Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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7.12.2019

Zum Abschied von Hans-Hartmut Hüfner
* 24. Dezember 1939 † 4. August 2013

von Pfarrer E-Mail

Am Sonntag, 4. August 2013 starb der Pfarrer und Maler Hartmut Hüfner in seiner Wohnung am Pfarracker. Die Nachricht von seinem Tod kam von seiner Ehefrau, sie traf uns völlig überraschend. Es gab keinerlei Anzeichen vorher, niemand in seiner Familie und in seinem Freundeskreis ahnte, dass Hartmut plötzlich sterben könnte. Sein Tod kam wohl auch für ihn selbst unerwartet, denn Pfarrer Hüfner wollte an diesem Sonntag Gottesdienst halten in Lankwitz, er wurde erwartet in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Er kam nicht. Seine Frau fand ihn schlafend – im ewigen Schlaf, aus dem es kein Erwachen gibt für unseren Erdenleib.

Hartmut lebte in Lichterfelde, aber er stammte aus Lankwitz. Hier wuchs er auf. Sein Vater war Pfarrer, von Kindesbeinen an war der Junge mit dem Leben in der Pfarrerfamilie und der Kirchengemeinde vertraut. Die enge Bindung an die Lankwitzer Kirchengemeinde hat Hartmut sein Leben lang bewahrt. Nach der Schule ging Hartmut zum Theologiestudium nach Heidelberg. Er wollte Pfarrer werden wie sein Vater. Aber er interessierte sich auch für die Künste. Sein zweites Studienfach war Theaterwissenschaft. Als studierter Theologe kehrte Hartmut Hüfner nach Berlin zurück und wurde Gemeindepfarrer in Tiergarten und gründete seine eigene Familie.

Eine wichtige Station auf seinem Lebensweg lag sehr weit von Berlin und Deutschland entfernt: Hartmut ging nach Chile und lebte als Pfarrer und Religionslehrer an einer deutschen Schule in Concepción.

Wieder zurück in Berlin wurde Hartmut Hüfner Schulpfarrer am Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf. Er erwarb sich eine hohe Wertschätzung unter seinen Kollegen im Kirchenkreis und im Lehrerkollegium und in der Schülerschaft. Er war ein leidenschaftlicher Pfarrer und Pädagoge.

Hartmuts heimliche Leidenschaft wurde seine Malerei. In ihr hatte er wohl schon in Chile eine andere Ausdrucksweise entdeckt als die menschliche Sprache. Von seinem kleinen Sohn Tim schaute er sich das Malen ab. Aber er blieb sich auch in dieser neuen Form treu. Hartmut Hüfner legte in jedes Bild eine klare Botschaft. Es ging ihm nicht um die pure Ästhetik oder maltechnische Perfektion. Pfarrer Hüfner predigte – nun auch als Maler. Keilrahmen und Leinwand waren sein Manuskriptbogen, der Pinsel sein Schreibstift. Ein Bild war fertig, wenn die christliche Botschaft auf ihm erkennbar wurde, radikal einfach und direkt auf der Leinwand. Hartmut legte beim Malen immer gradlinig los, er hielt sich nicht mit dem Grundieren der Leinwand und dem Ausfüllen aller Flächen auf. Er brauchte für seine Bilder keine Perspektive, keine Farblehre und keinen Goldenen Schnitt. Er wollte ja nie "malen können". Aber jedes seiner Gemälde war ein echter Hartmut Hüfner, unverwechselbar, anrührend, aufrüttelnd.

Hartmut Hüfner war Mitglied im Kunstbeirat der Petruskirche, er engagierte sich leidenschaftlich für den engen Zusammenhalt von christlicher Kirche und bildender Kunst. Er fehlte bei keiner Ausstellungseröffnung in der Petruskirche. Hier hat er auch die erste eigene Ausstellung seiner Bilder gezeigt und an zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen als Maler teilgenommen. Pfarrer Hüfner kam auch in die Kurzandachtsgruppe und zur Mahnwache, um mitzugestalten. Sooft es seine Zeit zuließ nahm er teil oder gestaltete er selbst eine Andacht. So wurde er ein wichtiger und oft auch ausgleichender Gesprächspartner in dieser Gruppe.

Wir vermissen Hartmut Hüfner, er hinterlässt eine Lücke bei uns. Viele seiner Lichterfelder Freunde aus Petrus-Giesensdorf nahmen am Trauergottesdienst in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche teil. Diesen Gottesdienst leiteten seine Freunde und Pfarrkollegen Hartmut Walsdorff und Hans-Hermann König. Hartmut Hüfner liegt auf dem Lankwitzer Friedhof begraben. Wir behalten ihn liebevoll in unserem Gedächtnis.

Pfarrer Lutz Poetter

In der monatlichen Kurzandacht am 7. September um 10.30 in der Petruskirche findet ein Gedenken für Hartmut Hüfner statt.

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