Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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15.9.2019

Neues aus der Holzkirche

Constantin T. Huth

Es ist wohl wahr, der Herbst ist da.

Seit die Heizung das erste Mal in diesem Herbst in Gang gesetzt wurde und ihre Wärme verbreitete ist klar, ab jetzt wird wieder drinnen gespielt. Nun gut, es wird noch den einen oder anderen schönen Tag auch im Herbst und Winter geben, aber die Tage in der Sonne mit offenem Fenster und ohne Jacke sind eben ganz anders.

Überall wird das Laub geharkt, die Regenrinnen gesäubert und das Granulat für die Gehwege bereit gestellt. Für diejenigen die einen Kamin oder Kaminofen bei sich stehen haben beginnt auch eine gemütliche Zeit mit Holz knistern, Bücher lesen und mit Musik hören, mit ruhigen Abenden und der Nachlese des Jahres.

Für alle diese Leser und Hörer am Ofen oder Heizung bietet der BÜCHERBASAR jeden MO, MI und DO von 15.00-20.00 Uhr jede Menge Nachschub an Literatur jeder Art und für jedes Alter. Sollten Sie den BÜCHERBASAR noch nicht kennen, so ist jetzt die beste Zeit dieses nachzuholen, kommen Sie und staunen Sie. Und Platzmangel ist kein gutes Argument, denn wir nehmen Ihnen gerne Ihre alten gebrauchten Bücher und Schallplatten und CDs ab.

Ein paar erwähnenswerte Ereignisse kündigen sich natürlich neben Weihnachten und Sylvester auch noch bei uns an. Da ist unser großes Feuer am FREITAG den 8. November ab 17.00 Uhr am und im Kinder-Jugend-Projekthaus Holzkirche.

Für die Einen ist es das Martinsfeuer, mit Laternenumzug und Liedersingen, für die Anderen das Feuerspektakel, mit Feuerspucker und Ah und OH, für noch Andere der Tag der offenen Tür oder auch einfach die Lange Nacht. Vielleicht ist es auch die Grillwurst und der Glühwein oder Kinderpunsch, der lockt, wir wollen es gar nicht genau analysieren, sondern uns auf den Tag und das Zusammenkommen freuen.

Es wird Darbietungen unserer Tanzgruppe der Dancemasters Danceschool geben, einen Hip Hop Workshop im Bandraum in dem wir an diesem Tag unser Tonstudio einweihen werden, Stände und Infos und Überraschungen, Der Bücherbasar und Die Fahrradwerkstatt können besucht und besichtigt werden und Fragen gestellt und beantwortet werden.

Fünf mal fand unser Feuerereignis auch im Rahmen der "Langen Nächte der Jugendeinrichtungen Lichterfelde und Lankwitz" statt, von unserem kleinen Holzkirche e.V. maßgeblich initiiert und gefördert. Jedoch ist diesmal bei den Mitarbeitern der anderen Kinder- und Jugend Einrichtungen etwas die Luft raus, das heißt nicht mehr genug Spielraum für zusätzliche Aktivitäten vorhanden. Und finanziell unterstützt wird diese einzige gemeinsame Aktivität aller ansässigen Träger natürlich auch nicht (mehr). Darüber muss sich niemand wundern, es geht seit Jahren immer mehr in Richtung Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Management. Kinder und Jugendarbeit immer mehr als ein Teil von Sozialwirtschaftsunternehmen. Die Diskussion um den "Maserati Ehlert" hat diese Tendenz deutlich zu Tage gebracht: Hier werden Gelder umgesetzt, wo es immer so wirkt, als sei Kinder und Jugendarbeit einfach aus Nächstenliebe und Zuneigung gespeist. Schon lange nicht mehr, Worte wie Fallzahlen, Zuweisungen, Rahmenplan, Sollstellen oder Sozialraumbudgetierung sind die Wegweiser, nicht "ich habe Zeit für Dich", "Experimentiere mit Deinen Fähigkeiten" und "sei einfach Du selbst". Überforderte MitarbeiterInnen müssen mittlerweile einen Misstand von Jahrzehnten verfehlter Kinder und Jugendplanung auf ihren Schultern tragen. Die Erwartungen an die Arbeit sind hoch und höher, da geht es nicht mehr um Lagerfeuerromantik und Schachturniere, es geht um allseitiges Wissen um die Neuen Medien, Internet, websites, Smartphones, Konsolen Tablets und Viren, um das Jugendstrafrecht, Drogenkonsum und Gewalterfahrung.

Hinzu kommen Sitzungen, Fortbildungen zur Qualitätssicherung und Statistikbögen, Emailverwaltung Antragswesen, Berichtswesen, Abrechnungen und und und. Die Mitarbeiter in den verschiedenen Einrichtungen sind in großer Zahl eher "Berufsjugendliche um die 50", ohne echte berufliche Alternativen für sich selbst, wenig gefördert aber allseitig gefordert. Qualifizierter Nachwuchs und Ansprechpartner mit ähnlicher jugendlicher Erfahrung treten oft nur noch im Praktikum oder als Honorarmitarbeiter auf. Hin und hergerissen zwischen Anspruch und Wirklichkeit bleibt keine Zeit und Energie für großes Gemeinsames, wer seine ganze Kraft braucht seine Einrichtung zu "bespielen" wie es so schön heißt, hat keine Zeit mehr für Aktivitäten außerhalb des unbedingt Notwendigen, schon gar nicht bis nach Mitternacht.

Und innerhalb dieses beschriebenen Arbeitsrahmens des sozialen Marktes ist es schön, auch mal einfach ein Feuer zu entzünden und den Alltag in Rauch und Wohlgefallen aufgehen zu sehen. Egal unter welchem Titel.

Sollten Sie Lust haben vorbeizukommen, so tun Sie dies, Kinder mit Laternen und Erwachsene mit guter Stimmung. Sollten Sie uns sogar helfen wollen bei diese Veranstaltung, so freuen wir uns auf Ihren Kontakt.

Bis bald

Constantin T. Huth
für das Team des Holzkirche e.V.

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