Harzes und seines Vorlandes im Maßstab 1:25 in einer Miniaturlandschaft mit Wasserläufen, Felsformationen und Zwerggehölzen. In wenigen Minuten bewegt man sich von Goslar über Wernigerode nach Halberstadt und fährt anschließend mit der Harzer Schmalspurbahn hinauf zum Brocken ohne im Nebel zu verschwinden.

Am Mittwoch hieß es Abschiednehmen von Wernigerode, doch ehe wir die Heimreise antraten, wollten wir die Burg Falkenstein besuchen. Oberhalb des Selketals auf einem Felsen gelegen gestattet ihr Bergfried einen weiten Blick ins Harzvorland. 1155 hat hier Eike von Repgau die erste deutsche Gesetzessammlung, den Sachsenspiegel, niedergeschrieben. Heute besitzt sie eine bekannte Falknerei. Bei der Flugvorführung der Greifvögel erfuhren wir, dass Seeadler und Bussarde bei Regen nicht jagen, Uhus dagegen schon. Nach Burgführung und Mittagessen verabschiedeten wir uns nun endgültig vom Harz und trafen gegen Abend in Lichterfelde ein.

Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei Inka Langner, Wilma Kranert, Jürgen Barleben und Dr. Peter Neumann bedanken, die als Reiseleitung die Planung und Durchführung dieses Ausfluges in hervorragender Weise meisterten. Ich bin daher gespannt, welches Ziel im nächsten Jahr angesteuert wird.