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24.3.2019

Stolpersteinverlegungen in Lichterfelde

Am 30. November fanden in Steglitz und darüber hinaus mehrere Stolpersteinverlegungen statt. Zunächst für Emma Matzdorff in der Nähe der Schlossstraße, Am Bäkequell 3. Emma Matzdorff (geb. Falkenheim) war verheiratet mit Georg Matzdorff, Stadtbau-Direktor in Charlottenburg (verstorben 1930 und auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt). Ihre letzte Adresse war das "Israelitische Lehrerinnenheim" in der Baseler Straße 13 in Lichterfelde/West, eine Sammeladresse, von wo aus sie im September 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Sie starb dort im Juni des darauf folgenden Jahres.

In den Adressen Drakestraße 59 (Lichterfelde/West), Hochbergweg 1 (Lichterfelde/Ost) und Zossen, Stubenrauchstraße 4, wurden drei Steine für die Brüder Dalen verlegt (Biografien siehe November-Ausgabe des Petrus-Schlüssels).

Den Auftakt machte die Verlegung für Kurd Dalen in der Drakestraße. Schüler der Montessorigemeinschaftsschule hatten Stichworte zu den Biografien der drei Brüder vorbereitet und diese sehr engagiert und feierlich vorgetragen. Für jeden der Brüder entzündeten sie eine Kerze und legten eine Rose nieder.

Im Hochbergweg wurde dieses Ritual anlässlich der Verlegung für Fritz Dalen wiederholt, dazu sprach Pfr. Michael Busch den aronitischen Segen. In Zossen schließlich gab es für Werner Dalen noch einmal Kerze und Blumen, so dass die Verbindung zwischen den Brüdern ein sichtbares Zeichen bekam.

In Zossen wurde auch noch mal sehr deutlich, wie etabliert das Gedenken durch Stolpersteine bei uns in Steglitz mittlerweile ist. Die Bürgerinitiative, durch die die Verlegung in Zossen möglich wurde, hatte aus gegebenem Anlass Polizeischutz. Dort werden Stolpersteine regelmäßig beschädigt oder übersprüht, auf das Haus des Sprechers gab es vor kurzem einen Anschlag. Bürgerschaftliches Engagement ist an anderen Orten noch deutlicher schwerer als in Steglitz. Die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus durch Stolpersteine ist eine angemessene Form, sich dezentral und bürgerschaftlich gegen das Vergessen zur Wehr zu setzen. Wir freuen uns, dass es bei den Verlegungen so eine rege Beteiligung gab.

Pfarrerin Katrin Rudolf

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