Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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8.12.2019

"Die heute Geborenen werden Teil einer Gesellschaft von Hundertjährigen sein."
Die alternde Gesellschaft war Thema auf der 11. Kreissynode Steglitz

von Ulrike Bott

Die alternde Gesellschaft und kirchliches Handeln waren zentrale Themen der Herbstsynode am 23. und 24. November. Mit Beschlüssen zur Finanzsatzung des Kirchenkreises, zu den Regeln für die Stellenbesetzung und der Fortführung der kreiskirchlichen Stelle für die Arbeit mit Kindern ging die Tagung in der Patmos-Gemeinde zu Ende.

"Die heute Geborenen werden Teil einer Gesellschaft von Hundertjährigen sein." So begann Martina Kumlehn, Professorin für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock, ihr Referat am Freitagabend. Anhand von Beispielen gelingenden Alterns verdeutlichte Kumlehn, dass Angehörige verschiedener Milieus unterschiedlich altern. Kontinuierliche und qualifizierte Tätigkeit sei aber die beste "Geroprophylaxe", ebenso wie das lebenslange Kultivieren von sozialen, geistigen und kulturellen Interessen.

Die Leitbilder gelingenden Alters verschieben sich zurzeit von einer defizitären Sicht auf das Alter hin zur Wahrnehmung der Ressourcen und Partizipationsmöglichkeiten von alternden Menschen. Die Kirchen haben hier eine wichtige Rolle, indem sie betonen, dass älteren Menschen eine eigene unverlierbare Würde zukommt, "die nicht an die Realisierung von Potentialen gebunden ist."

Kumlehn rät Kirchen und Diakonie dennoch, die eigenen Leitbilder vom Altern zu reflektieren. Der passive Betreuungsstil mit "Kaffee und Lichtbild" habe in den Kirchengemeinden immer noch Vorrang, eine strategische Entwicklung von Angeboten für "junge, fitte Alte" gebe es kaum.

Die Kirchen sollten Raum und Kommunikationsanlässe bieten, damit ältere Menschen sich mit ihren Fragen nach Lebensgestaltung und Neuanfängen im dritten Lebensalter auseinander setzen könnten. Unter anderem sollte daher die Spiritualität im Alter besondere Aufmerksamkeit erfahren. So könnten eigene liturgische Formen für die 60- bis 80-Jährigen entwickelt werden.

Am zweiten Sitzungstag stellte Sabine Plümer, zuständig für die Arbeit mit älteren Menschen im Kirchenkreis Steglitz, die neue Broschüre "Aktiv im Alter" vor. Hier sind die vielfältigen Angebote der Kirchengemeinden für Ältere unterschiedlicher Lebensphasen zusammengefasst. Die Broschüre steht auf www.kirchenkreis-steglitz zum Herunterladen bereit.

Anschließend wurde in vier Gruppen zum Synodenthema weitergearbeitet.

Die Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" diskutierte die Vor- und Nachteile von Mehrgenerationenhäusern und Betreutem Wohnen.

Arbeitsgrundlage der Gruppe "Spiritualität im Alter" war das Buch des Jenaer Theologieprofessors Klaus-Peter Hertzsch "Chancen des Alters. Sieben Thesen".

Eine Kirchengemeinde aus Tempelhof stellte zum Thema "Potentiale fördern" ihr Projekt vor, für das 70 Menschen zwischen 55 und 65 Jahren motiviert werden konnten, regelmäßige Gruppenangebote nach ihren Interessenlagen selbstständig zu gestalten.

Als Arbeitsergebnis der Gruppe "Seelsorge in Pflegeheimen" wurde ein Prüfantrag zur Einrichtung einer entsprechenden Arbeitsstelle an die Synode gestellt.

Mit Berichten von der Frauenarbeit des Kirchenkreises, der Herbsttagung der Landessynode und der Vorstellung der kreiskirchlichen Öffentlichkeitsbeauftragten endete die Tagung.

Ulrike Bott
Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Steglitz

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