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20.7.2019

Seniorenreise nach Oppurg
Ein Reisebericht

von Diedrich de Vries


Gruppenfoto vom fröhlichen Seniorengeschwader 2013

Als wir im vorigen Jahr unsere Heimreise vom Schloss Oppurg antraten, freute sich wohl jeder auf sein Zuhause. Doch wegen angekündigter Streichung finanzieller Mittel war zu befürchten, dass das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) seinem Pachtvertrag nicht mehr nachkommen kann. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, dass wir auch in diesem Jahr unsere Seniorenreise im vertrauten Umfeld genießen konnten.

Abermals hatte uns der Busfahrer Diethard Taubert von "Potsdam Tours" sicher dorthin gefahren. Bei Ankunft wurden wir wieder von den Mitarbeiterinnen herzlich begrüßt, man nahm uns die Koffer ab und zeigte jedem sein Zimmer. Ich war wieder in der Remise untergebracht und fühlte mich von der ersten Sekunde an wie Zuhause. Die Zimmer sind großzügig eingerichtet, haben alles, um hier seine Urlaubstage gut zu verbringen.

In diesem Jahr, es war die achte Seniorenreise nach Oppurg, waren wir insgesamt 33 Teilnehmer im Alter zwischen 65 und 92 Jahren – mit vier Rollstühlen und fünf Rollatoren. Fünf Teilnehmer waren das erste Mal dabei.

Nach dem Kofferauspacken trafen wir uns im Rokokosaal zum Kaffeetrinken mit Erdbeerkuchen. Alle, die das gute Essen schon kannten, wussten, dass wir wieder sehr verwöhnt werden würden. Bei dieser großartigen Küche haben beinahe alle das Motto vom Kirchentag "So viel Du brauchst" vernachlässigt.

Das Essen in der Gemeinschaft ist ein bemerkenswerter Punkt. Aber es ist nur einer von vielen. Die vierzehn Tage bestanden wieder aus einem vom Reiseteam gut vorbereiteten Programm, Langeweile konnte nicht entstehen. Alle Insider wissen aus Erfahrung wie so ein Tag z.B. abläuft: Wir beginnen mit einer Kurzandacht, dann folgt das Frühstücksbuffet. Um 10.00 Uhr wird unter Bäumen eine Stuhlgymnastik angeboten. Jeder kann mitmachen, auch die, mit einer körperlichen Einschränkung. Um 11.00 Uhr lädt Gisela Meyer zum Volkstanz ein. Es wird keiner gezwungen mitzumachen, es ist wie alles freiwillig. Die Zeit verfliegt und schon sitzen wir um 12.00 Uhr am Tisch, um das Mittagessen serviert zu bekommen. Von 13.00-15.00 Uhr ist Mittagspause. Ich nutze sie gerne. Danach finden die unterschiedlichsten Ausflüge statt, und zwar nach Fähigkeiten der Teilnehmer, wenn nötig mit Rollator oder Rollstuhl. Um 18.00 Uhr ist Abendbrotzeit und ab 19.00 Uhr trifft man sich im Rokokosaal zu den unterschiedlichsten Spielen. Es gibt aber auch zwei Fernsehzimmer.

Vor dem "Zubettgehen" kann man noch mit seinen Angehörigen telefonieren. Dafür steht in jedem Zimmer ein Telefon.

In den zwei Wochen machen wir immer drei Halbtages-Ausflüge mit dem einheimischen Busunternehmer Herrn Böhme, der sich besonders gut in seiner Heimat auskennt.

Der erste Ausflug führte uns zum Hohenwarte-Stausee. Dort machten wir eine wunderschöne Dampferfahrt.

Bei der nächsten Busfahrt fuhren wir nach Dornburg, einem Städtchen im Saaletal, wo es eine Reihe von Schlössern gibt, umgeben von anmutigen Gärten. Danach wie immer Pause in einem Café.

An einem anderen Tag fuhren wir zur Schlosskirche Eisenberg und besuchten die wohl schönste Barockkirche Thüringens, die von 1679 bis 1692 erbaut wurde.

Zum traditionellen Einkaufsbummel am Ende unseres Aufenthalts hatten wir uns wiederum die Stadt Saalfeld ausgesucht. Und abermals musste ich einen kurzen Besuch in die St. Johanniskirche machen. Bei einem Blick zur Decke sieht man dort ein einmaliges Kunstwerk – eine gewaltige Himmelswiese. Sie zeigt 122 Pflanzen als "Arznei Gottes."

Alle, die Oppurg kennen, kommen gerne wieder. Aber vielleicht habe ich durch meinen Artikel jemanden so neugierig gemacht, dass er Oppurg im nächsten Jahr selber miterleben möchte. Wenn dem so ist, schlage ich vor, notieren Sie sich schon heute den Juni 2014 als Termin. Sie werden es nicht bereuen. Es kümmert sich hier jeder um jeden – das ist das Motto. Wer Hilfe braucht, bekommt sie. Jeder bestimmt für sich, wie viel er zulässt und benötigt.

Zum Schluss möchte ich von zwei Personen erzählen, die diesmal nicht mehr dabei sein konnten: Im Februar ist Raymund Petzarsky gestorben. Er wurde 90 Jahre alt. Ich habe Herrn Petzarsky auf zwei Seniorenreisen kennen und schätzen gelernt. Außerdem saß er mit an meinem Tisch. Wenn ich an ihn zurückdenke, dann fällt mir ein, dass er besonders im letzten Jahr unsere Hilfe öfter brauchte. Aber mir bleibt auch in Erinnerung wie humorvoll er sein konnte, und dass er zu der Generation gehörte, die immer korrekt gekleidet ist: Nie fehlte sein Schlips.

Außerdem ist im Mai Hans-Georg Meißner verstorben. Er wurde 87 Jahre alt. Herr Meißner war nicht nur Teilnehmern der Oppurg-Reisen sondern hat auch bei vielen Tagesausflügen der Gemeinde mitgemacht. Ich sehe ihn noch, wie er im Reisebus immer gerne in der Mitte der letzten Reihe wegen seiner langen Beine saß. Er gehörte nicht nur wegen seiner Körpermaße zu den Großen, sondern er war auch als Skatspieler einer der Größten.

Raymund und Hansgeorg, wir haben euch vermisst.