Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.9.2019

Welche Kirche morgen?
Vom unaufgeregten evangelischen Selbstbewusstsein

"Auch in Zeiten großer Veränderungen soll das Wesentliche unserer Identität bewahrt werden." Dies betonte Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am 27. April vor der Synode des Kirchenkreises Steglitz. Die Kreissynodalen tagten in der Johannes-Kirche Lichterfelde zum Thema "Welche Kirche morgen?". Dazu führte der Bischof sie in den Konsultationsprozess ein, der gegenwärtig zu dieser Frage auf allen Ebenen der Landeskirche geführt wird.


Kreissynode Steglitz am 26.04.2013 in der Johannes-Kirche


Präses Wolfgang Röcke und Bischof Dr. Markus Dröge


Bischof Dr. Markus Dröge am 27. April in der Johannes-Kirche


Präses Wolfgang Röcke und Dr. Claudia Wein

Fotos: Ulrike Bott

Auch wenn sie mit knapp 20 Prozent der Bevölkerung nicht mehr Volkskirche im zahlenmäßigen Sinn sei, so solle die Evangelische Kirche gemäß der Barmer Theologischen Erklärung weiterhin ihre Botschaft an "alles Volk" richten, sagte der Bischof. Er plädiere dafür, den Begriff Volkskirche zur Diskussion zu stellen, dies bedeute auch ein "Hinausschauen über den eigenen Tellerrand" und keinen Rückzug in die kirchliche Welt. Wichtig sei es, in Glaubensfragen sprachfähig zu sein und zu bleiben. "Dies wird zunehmend auch erwartet", sagte Dröge.

Die EKBO – im kommenden Jahr zehn Jahre alt – ist die erste aus Ost und West vereinigte Kirche der EKD. Zu ihren großen Herausforderungen zählen die säkulare Situation in Berlin und den neuen Bundesländern, der demografische Wandel und ein allgemeines Infragestellen kirchlicher Traditionen. Man solle sich aber den notwendigen Veränderungen ohne Angst stellen betonte der Bischof, schließlich gäbe es auch viele Erfolge. Von den 2.000 Kirchen innerhalb der EKBO seien entgegen mancher Berichte bisher lediglich zehn veräußert worden, zehn weitere wurden an christliche Gemeinschaften übergeben.

Der Einsatz in Schulwesen und Diakonie sei beachtlich, genauso wie das kulturelle Engagement der Kirche. Er trete für ein unaufgeregtes, evangelisches Selbstbewusstsein ein, sagte Dröge. Mit ihrem Einsatz für Menschenwürde und Menschenrechte sowie für den Erhalt der Schöpfung sorge die Kirche entscheidend mit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In einer Gesellschaft, die zur Entsolidarisierung tendiere, würde sie von politischen Akteuren um ihre Infrastruktur und ihre Möglichkeiten mit den 44.000 Ehrenamtlichen allein in der EKBO beneidet. Zur wesentlichen Erkennbarkeit von Kirche gehörten daher weiterhin die flächendeckende Ansprechbarkeit und die Teilnahme an und Stellungnahme zu gesellschaftlichen Entwicklungen, sagte der Bischof.

Dröge warb dafür, sich am derzeitigen Konsultationsprozess als Einzelperson oder als Gruppe zu beteiligen. Vier Grundhaltungen seien notwendig, um die kirchlichen Ziele für morgen zu schärfen: geistliches Leben, missionarisches Handeln, zielorientiertes Planen und verantwortliches Haushalten. Jede und jeder seien aufgerufen, Rückmeldung zu geben, wie sich diese Haltungen in der kirchlichen Arbeit zeigen sollen und damit mitzubestimmen, wie die Kirche von morgen aussehen soll.

Die Synodalen des Kirchenkreises Steglitz tauschten sich im Anschluss an das Referat in den regionalen Gruppen Lankwitz, Lichterfelde und Steglitz aus, um die eigenen Handlungsfelder zu fixieren. Als Schwerpunkte stellten sich die Bündelung diakonischer Angebote, die Profilierung und Öffentlichkeitsarbeit von Kirchengemeinden sowie die ökumenische Zusammenarbeit heraus.

In Steglitz gehören rund 55.000 Menschen der Evangelischen Kirche an. Die Kreissynode als das Parlament des Kirchenkreises setzt sich aus rund 80 Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinden zusammen. Sie tagt zweimal jährlich unter dem Vorsitz des ehrenamtlichen Präses Wolfgang Röcke. Auf der Kreissynode wird neben Beschlüssen zur Haushalts- und Personalsituation immer ein Thema vertieft, das von kirchlicher und gesellschaftlicher Bedeutung ist.

Weitere Informationen zum Reform- und Konsultationsprozess erhalten Sie unter www.kirchenkreis-steglitz.de/Kreissynode.

Ulrike Bott, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Steglitz

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