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20.7.2019

"Spandau bei Berlin"
Rückblick auf den Halbtagesausflug am 24. April

von Diedrich de Vries

Ich hatte mich ohne eine bestimmte Erwartung zum Ausflug nach Spandau angemeldet. Da ich aber die Art von Armin Woy kenne, wusste ich, wie gut er solche Führungen macht und ahnte deshalb, dass auch die Spandauer Führung mir gefallen wird.

Briefmarke der DBP Berlin (1989) 450 Jahre Reformation im Kurfürstentum Brandenburg

Obwohl ich als gebürtiger Berliner das Ausflugsziel Spandau anfänglich nicht als sehr spannend empfand, denn was sollte mir Herr Woy da Neues erzählen können, habe ich erst bei Rückkehr zugeben müssen, dass für mich fast alles neu war und was nicht neu war, sehe ich mit einem neuem Blick. Ich habe manchen Ortsteil von Spandau mehr als dreißig Jahre nicht mehr besucht und staunte, was sich da verändert hat. In der Altstadt kannte ich mich kaum noch aus. Allein deshalb hat sich der Ausflug gelohnt. Ich hatte früher beruflich in den Ortsteilen von Spandau oft zu tun, deshalb war es für mich ein wunderschönes Zurückerinnern, damit habe ich beim Start nicht gerechnet.

Ich glaube nicht, dass ich alle Stationen chronologisch wiedergebe, ich kann nur das aufschreiben, was mir haften geblieben ist:

Wir fuhren wie üblich mit dem Busunternehmen "Potsdam Tours" und wurden an drei Haltepunkten von dem uns vertrauten Fahrer Herrn Taubert "eingeladen".

Als wir am Ende der Heerstraße an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Staaken ankamen, begann für mich der eigentliche Ausflug. Herr Woy hat uns viel von der Umgebung links und rechts der Straßen erzählen können. Weil er es immer mit netten Gags einrahmt, wird es nie langweilig. Leider habe ich nicht die Fähigkeit, alle seine Erklärungen zu behalten, ich habe mir nur Teilstücke merken können.

Die Fahrt ging weiter nach Pichelsdorf, danach die Gatower Straßen, vorbei am 1914 erbauten Jaczoturm. Der Turm ist zu Ehren des ehemaligen Wendenfürsten Jaczo errichtet worden.

Dann sahen wir in der Ferne den Flugplatz Gatow liegen. Dieser Flugplatz hat eine lange Geschichte. Sie begann mit Fertigstellung 1935. 1945 übernahm ihn für ein paar Monate die Rote Armee, bis die Royal Air Force ihn zur Versorgung der eigenen Truppen brauchte. Auch die königliche Familie ist dort für Berlin-Besuche gelandet. Und während der Berlin-Blockade spielte der Militärflugplatz eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Berlin (West). Als sich die Engländer nach 50 Jahren als Alliierte von Berlin verabschiedeten, übernahm den Flugplatz die Bundeswehr, bis er 1995 als Flugplatz komplett geschlossen wurde. Heute ist dort nur noch ein Militärhistorisches Museum untergebracht.

Eine Pause machten wir in der Altstadt Spandau und zwar in der Evangelischen St.- Nikolai-Kirche. Wir wurden von einer Mitarbeiterin in 30 Minuten über die 800jährige Geschichte dieser Kirche informiert. In dieser knappen Zeit konnte sie natürlich nur wenig erzählen, ich versuche es ihr gleich zu tun: Die St.-Nikolai-Kirche ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Spandauer Altstadt. Sie war die katholische Pfarrkirche von "Spandow" und ist dem heiligen Bischof Nikolaus von Myra geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. Von der St.-Nikolai-Kirche breitete sich die Reformation in Brandenburg und Berlin aus. Kurfürst Joachim II. vollzog dort am 1. November 1539 seinen Übertritt zum evangelischen Bekenntnis. Seine Mutter Elisabeth gilt jedoch als die eigentliche Reformatorin Brandenburgs, sie hatte sich bereits 1527 für die evangelische Sache entschieden. Als sie 1545 endlich alle Bedingungen erfüllt sah, wählte sie für die letzten zehn Jahre ihres Lebens den Palas der Zitadelle Spandau zum Wohnsitz.

Zur Kaffezeit saßen wir im Uferpalais der "Seniorenresidenz am Spandauer See". Man kann dort als Senior stilvolles Wohnen erleben, mit dem Blick über das Wasser nach Eiswerder, sicherlich nicht ganz billig.

Dann führte uns die Tour an dem riesigen Gelände des Waldkrankenhauses Spandau vorbei, auch wieder ein sehr geschichtsträchtiges Gebäude.

Als wir durch die Pionierstraße kamen, lag vor uns der städtische Friedhof "In den Kisseln". Dort gibt es seit dem 22. September 2008 das Grab von Thomas Dörflein, dem bekannten Tierpfleger vom Eisbären Knut aus dem Berliner Zoo, der 2011 plötzlich verendete.

Auf dem Heimweg sind wir am BMW-Werk vorbei gekommen. Hier wird weiterhin jedes BMW-Motorrad hergestellt. Es folgten die Ortschaften Haselhorst und Siemensstadt. Pünktlich trafen wir nach sechs Stunden Ausflug wieder in Lichterfelde ein, eine sehr interessante Exkursion war zu Ende.

Beim Aussteigen hörte ich von einer Teilnehmerin:

"Saustark, Herr Woy!" Sie traf damit genau unser aller Meinung. Schade, dass wir nur 34 Teilnehmer waren, es hätten noch fünfzehn Personen mehr im Bus Platz gehabt.

Diedrich de Vries